Manfred Wetzler war einer der drei Musketiere der Wuppertaler Wicküler Brauerei.

Wuppertal. Musketiere stehen für Mut und Freundschaft. Die WZ sprach mit einem, der die Geschichte kennen muss: "Wenn wir irgendwo reinkamen - so in voller Montur - haben wir schon Aufsehen erregt", erinnert sich Manfred Wetzler, der zusammen mit Max Schellenbeck und Gustav Pedig sieben Jahre lang als Musketier im stilechten Kostüm mit Hut und Degen für die Wicküler Brauerei unterwegs war. "Die Idee, die Musketiere als Wahrzeichen zu nehmen, hatte der Brauerei-Direktor Henri Reichert Anfang der Sechziger", erinnert Wetzler, der 1935 in Wuppertal geboren wurde und heute in Haßlinghausen lebt.

Beim heutigen Treffen, über 30 Jahre nach diesen Auftritten, trägt Wetzler eine dunkelbraune Hose und ein schwarzes Nadelstreifenhemd. Doch den Federhut und den Degen von damals hat er noch. "Ich habe das Kostüm oft verliehen", sagt er, es sei leider nicht mehr komplett. Eigentlich war er für Wicküler ja im Außendienst tätig - die Auftritte als Musketier waren lediglich eine denkwürdige Nebenbeschäftigung für den leidenschaftlichen Hobby-Musiker.

Extra komponiert: Lieder über Musketiere, Bier und Wicküler

"Schellenbeck hat extra für die Musketiere Lieder komponiert; das ging so in Richtung Schlager", sagt Wetzler. In den Liedern ging es - na klar - um die Musketiere, das Bier und die Brauerei Wicküler. Akkordeon, Gitarre und Kontrabass bildeten das Trio der Instrumente - "gesungen haben wir aber alle drei!" Beim Freitags-Stammtisch treffen sich die ehemaligen Musketiere noch heute, doch sie musizieren nicht mehr zusammen. "Ich selbst denke gern an die Zeit zurück", sagt Manfred Wetzler.

Was nicht weiter verwundert - selbst seine Frau Eicke hat Wetzler auf einer Musketier-Einsatzreise kennengelernt - beim Kegeln im Hunsrück. Zwei Töchter - Sabine und Saskia - und drei Söhne - Klaus, Guido und Marcus - haben die Wetzlers heute. "Die siebte Enkelin ist gerade unterwegs." Die Musketier-Auftritte in ganz Deutschland zwischen 1965 bis 1972 waren zudem nicht Wetzlers einziger Ausflug ins Showgeschäft. 50 Jahre lang hat er zudem für die Band Combo Internationale gespielt und kann auch heute nicht aufhören, zu musizieren: "Ich spiele noch Schlagzeug beim Shanty-Chor Haßlinghausen." Damit habe er häufiger mal bis zu drei Auftritte am Wochenende.

Auf die Frage, welche Eigenschaften man für das Musketier-Dasein braucht, antwortet Wetzler: "Ein bisschen schauspielerisches Talent liegt einem als Musiker ja im Blut." Außerdem reitet er gerne: "Wir haben zwei Pferde hinterm Haus, die heißen Wirbel und Sesam." Als Musketier musste er allerdings nie ernsthaft in den Sattel steigen. "Wir saßen einfach nur auf dem Pferd, geritten sind wir gar nicht", sagt Wetzler - und in seiner ruhigen Stimme schwingt etwas Enttäuschung mit.

Übrigens: Bei den berühmten TV-Werbespots "ihrer" Brauerei haben Schellenbeck, Pedig und Wetzler nicht mitgespielt: "Dafür hat eine Werbeagentur extra belgische Schauspieler engagiert." Doch der Slogan ging den Wuppertaler Musketieren trotzdem jahrelang über die Lippen: "Männer wie wir - Wicküler Bier!"

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