Warum Filmproduzent Dirk Michael Häger fest an den Erfolg seines in Arbeit befindlichen Kino-Krimis „King Ping“ glaubt.

Dirk Michael Häger bescheinigt Wuppertal als Filmstadt ein großes Potenzial.
Dirk Michael Häger bescheinigt Wuppertal als Filmstadt ein großes Potenzial.

Dirk Michael Häger bescheinigt Wuppertal als Filmstadt ein großes Potenzial.

Anna Silvia Bins

Dirk Michael Häger bescheinigt Wuppertal als Filmstadt ein großes Potenzial.

Herr Häger, sie sagen immer, Wuppertal habe großes Potenzial als Filmstadt. Warum?

Dirk Michael Häger: Weil diese Stadt unglaublich reich ist an verschiedensten Schauplätzen auf engstem Raum: Grün neben Grau, Gründerzeit- neben Nachkriegs-Architektur, Villa neben Arbeiterviertel. Sie atmet Geschichte und Gegenwart zugleich – für die Filmkamera öffnet sich bei jedem Blick eine neue Perspektive. Das bieten nicht viele deutsche Städte.

Also ist Wuppertal in erster Linie eine gute Kulisse?

Häger: Sie ist zugleich ein Schmelztiegel an kreativem Potenzial. Aus meiner Sicht liegt das in der Geschichte begründet: Die vielen Kontraste in dieser Stadt haben immer wieder vielleicht etwas schwierige, aber sehr individuelle Um-die-Ecke-Denker hervorgebracht. Für die Filmbranche ist das – genauso wie für andere kreative Branchen – ein Reservoir, das gefördert werden sollte. Dazu kann, hoffe ich, auch unser Film beitragen, wenn er die Stadt als ebenso interessant wie innovativ bekanntmacht.

Kann das mit einem Krimi gelingen – von diesem Genre gibt es ja nicht gerade wenige Angebote auf Leinwand und TV. . .

Dirk Michael Häger (45), gebürtiger Elberfelder, studierte nach dem Abi am Gymnasium Bayreuther Straße zunächst Deutsch und Englisch auf Lehramt. Parallel dazu fing er jedoch an, Theater zu spielen (unter anderem Mitgründer des freien Theaters „Neue WuTh“) und absolvierte eine private Schauspielausbildung. In der Folgezeit spielte er Bühnen- und kleinere TV-Rollen, arbeitete als Eventmanager, Werbetexter und Drehbuchautor. 2009 gründete er mit Christoph Schmidt die Produktionsfirma Rex Film.

„King Ping – Leben und Sterben in Wuppertal“ ist der erste Streifen, den die Produktionsfirma realisiert – nach Hägers Drehbuch. Neben Ann-Kathrin Kramer, Mechthild Großmann und Jana Voosen sowie Nachwuchs-Mime Sierk Radzei haben bereits Lilay Huser („Almanya“), Ralf Richter („Das Boot“) und Hans-Martin Stier („Der Himmel über Berlin“) ihr Mitwirken zugesagt. Im Frühjahr 2012 sollen die Dreharbeiten für den Kino-Krimi beginnen.

Häger: Da haben Sie recht, und deshalb muss ein Film für das Kino immer mehr sein als ein Krimi. „King Ping“ schafft das, so meine ich, durch die Kombination von realistischem Ermittlungs-Thriller und überzeichneten, ironisch-schrägen Figuren – die bringen eine etwas schwarze, distanzierte Komik in den Film, wie man sie sonst allenfalls aus britischen oder skandinavischen Formaten kennt, aber nicht von deutschen Produktionen. Hinzu kommt, dass der Film eine hochwertige, kunstvolle Ästhetik bieten soll, wie sie eben nur das Kino zeigen kann – und die natürlich auch Wuppertal in ein besonderes Licht rückt.

Reichen unkonventionelle Story und gute Optik aus, um einen Kino-Erfolg zu landen? Die ganz großen Kino-Stars zum Beispiel sieht man ja eher nicht in Ihrem Film.

Häger: Um das erstmal klarzustellen: Ich glaube an unsere Besetzung, die absolut hochklassig ist. Aber, Sie haben insofern recht: Ein Vertreter eines Verleihs hat mir kürzlich gesagt, wenn ein Film ein sicherer Erfolg sein soll, müssen entweder Til Schweiger, Matthias Schweighöfer oder Jürgen Vogel die Hauptrolle spielen. Andererseits hat beispielsweise der sensationelle Erfolg von „Almanya“ gezeigt, dass große Namen nicht alles sind. Wir glauben jedenfalls daran, dass wir mit Sierk Radzei als einem ganz neuen Gesicht auch internationalen Erfolg haben können.

Um den Film zu finanzieren, setzen Sie auch auf die Beteiligung der Wuppertaler, etwa mit der aktuell laufenden Rollen-Verlosung oder mit lokalen Sponsoren. Bekommen Sie das nötige Geld zusammen – oder kann „King Ping“ noch platzen?

Häger: Die gute Nachricht zuerst: Wir drehen auf jeden Fall – auch, wenn wir das Budget von 1,2 Millionen Euro nicht zusammenbekommen. Wir haben uns eine Mindestsumme gesetzt, mit der wir einen hochwertigen Film machen können – etwa, indem die Schauspieler ihre Gage teilweise als Gewinnbeteiligung bekommen. Diese Summe haben wir so gut wie gesichert, ganz aktuell auch durch die Jackstädt-Stiftung und viele große und kleine Firmen in der Stadt. Wir sind also zuversichtlich, dass der Film international ein Zeichen dafür setzt: Wuppertal kann was!

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