Beim Künstler Martin Heuwold kommt das Jesuskind aus der Spraydose.

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Pfarrer Dr. Werner Kleine und Graffiti-Künstler Martin Heuwold mit der kleinen Vorlage zur Graffiti-Krippe.

Pfarrer Dr. Werner Kleine und Graffiti-Künstler Martin Heuwold mit der kleinen Vorlage zur Graffiti-Krippe.

Uwe Schinkel

Pfarrer Dr. Werner Kleine und Graffiti-Künstler Martin Heuwold mit der kleinen Vorlage zur Graffiti-Krippe.

Elberfeld. Aus Nacht und Nebel ist MEGX in den Schein eines berühmten Sterns getreten. Hinter dem Kürzel verbirgt sich Martin Heuwold, der vom heimlichen zum öffentlichen Graffiti-Maler wurde und nun gar einen kirchlichen Auftrag erhielt. So wird er in der Adventszeit auf dem Laurentiusplatz eine Krippe der gänzlich anderen Art gestalten.

Der Engel geriet lasziv - "ein bisschen Provokation darf sein"

"Eine schöne Sache", kommentiert Pastoralreferent Werner Kleine das Vorhaben, aber Heuwold beschwichtigt: "Ich führe es ja nur aus." Tatsächlich war es Kleine selbst, der im Austausch mit der IG Friedrich-Ebert-Straße das Projekt erdacht und verfeinert hat, während der Künstler die Details der Gestaltung lieferte. Die sieht er lediglich als Gesprächsgrundlage, denn weder ist er in biblischen Details bewandert, noch vermag er die Wünsche der Gemeinde hinreichend zu beurteilen.

So ist dann auch der Engel auf dem Entwurf ein wenig zu lasziv geraten. "Ein bisschen Provokation darf sein", sagt Kleine trotzdem. Und tatsächlich, was da im Auftrag der Katholischen Citykirche Wuppertal ab heute auf dem Laurentiusplatz entstehen wird, trägt sehr moderne Züge.

Drei Wände werden zu einem großen Dreieck gestellt, auf dem Heuwold in Etappen die Weihnachtsgeschichte ausbreitet. Am Ende des heutigen Arbeitstages werden nur die Landschaften zu sehen sein. Am 8. Dezember geht es weiter mit den heiligen drei Königen, am 21. Dezember folgen Maria, Joseph und das Jesuskind. Engel sowie Ochs und Esel haben bisher nur ungefähre Termine in der ersten und dritten Adventswoche. (Daten kurzfristig unter www.katholische-citykirche-wuppertal.de). Auch die Tageszeit lässt sich mit 11 bis 15 Uhr nur ungefähr benennen, weil das Wetter mitspielen muss.

Mit dem "Work in Progress" fühlt Kleine sich sehr wohl. Einerseits sei das modern, andererseits entspreche das Wachsen der Krippe durchaus der Vorbereitung auf Weihnachten. Außerdem soll eine alte Tradition aufgegriffen werden, bei der die Krippe mit kleinen Verweisen auf Ostern schon das Schicksal Jesu in sich trug. Video und Webcam unterstreichen den modernen Charakter. Scheinwerfer werden das Kunstwerk von innen erleuchten. Während der Aktionen stehen Mitarbeiter der Citykirche für Informationen bereit. Anmeldung zu Führungen unter Telefon 9767433.

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