Die Kunstgießerei Kayser in Düsseldorf erneuert die gestohlenen Holme an der bronzenen Schubkarre des Elberfelder Wahrzeichens.

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Junge, komm bald wieder: Ende August verschwindet der Zuckerfritz vom Elberfelder Neumarkt. In der Kunstgießerei Kayser werden die beiden fehlenden Holme der Schubkarre (rechts unten) anmontiert. Die Rückkehr in die City ist noch nicht terminiert.

Junge, komm bald wieder: Ende August verschwindet der Zuckerfritz vom Elberfelder Neumarkt. In der Kunstgießerei Kayser werden die beiden fehlenden Holme der Schubkarre (rechts unten) anmontiert. Die Rückkehr in die City ist noch nicht terminiert.

Andreas Fischer

Junge, komm bald wieder: Ende August verschwindet der Zuckerfritz vom Elberfelder Neumarkt. In der Kunstgießerei Kayser werden die beiden fehlenden Holme der Schubkarre (rechts unten) anmontiert. Die Rückkehr in die City ist noch nicht terminiert.

Wuppertal. Es ist ein Abschied auf Zeit, aber er ist überfällig. Seit gut einem Jahr steht ein unvollständiger Zuckerfritz auf dem Neumarkt in Elberfeld. Aufmerksame Passanten sehen es sofort: Die Holme der Schubkarre, mit der das Elberfelder Original (1830-1906) einst Botengänge erledigt und Kinder kutschiert haben soll, sind weg. Abgetreten von unbekannten Bronzedieben.

Der erste Holm verschwand irgendwann vor eineinhalb Jahren. Etwa sechs Monate später war auch Nummer zwei weg. Die Bezirksvertretung Elberfeld ergriff beherzt Partei für den bronzenen Mann mit der Mütze, forderte Geld für die Reparatur.

In der Werkstatt wurde schon Ritter Arnold restauriert

Die Monate gingen ins Land. Jetzt ist es soweit. Wie Thorsten Wagner vom Gebäudemanagement bestätigt, marschiert der Zuckerfritz aller Wahrscheinlichkeit nach Ende August in die Werkstatt. Wer sich jetzt Sorge um die von der Künstlerin Ulle Hees gestaltete Figur macht, darf beruhigt sein. Der Zuckerfritz kommt in gute und vor allem erfahrene Hände.

Die renommierte Düsseldorfer Kunstgießerei Rolf Kayser hat den Auftrag übernommen. Die Spezialfirma arbeitet unter anderem für den Wuppertaler Künstler Tony Cragg und hat das bronzene Standbild des Ritters Arnold restauriert (die WZ berichtete), der vom Elberfelder Verwaltungshaus den Neumarkt überwacht.

"Wir hoffen schon, dass der Zuckerfritz bis Ende dieses Jahres wieder da ist."

Thorsten Wagner, Gebäudemanagement

Ursprünglich war übrigens eine ambulante Reparatur des Zuckerfritz’ geplant. Schon in der Nacht, in der Ritter Arnold aufgestellt wurde, wollten die Experten umgehend Hand anlegen. Jetzt wird aber doch in der Werkstatt repariert. Die Holme an der Schubkarre sollen mit einer Edelstahl-Konstruktion vor rabiaten Dieben geschützt, der Stahl mit Bronze ummantelt werden. Das ganze soll das Prädikat "unkaputtbar" erhalten. Wie lang das dauert, ist derzeit allerdings nicht abzusehen. Thorsten Wagner: "Wir hoffen schon, dass der Zuckerfritz bis Ende dieses Jahres wieder da ist."

Die Kosten für die Zuckerfritz-Reparatur sind offen

Der Zuckerfritz hieß eigentlich Fritz Pothen, lebte von 1830 bis 1906 und war regelmäßig mit seiner Schubkarre am Elberfelder Bahnhof unterwegs. Seinen Spitznamen erhielt er, weil er Zuckerstückchen und Süßigkeiten über alles liebte.

Was die Zuckerfritz-Reparatur kostet, ist offen. Ein vierstelliger Betrag dürfte sicher sein. Zum Vergleich: Der Ritter Arnold hat mehr als 200000 Euro gekostet. In einer großen Sponsoren-Aktion sammelte Hans-Joachim Camphausen das Geld für den Ritter. Im Fall Zuckerfritz muss die Stadt die Reparatur bezahlen.

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