Mit großer Spannung erwartet der Zoo die Geburt der beiden Elefanten – jeden Moment kann es soweit sein.

Zoo Wuppertal, schwangere Elefantenk�he ...
Nicht nur menschlicher, sondern auch tierischer Nachwuchs wird mittlerweile mit Ultraschall untersucht.

Nicht nur menschlicher, sondern auch tierischer Nachwuchs wird mittlerweile mit Ultraschall untersucht.

Andreas Fischer

Nicht nur menschlicher, sondern auch tierischer Nachwuchs wird mittlerweile mit Ultraschall untersucht.

Wuppertal. Oliver Schiefelbuschs Nächte sind unruhig geworden. So unruhig wie die Nächte eines werdenden Vaters eben sind. „Das ist jetzt allerdings meine fünfte Geburt. Da wird man schon etwas gelassener“, sagt Schiefelbusch. Dabei handelt es sich bei „seinem“ Nachwuchs gar nicht um ein menschliches Baby. Schiefelbusch ist Tierpfleger im Elefantenhaus des Wuppertaler Zoos und blickt – genau wie die anderen vier Pfleger des Teams – den Geburten bei den Elefantenkühen Punda und Sabie mit täglich wachsender Spannung entgegen.

Ruhige Nächte sind im Elefantenhaus Mangelware

Seit Ende November schon verbringen die Pfleger abwechselnd die Nächte auf einem kleinen blauen Feldbett mitten im Elefantenhaus. Und dort ist es nachts eben alles andere als leise. „Die Elefanten schlafen immer nur ein bis zwei Stunden am Stück“, sagt Schiefelbusch. Dann hätten sie wieder Hunger oder Durst und würden mitten in der Nacht anfangen zu spielen. Doch es ist wichtig, dass sich die sensiblen Tier auch nachts an die Anwesenheit der Pfleger gewöhnen, damit sie bei der Geburt, die meist nachts geschieht, nicht unter Stress stehen.

„Ich habe Vatergefühle.“

Oliver Schiefelbusch, Tierpfleger im Elefantenhaus.

„Jetzt könnte es eigentlich jeden Tag losgehen“, berichtet Zootierarzt Dr. Arne Lawrenz. 656 beziehungsweise 652 Tage sind Sabie und Punda nun tragend. In der Regel dauert die Tragzeit bei Elefantenkühen 635 bis 655 Tage, fast zwei Jahre. „Die beiden liegen also im Durchschnitt,“ erklärt Lawrenz. Eine Abweichung von einigen Wochen sei aber durchaus noch normal.

Beim Ultraschall ist Sabie völlig entspannt

Im Elefantenstall wird es derweil unruhig. Die Tierpfleger bereiten den Ultraschall bei Sabie vor, die nebenan mit ihrer Tochter Tika wartet.

Routiniert lässt sie schließlich die tägliche Untersuchungsprozedur über sich ergehen. Sie kaut gelangweilt auf ein paar Grashalmen, während Lawrenz ihren Bauch mit dem Ultraschall-Gel einreibt. „Ganz können wir den Elefanten-Embryo inzwischen nicht mehr sehen“, erklärt er. Den täglichen Ultraschall mache man vor allem, um zu überprüfen, ob sich der Elefant noch bewege. Dazu komme ein täglicher Bluttest, der den Hormonstatus der beiden werdenden Mütter bestimmt. Der Test fällt den trächtigen Kühen, die sich zum Blutabnehmen hinlegen müssen, allerdings in den letzten Tagen immer schwerer. „Die beiden sind schon etwas träger geworden“, sagt Lawrenz. Wann genau es jetzt aber losgeht, kann niemand so genau vorhersagen. „Wenn ich das wüsste, wäre ich wohl schon reich“, sagt der Tierarzt schmunzelnd.

Elefanten werden mit den Füßen zuerst geboren. Warum das so ist, wissen die Forscher noch nicht. Es wird vermutet, dass der Rüssel bei der Geburt Komplikationen bringen könnte. „Eine Geburt mit dem Kopf zuerst wird meist eine Schwerstgeburt“, sagt Lawrenz.

Die Geburt der Dickhäuter geschieht meist – so wie in der Wildnis – nachts. Dadurch fühlen sich die Tiere geschützter. Bei Stress können sie die Geburt auch zurückhalten.

Auch die Elefantendamen wirken noch relativ gelassen und genießen derweil zum Abendessen eine besondere Delikatesse. Neben Karotten und Äpfeln stehen heute Weihnachtsbäume auf dem Speiseplan.

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