Das Nachbarschaftsheim macht mit neuen Veranstaltungen auf sich aufmerksam.

Wuppertal. Der Vorstand des Nachbarschaftsheimes Wuppertal (Naba) möchte mit einer Veranstaltungsreihe wichtige Signale setzten: "Es ist offenkundig, dass soziale Arbeit nicht genug wertgeschätzt wird", sagt Olaf Reitz, Vorstandsvorsitzender des Nachbarschaftsheimes. Nach der Kürzung der Landes-Fördermittel zum Jahreswechsel, musste zum 1. Januar 2009 das Stadtteilbüro Ostersbaum geschlossen werden.

Erst im vergangenen Dezember kündigte sich zudem die Chefin des Naba, Britta Lenders, selbst. "Diese Entwicklung möchten wir nicht unkommentiert lassen", sagt Reitz. So entstand die Idee einer kulturellen Veranstaltungsreihe, die nicht nur inhaltlich die Problematik thematisiert, sondern gleichsam durch ihre eigene Existenz zeigt, was durch soziale Arbeit im Tal möglich ist.

Die stagnierenden Zuschüsse erschweren soziale Arbeit wie die des Nachbarschaftsheimes und der Feuerwache. Es bestünde die Tendenz, "kulturelle Veranstaltungen gegen soziale Projekte auszuspielen und umgekehrt", sagt Reitz mit Blick auf Diskussionen rund um die Opern-Eröffnung. Das sei nicht Sinn der Sache, zumal beide "in einem Boot sitzen", sagt Reitz.

Die derzeitige Lage ist frustrierend für die Organisatoren und die Stadtteil-Bewohner, die von den sozialen Angeboten profitieren: "Immer hieß es, wir müssten sparen. Das haben wir dann auch getan, indem wir zum Beispiel unsere eigentliche Hauptaufgabe über neue Projekte querfinanziert haben", sagt Reitz. Seit zwölf Jahren sei der kommunale Zuschuss gleich geblieben, die Personalkosten dagegen in der Zeit um 40 Prozent gestiegen.

Auftakt der Reihe ist ein Musiktheater von und mit Kindern der Feuerwache unter der Leitung von Dörte Bald und Bettina Daug mit Musik von den Feu Wagroovers. "Die gestohlene Prinzessin" wird am 26. und 27. Januar jeweils um 16 Uhr in der alten Feuerwache gezeigt. Unter der Leitung von Burkhard Hessler haben sich die Feu Wagroovers gegründet, die für den musikalischen Teil des Stückes sorgen.

"Die Sozialpolitik der Berliner Republik" - zu diesem Thema referiert Professor Matthias Schnath der Evangelischen Fachhochschule Bochum am 30. Januar um 19 Uhr im Saal des Nachbarschaftsheims am Platz der Republik.

Am 1. Februar um 18 Uhr liest Olaf Reitz aus dem "Kommunistischen Manifest" von Marx und Engels - ebenfalls im Saal des Nachbarschaftsheims. Dabei geht es auch um den literarischen Wert der berühmten politischen Schrift.

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