Beim Festival der Stimmen trifft Händel auf Big-Band-Sound und Jazz auf Kirchenmusik

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Unter anderem die Kurrende ist beim Festival der Stimmen zu hören. (Archiv

Unter anderem die Kurrende ist beim Festival der Stimmen zu hören. (Archiv

Andreas Fischer

Unter anderem die Kurrende ist beim Festival der Stimmen zu hören. (Archiv

Wuppertal. 10, 20, 26 und 900 - das sind die Zahlen mit denen Erhard Ufermann rechnet. Sie stehen für zehn Tage, 20 Orte, 26 Konzerte und 900Sängerinnen und Sänger. In der Summe ergibt das ganze das "Festival der Stimmen". Eine Veranstaltung, die am 31. Oktober beginnt und von der WZ präsentiert wird. Das Besondere: das Festival ist nicht nur genre-, sondern auch kultur- und generationenübergreifend.

Die Idee zu diesem ehrgeizigen Projekt entstand aus Ufermanns Feststellung, dass Kultur- und Musikprojekte in Verbindung mit Kirche nur begrenzt überzeugen. "Mit Kirche verbinden heute viele Menschen einfach nur Langeweile, das Übliche. Man erwartet nichts", weiß Ufermann, der das Referat für Kultur und Musik im evangelischen Kirchenkreis Wuppertal leitet.

"Ich wollte hingegen eine große Veranstaltung mit Sogwirkung, begrenzt auf die Kirche wäre das schwierig geworden." Also entwickelte Ufermann den Plan, die gesamte Musikszene zu vernetzen: "Kirchenmusik trifft Jazz, Alt auf Jung, Musik für Ungeborene erklingt neben dem Chor 60Plus".

"Öffentliche Mittel für eine kirchliche Veranstaltung?
Das ist ganz schwierig."

Erhard Ufermann, Initiator des Festivals der Stimmen

Den Auftakt zum Festival der Stimmen macht die Wuppertaler Kurrende. Als Einrichtung des Kirchenkreises obliegt dem traditionellen Knabenchor die Ehre, gemeinsam mit der WDR-Bigband, der Elberfelder Mädchenkurrende und Bel Canto das Festival mit dem Stück "Celebrating Händel" zu eröffnen. "Genau das bringt die Philosophie des Festivals zum Ausdruck, hier trifft Kirchenmusik auf Big Band-Sound", schwärmt Ufermann.

Die Orte für die einzelnen Konzerte sind bewusst unterschiedlich gewählt. Gesungen wird in Kirchen, Kneipen oder Kulturzentren - der Reiz liegt in den Gegensätzen. Jazzmusiker Uli Wewelsiep ist beispielsweise in der Hauptkirche Unterbarmen mit seinem Stück "Broadway meets Jazz" zu hören. "Das wurde bislang noch nie in einer Kirche gesungen", ist Ufermann begeistert. Ein weiterer Höhepuntk ist für ihn das Hilliard-Ensemble, das in der Immanuelskirche auftritt.

Das Festival der Stimmen findet vom 31. Oktober bis zum 9. November statt.

Der Gesamtetat für das Festival liegt bei 145 000 Euro. Getragen wird es durch Eintrittsgelder, Sponsoren und kirchliche Mittel. "Öffentliche Mittel für eine kirchliche Veranstaltung? Das ist ganz schwierig", so Uferkamp.

Tickets gibt’s online oder bei bekannten Vorverkaufsstellen.

"Welt-Liga", kommentiert Ufermann und führt auch den Freiburger Jazz-Chor als hochwertigen Programmpunkt an. Die singen gemeinsam mit der Norwegerin Torun Eriksen im Rex-Theater. Außerdem bemerkenswert: Das Zusammenspiel von Maggie Nicols (Gesang, Wales), Bernd Köppen (Piano, Wuppertal) und Andreas Bär (Saxophon, Berlin). Die Mundart-Gruppe "Striekspöen" singt gemeinsam mit dem Polizeichor im Rex-Theater.

Neben nationalen und internationalen Größen sind auch 13Schulchöre aus Wuppertal zu hören, "von der Hauptschule bis zum Gymnasium ist alles dabei, das sind bestimmt 300 bis 400Kinder, die da auf der Bühne stehen". Zudem beteiligen sich die Wuppertaler Bühnen, das Cinemaxx und das Rex-Theater. Für Kurrende-Sprecherin Anke Lüdke steht bereits fest, dass der Auftritt mit der WDR-Big Band zu den ganz Großen gehören wird. "In die Uni-Halle passen etwa 2500 Zuschauer, eine einmalige Aktion für uns", sagt sie.

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