Jens Kalkhorst zeigt das Stück „Hand aufs Herz – Monolog eines Hypochonders“.

Jens Kalkhorst agiert auf der Bühne mit viel Vehemenz.
Jens Kalkhorst agiert auf der Bühne mit viel Vehemenz.

Jens Kalkhorst agiert auf der Bühne mit viel Vehemenz.

privat

Jens Kalkhorst agiert auf der Bühne mit viel Vehemenz.

Wuppertal. Es zieht wieder ganz furchtbar im TalTon Theater. Von irgendwoher strömt die Luft durch den Raum. Der Nacken fängt schon gleich zu Beginn der Vorstellung damit an, an sich zu verspannen – so empfindet es zumindest Bernd (Jens Kalkhorst), der mitten aus dem Zuschauerraum auf die Suche nach dem undichten Fenster geht und auf der Bühne landet. Ein bisschen empfindlich ist Bernd, aber: „Ich bin kein Hypochonder, nein. Ich mach mir nur Sorgen.“ Er beobachtet seinen Körper, ist ja auch nicht mehr der jüngste. „Ab 40 ist jeder krank oder noch nicht ausreichend untersucht“, findet er.

Alkohol und Pizza geht gar nicht – nur Sushi, Obst und Sport

In der neuen Einmann-Komödie „Hand aufs Herz – Monolog eines Hypochonders“ philosophiert die Hauptfigur Bernd über das Leben. Rauchen, Alkohol, Kaffee – ein Unding. „Kuchen geht gar nicht und Pizza war gestern. Nur Sushi und Obst.“ Und Sport. Doch gerade der Sport ist es, über den Bernd sich aufregt. Oder vielmehr über die anderen Sportler, die die Wanderwege bevölkern und „mit ihren Stöcken den Boden durchlöchern“.

Wie bleibt man gesund? Das ist die Frage. Die erörtert Bernd ausgiebig und mit viel Text.

Kalkhorst, Darsteller und Regisseur des Stücks in einem, durchläuft während des Abends immer wieder Phasen großer Empörung und energischer Monologe, aber auch von tiefsinnigen und nachdenklichen Phasen über das Leben und die Gesellschaft. Dabei interagiert er immer wieder mit dem Publikum. Nicht nur spricht er gelegentlich einzelne Zuschauer an, sondern das gesamte Stück ist eher als Unterhaltung angelegt. Und so wandert er monologisierend auf der Bühne auf und ab. Die ist schlicht ausgestattet, mit einer Bar, zwei Tischen und Stuhl sowie einem Kerzenständer.

Feiner Humor und sarkastische Anspielungen auf die Gesundheit

Und wie bleibt man nun gesund? Vielleicht mit zweifelhaften Präparaten aus der Drogerie? „Lieber unwissenschaftlich gesund, als wissenschaftlich krank“, findet Bernd. Unterbrochen wird der Abend immer wieder von einzelnen Liedern, die Bernd über das Rauchen oder den Sport singt. Diese wirken leider eher gezwungen, da sie wenig Inhalt und Witz vermitteln. Ansonsten aber ist das Stück voller feinem Humor und sarkastischer Anspielungen auf Gesundheit, Krankheit und das Lebensende: „Wenn ich gesund sterbe, bin ich trotzdem tot.“

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