Wuppertal. „Was eine Baustelle“. Das war mein erster Gedanke, als ich vor genau sieben Tagen am Wuppertaler Hauptbahnhof aus dem Zug stieg. Die Karten-App des Smartphones half da wenig. Führte mich, nachdem ich die etwas wackelig wirkende Fußgängerbrücke überquert hatte, geradewegs in eine Sackgasse – bedingt durch eine Baustelle. Die App „Glücklich in Wuppertal“ lässt mich nach den ersten sieben Tagen als Volontär in der Wuppertaler WZ-Redaktion darüber nachdenken, wo und wie mir das Glück begegnet ist. Das ist keine Sackgasse. Eher ein Ausblick.

Der Start macht neugierig und Lust auf mehr. Ein erster Glücksmoment hatte gleich mit einem Wuppertaler Wahrzeichen zu tun. Meine erste Fahrt mit der Schwebebahn. Kurz nach der Abfahrt am Haltepunkt Ohligsmühle ein Gefühl in der Bauchgegend, dass mich ein wenig an einen Flugzeugstart denken lässt. Begleitet von einem kleinen Wackler verlasse ich das für einen Niederrheiner durchaus futuristisch anmutende Gefährt, das jetzt zu meinem Alltag gehört.

Und mich zu den unterschiedlichen Menschen der Stadt bringt. Beispielsweise zu den erfinderischen Köpfen hinter dem Roboter „Pepper“, die mir mit fast greifbarer Begeisterung von ihren Visionen erzählen. Mit nicht weniger Begeisterung haben mir Bäcker aus Wuppertal ihr seit Jahrhunderten bewährtes Handwerk gezeigt – und mich bei einem kurzen Selbstversuch am Backtisch mit trockenem Humor darauf hingewiesen, dass ein schwarzer Pullover in einer Backstube schnell zum Mehlfänger wird.

„Wie gut das hier klingt“. Das war mein Gedanke, als ich gestern mit einer locker daher gespielten Trompeten-Improvisation am Wuppertaler Hauptbahnhof empfangen wurde. Die Klänge der jungen Musiker, die am Gleis gegenüber auf ihren Zug warteten, ließen die sonst eher triste Szenerie in einem ganz anderen Licht erscheinen.

Das kann bestimmt glücklich machen, Menschen die mit Leidenschaft und Begeisterung in ihrer Stadt wirken.

Nur wenige Minuten später fragte mich eine Dame, wo sich eine bestimmte Adresse in der Nähe befindet. Ich erklärte ihr, dass ich noch ein ziemlicher Neu-Wuppertaler sei, aber trotzdem weiterhelfen kann. „Sehen sie da jetzt einen Stadtplan?“, fragte mich die Dame, nachdem ich das Smartphone gezückt hatte, um die nachgefragte Adresse zu suchen.

Mit einem Lächeln dankte mir die Frau, dass ich mir die Zeit genommen hatte. Und ich war glücklich, dass ich als noch orientierungsloser Wuppertal-Erkunder helfen konnte.

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