Andy Dino Iussa und Detlev Bach zeigten ihr neues Programm „Gin & Fizz“.

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Andy Dino Iussa (links) und Detlef Bach (re.) begrüßten bei der Premiere von Gin & Fizz den Jazzer Dietrich Rauschtenberger als Gast.

Andy Dino Iussa (links) und Detlef Bach (re.) begrüßten bei der Premiere von Gin & Fizz den Jazzer Dietrich Rauschtenberger als Gast.

Andreas Fischer

Andy Dino Iussa (links) und Detlef Bach (re.) begrüßten bei der Premiere von Gin & Fizz den Jazzer Dietrich Rauschtenberger als Gast.

Wuppertal. Sie nennen sich selbst „Kauderwelsch-Zerstampfer, Plaudertaschen und Mythenspinner“, diese beiden Herren, die unter den Namen „Gin & Fizz“ (ältere Leser werden sich an die gleichnamige Detektiv-Serie in den 60er Jahren erinnern) in der Bandfabrik auftreten. Der künstlerische Leiter der Bandfabrik, Andy Dino Iussa, und der Wuppertaler Maler Detlef Bach wollten mit ihrem Abend ein neues Format zwischen Kabarett, Lesung und Philosophie schaffen.

Die Lesung tendiert phasenweise in Richtung Altherren-Witz

Es wirkt jedoch seltsam, wenn sich die beiden schnodderig über das Leben an sich oder das Liebesleben von rosa Elefanten unterhalten, dabei aber jedes Wort aus ihrem Manuskript ablesen. Und wenn dann einer der Herren in Anzug und Fliege, die die meiste Zeit korrekt am Tisch sitzen, plötzlich einen Orgasmus simuliert, wird die Lesung zum fleischgewordenen Altherren-Witz.

Wenn das Übersetzungs-Programm an den Zehn Geboten scheitert

So absolvieren die beiden eine Gratwanderung zwischen philosophischen Spitzfindigkeiten („Riesen existieren nur in den Köpfen von Zwergen“) und Alltagsbeobachtungen („in Würde vor dem Fahrkartenautomaten scheitern“). Sie spielen einen Drogen-Trip und lassen das vierte Gebot durch die Übersetzungs-Automatik des Computers laufen – worauf aus „Du sollst Vater und Mutter ehren“ die Aufforderung „Du sollst nicht fliegen“ wird.

Als Gast begrüßt das Duo den Free-Jazzer und Autoren Dietrich Rauschtenberger.

Zwei manchmal amüsante Stunden dauert das neue Programm

Dieser musiziert jedoch nicht, sondern liest zwei amüsante Kurzgeschichten. Die eine handelt von einem an der Kritik zerbrochenen gläsernen Künstler, die andere von einem Musiker, der sich aus seiner Wohnung aussperrt und nach mehreren Umwegen im Bademantel zum Auftritt gefahren wird – dabei trifft er viele bekannte Jazzmusiker. Außerdem muss Rauschtenberger einen recht absurden Dialog vom Blatt ablesen, was er stoisch und mit ausgeprägtem Mienenspiel tut.

Gut zwei Stunden dauert dieses neue Programm – das manchmal amüsiert, oft aber auf das Niveau von seichtem Nachmittags-Fernsehen abfällt.

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