Wuppertal-Besuchern wird bald mehr geboten. Das verspricht Chef-Vermarkter Matthias Haschke. Herausragend sollen Stadtrundfahrten im Oldtimer-Bus werden.

wza_1125x1500_463200.jpeg
Bald regulär auf Stadtrundfahrt: Der Wagen 1209 von Mercedes-Benz (Typ O 305, Baujahr 1985) als Vertreter jener Busse, die in den 1970er und 80er Jahren in Wuppertal unterwegs waren.

Bald regulär auf Stadtrundfahrt: Der Wagen 1209 von Mercedes-Benz (Typ O 305, Baujahr 1985) als Vertreter jener Busse, die in den 1970er und 80er Jahren in Wuppertal unterwegs waren.

Verkehrshistorische Arbeitsgemeinschaft der WSW

Bald regulär auf Stadtrundfahrt: Der Wagen 1209 von Mercedes-Benz (Typ O 305, Baujahr 1985) als Vertreter jener Busse, die in den 1970er und 80er Jahren in Wuppertal unterwegs waren.

Wuppertal. Dem Bergischen Ring und der Verkehrshistorischen Arbeitsgemeinschaft der Stadtwerke hat es Wuppertal zu verdanken, dass regelmäßig Themen- und Stadtrundfahrten in historischen Fahrzeugen angeboten werden.

Dabei handelt es sich aber im wahrsten Sinn des Wortes um Sonderfahrten mit Voranmeldung, die überwiegend von Wuppertalern gebucht werden. Touristen sind da eher selten auszumachen. Die bewegen sich - wenn sie überhaupt den Weg an die Wupper finden - allenfalls mit der Schwebebahn oder im Zoo. Bald schon soll sich das radikal ändern. Dann wird es auch im Tal Stadtrundfahrten nach Fahrplan mit festen Abfahrzeiten und Haltestellen geben. Der Clou aber ist: Es werden keine beliebigen Busse unterwegs sein, sondern Oldtimer der Verkehrshistorischen Arbeitsgemeinschaft.

"Das gibt es so in keiner anderen Stadt", ist sich Matthias Haschke, Geschäftsführer von Wuppertal Marketing, sicher. Zurzeit wird noch am Fahrplan gefeilt. Fest steht aber schon der Termin für die Jungfernfahrt: Samstag, 4.April.

Motor des Engagements ist nicht zuletzt die große und europaweit einzigartige Monet-Ausstellung, die am 10.Oktober im Von der Heydt-Museum eröffnet wird. Spätestens dann gerät Wuppertal nicht nur bei Kunst-Freunden weit über die Landesgrenzen hinaus ins Blickfeld. Und wenn Hunderttausende ins Bergische ziehen, müssen sie auch eine entsprechende touristische Infrastruktur vorfinden. Zumindest will der neue Marketing-Chef verhindern, dass Wuppertal-Besucher vergeblich nach Rundum-Wohlfühl-Paketen Ausschau halten, mit denen sie nicht nur Kunst erleben, sondern auch in Konzert und den Zoo gehen können (siehe Kasten).

Zwei schicke Mercedes-Busse stehen als Hingucker bereit

Die Oldtimer-Busfahrten sind da ein wesentlicher Baustein, weshalb die Haupt-Haltestelle der Oldtimer-Busse auch am Wall sein wird - in unmittelbarer Nähe zum Von der Heydt-Museum. Zum Einsatz kommen zwei historische Mercedes-Busse der Arbeitsgemeinschaft. Sie stammen aus Wuppertal und Solingen und sind markante Vertreter jener Fahrzeug-Generation, die in den 1970er und 1980er Jahren im Stadtgebiet unterwegs war. Beide Busse verfügen über Durchsage-Anlagen - und brauchen allerdings noch eine Sondergenehmigung für die Umweltzonen.

Der Leiter des Von der Heydt-Museums, Gerhard Finckh, ist sich sicher, dass die Renoir-Ausstellung einige tausend Besucher mehr gefunden hätte, wären auswärtige Gäste professioneller empfangen worden - mit Pauschalpaketen, die die Übernachtung ebenso einschließen wie Eintrittstickets, Konzertbesuch und den obligatorischen Zoobesuch. Mangelnde Professionalität will sich Marketing-Chef Matthias Haschke bei der Monet-Ausstellung nicht vorwerfen lassen. Deshalb knüpft Haschke Netzwerke zwischen Veranstaltern, Hoteliers und Gastronomen (bisher nach seinen Angaben noch unzureichend vorhanden), deshalb hat er Gesprächskreise mit Betreibern eingeführt und deshalb gibt es schon jetzt eine neue Dachmarke, die sich KulTour nennt.

Über den Internet-Auftritt der Stadt können sich potenzielle Gäste aus aller Welt ihre ganz persönliche Wuppertal- Kultur-Tour zusammenstellen. Haschke und sein Team setzen nicht auf fest geschnürte Pakete, sondern auf Wahlmöglichkeiten. Auf der Seite werden touristische (vor allem kulturelle) Angebote gemacht, die dann vom Nutzer nach vorheriger Anmeldung in einem Warenkorb gesammelt und gebucht werden können.

In der Praxis steckt www.wuppertal-kultour.de noch erkennbar in den Kinderschuhen. Wer sich durch das Angebot klickt, stößt zunächst auf den Rechtschreibfehler "Hightlights". In der Kalenderübersicht werden zahlreiche Veranstaltungen angepriesen, die bei näherer Betrachtung mit dem Hinweis versehen sind "Dieser Termin ist leider nicht mehr online buchbar".

Eine Hauptzielgruppe von Wuppertal Marketing sieht Haschke in den Niederlanden. "Für Holländer sind das hier die ersten Berge in ihrer Nachbarschaft." Auf der Tourismusbörse in Utrecht werden Flyer verteilt und die Niederländer nach Wuppertal eingeladen - ausgerechnet, um sich Niederländer anzusehen, nämlich bei der Ausstellung im Von der Heydt-Museum "Niederländische Kunst im 16. und 17. Jahrhundert (21.6-23.8). (luk/thö)

Leserkommentare


() Registrierte Nutzer