Porträt: Seit 30 Jahren führt Jutta Lücke ihren „Bücherladen“ an der Hünefeldstraße.

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Ein Hauch von Zeitreise: Inhaberin Jutta Lücke im Eingang ihres Bücherladens in Unterbarmen.

Ein Hauch von Zeitreise: Inhaberin Jutta Lücke im Eingang ihres Bücherladens in Unterbarmen.

Uwe Schinkel

Ein Hauch von Zeitreise: Inhaberin Jutta Lücke im Eingang ihres Bücherladens in Unterbarmen.

Wuppertal. Es ist ein bisschen wie eine Zeitreise, wenn man Jutta Lückes Geschäft an der Hünefeldstraße 83 betritt. Gedämpftes Licht, hohe Regale aus Holz und im Raum der charakteristische Geruch - nach Papier. Nach Büchern. Im Zeitalter der großen Handelsketten sind Geschäfte wie Lückes "Bücherladen" selten geworden. Ihren Laden führt sie seit November 1980, also fast dreißig Jahren, in Eigenregie. Aus Liebe zum Buch, wie sie selbst sagt. Deshalb hat sie den Laden auch immer noch, obwohl sie das Rentenalter längst überschritten hat.

Die Mutter fand keine Kinderbücher - und gründete ein eigenes Geschäft

Der Anlass für die gebürtige Wuppertalerin, sich als gelernte Grafikerin dem Buchhandel zu verschreiben, war ein persönlicher: "Auf dem damals bestehenden Buchmarkt fand ich nur wenige passende Kinder- und Jugendbücher", sagt die fünffache Mutter. Also gründete sie einen "Bücherladen für Kinder" - und wurde durch Stadtteilarbeit mit Kindern sowie durch die Zusammenarbeit mit Schulen und Kindergärten zu einer Institution in Unterbarmen.

Der Wettbewerb mit den großen Ketten wird härter

1983 kam die Erwachsenenliteratur dazu - "in der Tradition linker Buchläden", wie Lücke erläutert, also speziell für Frauen. In ihrem Laden wurden Kulturveranstaltungen für Frauen zum Treffpunkt, daneben gab es Theater-Lesungen - "mit Unterstützung des städtischen Kulturamts", wie sich Lücke erinnert. Als die Stadt Wuppertal immer klammer wurde, brachen die Förgergelder weg, sodass Lücke ihre Veranstaltungen 2003 auslaufen lassen musste. Auch städtische Großaufträge, speziell für Schulbücher, fielen weg, da diese heute überregional ausgeschrieben werden müssen - ein Einschnitt, der neben Lücke auch vielen anderen selbstständigen Buchhändlern zusetzte.

So ist der Wettbewerb mit den großen Filialisten in den Stadtzentren nicht leichter geworden. Ihr Sortiment hat Lücke um DVDs und Hörbücher ergänzt. "Ich wollte schließlich auf der Höhe der Zeit sein", sagt die Büchernärrin. Ein wichtiger Geschäftszweig für sie sind auch Bücher aus zweiter Hand der "Bücherladen" verfügt darin über "die beste Auswahl im Tal", sagt Lücke selbstbewusst. Nicht nur deshalb sind viele langjährige Stammkunden ihrem Laden treu geblieben. Und solange Jutta Lücke noch hinter der Ladentheke steht, werden sie wohl auch weiterhin zum "Bücherladen" kommen.

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