Am Freitagabend treffen sich wieder die Biker zur Gruppenfahrt an der Kluse.

Als Verbund dürfen sie auf der Straße radeln: Die Fahrradgruppe trifft sich am Freitag wieder an der Kluse.
Als Verbund dürfen sie auf der Straße radeln: Die Fahrradgruppe trifft sich am Freitag wieder an der Kluse.

Als Verbund dürfen sie auf der Straße radeln: Die Fahrradgruppe trifft sich am Freitag wieder an der Kluse.

Uwe Schinkel

Als Verbund dürfen sie auf der Straße radeln: Die Fahrradgruppe trifft sich am Freitag wieder an der Kluse.

Elberfeld. Denkt man an Sport in Wuppertal, so kommt einem Fahrradfahren vermutlich nicht als Erstes in den Sinn. Für die seit Mai bestehende Wuppertaler „Critical Mass“-Bewegung spielt das allerdings keine Rolle: Ein Mal im Monat treffen sich Fahrradbegeisterte freitagabends vor dem CinemaxX an der Kluse und fahren für zwei bis drei Stunden auf ihren Rädern durch Wuppertal. Dabei geht es in erster Linie um das gemeinsame Radeln, aber es soll auch gezeigt werden, dass Fahrradfahrer Verkehrsteilnehmer sind wie Autofahrer und dass ein besserer Ausbau der Fahrradwege nötig ist.

Spaß in der Gruppe: Kein Verein und keine feste Struktur

Die Idee von „Critical Mass“ fand 1992 in San Francisco ihren Ursprung: Gemeinsam mit dem Rad auf den Straßen unterwegs zu sein, war einer der Grundgedanken. Im Gegensatz zu vielen anderen Veranstaltungen hat Critical Mass aber keine Organisatoren, ist kein Verein und keine Demonstration. Termine und Treffpunkt werden im Voraus entschieden, die Strecke am jeweiligen Abend. „Mir geht’s in erster Linie um das gemeinsame Fahrradfahren“, sagt der 16-jährige Felix auf Velbert. „Mit anderen macht’s mehr Spaß.“

Bunt gemischt ist das Grüppchen aus Jugendlichen und Erwachsenen, aus Schülern, Studenten und Berufstätigen. Alter und Profession zählen beim Radfahren nicht. Auch die Fitness ist egal, denn man wartet aufeinander: „Im Sommer waren wir mal 33 Leute“, sagt Teilnehmer Achim aus Wuppertal. „Das ist dann schon was ganz anderes, weil man wirklich als Verband wahrgenommen wird.“

Für die „Critical Mass“-Radler in Deutschland ist die 16 eine magische Zahl, denn laut Straßennverkehrsordnung dürfen Fahrradgruppen ab 16 Teilnehmern im Verband auf der Straße fahren. Für viele der Radler geht es vor allem um das gemeinsame Fahren. Dass damit gleich noch auf das Problem des ihrer Ansicht nach unzureichenden Ausbaus der Radwegnetze aufmerksam gemacht werden kann, sei ein zusätzlicher Pluspunkt.

„Mir geht’s in erster Linie um das Fahrradfahren – mit anderen gemeinsam macht’s mehr Spaß.“

„Critical-Mass“-Teilnehmer Felix (16)

Beim letzten Treffen der Wuppertaler Radler ging es auf der Bundesallee in Richtung Alter Markt und anschließend auf die Nordbahntrasse. Was die Teilnehmer schätzen: Als Gruppe nehme man Rücksicht aufeinander und fahre in einem gemütlichen Tempo.

Gestartet wird natürlich auch als Gruppe: Beim Losfahren sperrt einer der Teilnehmer mit seinem Rad die Fahrspur ab, damit alle sicher starten können. Die mit Lichterketten geschmückten Räder und Radler sind weithin sicht- und hörbar: Immer wieder wird während der Tour launig geklingelt – einer fängt an, und der Rest fällt mit ein.

Gehört immer dazu: Die „Ehrenrunde“ im Kreisverkehr

Es sei erstaunlich, wie geduldig Autofahrer dem Verband hinterherzuckelten, haben Teilnehmer beobachtet. Besonders bei den „Ehrenrunden“ der Gruppe im Kreisverkehr dürfte sich so mancher Autofahrer darüber wundern, dass die Radler zwei, sogar drei Runden drehen, bevor sie den Kreis verlassen. Das gehöre zu jeder Critical Mass Fahrt, wie die begeisterten Drahteselfahrer erzählen. Ein Mal, so berichten sie, seien sie im Kreisverkehr am Hofkamp in eine Hochzeitsgesellschaft geraten. Da habe die Limousine des Brautpaares unter fröhlichem Hupen und Klingeln mit ihnen zwei Runden durch den Kreisverkehr gedreht – eine ganz besondere Erinnerungen der Wuppertaler Bewegung.

Das Ende einer jeden Tour klingt dann meist gemütlich in einem Café oder einer Kneipe aus – natürlich ebenfalls gemeinsam.

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