Im Freibad Mirke wurde der Christbaum zum Sportgerät – flog aber nie sehr weit.

Bernhard Sander an der Tanne: Wegen ihrer weichen Nadeln wurden Nordmann-Tannen verwendet.
Bernhard Sander an der Tanne: Wegen ihrer weichen Nadeln wurden Nordmann-Tannen verwendet.

Bernhard Sander an der Tanne: Wegen ihrer weichen Nadeln wurden Nordmann-Tannen verwendet.

Anna Schwartz

Bernhard Sander an der Tanne: Wegen ihrer weichen Nadeln wurden Nordmann-Tannen verwendet.

Wuppertal. Während im fernen Garmisch die DSV-Adler versuchten, beim Neujahrsspringen von der Olympia-Schanze in vorbildlicher Haltung möglichst weit zu fliegen, ging es auf der Terrasse des Freibads Mirke zum vierten Mal ebenfalls um größtmögliche Weiten. Und zwar in einer klassischen Wintersportart, die allerdings (noch) nicht ins olympische Programm aufgenommen worden ist: dem Tannenbaum-Weitwurf. Frei nach dem Motto „Oh Tannenbaum, oh Tannenbaum, wie weit wirst du heut´ fliegen?“

Eingeladen hatte der Förderverein „Pro Mirke“, dessen Vorsitzender Heiner Mokroß am frühen Nachmittag rund 40 Sportler vom Kindes- bis zum Seniorenalter begrüßte. Die „Sportgeräte“, nämlich drei Nordmann-Tannen (das sind die mit den weichen, hautfreundlichen Nadeln) verschiedener Größen wurden gestellt, wobei die mittlere, mannshohe die „Wertungstanne“ war.

Die Hammerwurf-Variante fand beim Publikum wenig Beifall

Und die flog dann mal hoch, mal tief, aber selten weit. Die abgrenzende Wand aus Glasbausteinen war jedenfalls nie einsturzgefährdet.

Lucas, Damian und Kamil bildeten das Kampfgericht, notierten Teilnehmer und Weiten. Für Stärkung fester und flüssiger Art war ausreichend gesorgt und war bei frostklarer Luft auch durchaus willkommen.

Wurde zunächst die schlichte Speerwurf-Technik, bei der man den Stamm ergreift, bevorzugt, so zeigten sich die Athleten im Verfeinern der Techniken zunehmend kreativ. Wobei allerdings die Hammerwurf-Variante, bei der die schon etwas abgegriffene Spitze gefasst und herum gewirbelt wird, wegen der Drehungen um die eigenen Achse und der damit verbundenen Gefährdung des Publikums wenig Beifall fand.

Der Brauch wurde von Ameland ins Bergische importiert

Das einstige Freibad Mirke versteht sich immer mittwochs auch als Bürgertreff, in dem außerdem jeweils am Montag eine Improvisations-Theatergruppe zusammen kommt.

Bad-Eröffnung soll am 1. Mai sein. „Das geht auf einen germanischen Brauch zurück, nach dem das Baden im Mai besonders förderlich sein soll“, so Mokroß. Am 13. Juni feiert das Bad seinen 164. Geburtstag.

Dann aber erinnerte sich der kraftvolle Ralf Seidel an die Wettkämpfe der schottischen Highländer, griff unter den armdicken Stamm und wuchtete sogar die größte und schwerste Tanne mit beiden Händen über die Fünf-Metermarke.

Die Stimmung stieg mit jedem Wurf, und Heiner Mokroß, der den Brauch des Tannebaum-Weitwurfs von Ameland zur Mirke importiert hatte, sorgte mit original Ameländer „Nobeltje“ für zusätzliche Leistungssteigerungen.

„Wir von Pro Mirke wollten zeigen, dass wir auch schon zu Neujahr wieder aktiv sind“, so Mokroß, dessen 2011 gegründeter Verein hofft, mithilfe von Fördermitteln und Spenden aus dem 2009 stillgelegten Freibad ein vom Mirker Bach gespeistes Naturbad machen zu können. Mit dem „Pool im Pool“ wurde im Oktober schon ein Anfang gemacht.

Leserkommentare


() Registrierte Nutzer