Die rot-grüne Landesregierung experimentiert mit der Gemeinschaftsschule und provoziert die Opposition: In Wuppertal steht das Thema selbst bei der SPD noch nicht auf der Tagesordnung.

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Länger gemeinsam lernen in der Gemeinschaftsschule: Das rot-grüne Bildungsmodell ist in Wuppertal bisher noch kein Thema.

Länger gemeinsam lernen in der Gemeinschaftsschule: Das rot-grüne Bildungsmodell ist in Wuppertal bisher noch kein Thema.

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Länger gemeinsam lernen in der Gemeinschaftsschule: Das rot-grüne Bildungsmodell ist in Wuppertal bisher noch kein Thema.

Wuppertal. "Wir wollen die Gemeinschaftsschule", war eine Kernaussage von SPD-Landtagsabgeordnetem Dietmar Bell im Wahlkampf. Das galt natürlich auch für Wuppertal und wartet jetzt auf die Umsetzung, nachdem NRW-Schulministerin Sylvia Löhrmann (Grüne) den Modellversuch an den Start gebracht hat.

Gestern musste sich Rot-Grün dafür im Landtag beschimpfen lassen. Auf kommunaler Wuppertaler Ebene herrscht dagegen noch weitgehend Ruhe in der Bildungspolitik, was CDU-Schuldezernent Matthias Nocke (CDU) durchaus zufrieden zur Kenntnis nimmt. Ein weitere Aufgliederung des Wuppertaler Bildungssystems ist für ihn eher kontraproduktiv.

Bell hingegen warnt die CDU davor, sich zu früh zu freuen: "Wir stehen doch erst am Anfang. Die Gemeinschaftsschule ist auch für Wuppertal ein durchaus sinnvolles Modell. Und es gibt bereits Signale aus einzelnen Schulen, die sich das vorstellen könnten." Die Initiative müsse aber von den Schulen ausgehen, man wolle da nichts von oben "durchdeklinieren".

Schulentwicklungsplan gibt Bestandsgarantie bis 2014

Zum "behutsamen Vorgehen" rät die Bildungs-Expertin der SPD-Fraktion im Rat und Vorsitzende des Schulausschusses, Renate Warnecke. Sie sei zwar der festen Überzeugung, dass die Gemeinschaftsschule der richtige Weg sei. "Es gibt aber noch Unsicherheiten. Das muss man offen sagen."

Dazu gehören auch die lokalen Rahmenbedingungen. Die Verwaltung arbeitet mit einem von CDU und SPD beschlossenen Entwicklungsplan für die weiterführenden Schulen. Der umfasst die Schließung einzelner Hauptschulen ebenso wie eine Bestandsgarantie aller übrigen Einrichtungen bis 2014. Und nicht nur das: Nach wie vor Gültigkeit hat der Ratsbeschluss, eine sechste Gesamtschule in Wuppertal einzurichten. Von einer Gemeinschaftsschule ist im Schulentwicklungsplan keine Rede - auch wenn es auf Landesebene bisher lediglich um Modellversuche geht.

Hinzu kommt, dass Warnecke offenbar auch einen aktuellen Bedarf nicht entdecken kann: "Zurzeit sind alle Schulen, die in Frage kämen, noch voll ausgelastet. Das heißt aber nicht, dass sich das nicht ändern wird."

Ohnehin funktioniert für die Schul-Expertin das System Gemeinschaftsschule nur, "wenn die Schulen und die Eltern mit im Boot sind". Da sehe sie noch wenig Bereitschaft. Und ganz pragmatisch: "Länger und sozial lernen - das geht auch an der Gesamtschule."

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