Das Rallye-Team um Holger Rübel, André Röll und Stefan Ackermann startet im Mai bei einer Benefiz-Tour nach Jordanien.

Das Rallye-Team „Wupperkamele“ mit den Autos: André Röll, Thomas Rohde, Stefan Ackermann, Friedrich Eulenbach und Holger Rübel – es fehlt der Mitstreiter aus Österreich.
Das Rallye-Team „Wupperkamele“ mit den Autos: André Röll, Thomas Rohde, Stefan Ackermann, Friedrich Eulenbach und Holger Rübel – es fehlt der Mitstreiter aus Österreich.

Das Rallye-Team „Wupperkamele“ mit den Autos: André Röll, Thomas Rohde, Stefan Ackermann, Friedrich Eulenbach und Holger Rübel – es fehlt der Mitstreiter aus Österreich.

Andreas Fischer

Das Rallye-Team „Wupperkamele“ mit den Autos: André Röll, Thomas Rohde, Stefan Ackermann, Friedrich Eulenbach und Holger Rübel – es fehlt der Mitstreiter aus Österreich.

Wuppertal. Der Weg ist das Ziel. Nie passte eine Floskel besser: Wenn die alten Schulfreunde von der Realschule Neue Friedrichstraße Holger Rübel, André Röll, Stefan Ackermann, mit drei weiteren Mitstreitern am 3. Mai von Oberstaufen Richtung Jordanien aufbrechen, erwartet sie jeden Tag ein neues, großes Abenteuer. Mit drei Mercedes-Kombis aus den 1990er Jahren starten die Wuppertaler als Team Wupperkamele bei der Allgäu-Orient-Rallye.

„Diese Rallye ist eines der letzten großen Abenteuer.“

André Röll vom Team Wupperkamele

Der grobe Fahrplan: Oberstaufen – Balkan – Istanbul – Anatolien – Nord-Zypern – Israel – Jordanien. „Die Strecke tüfteln wir gemeinsam aus“, erklärt Holger Rübel (48), der von seinem ehemaligen Schulkameraden Stefan Ackermann auf die Motorsportveranstaltung hingewiesen wurde. Bei ihrem nächsten Treffen werden die Männer, die sich seit Jahrzehnten kennen, also über Karten gebeugt einen genauen Plan erstellen – an den sie sich dann vermutlich nicht halten werden können.

GPS und Navigationsgeräte sind verboten – alles läuft per Karte

„Es kann ja alles passieren, diese Rallye ist eines der letzten großen Abenteuer“, sagt André Röll. Er war bereits in Asien allein auf weiter Flur unterwegs, hat keine Angst vor Reifenpannen oder Motorschäden. Verständigungsprobleme in den verschiedenen Ländern? Auch das sieht Röll nicht als problematisch an: „In Kamodscha habe ich mich auch mit Händen und Füßen verständigt und musste nicht hungern“, sagt er und lacht breit.

Auf Karten werden die sechs Männer in ihren drei Autos auch während der dreiwöchigen Tour zurückgreifen. „GPS und Navigationsgeräte sind nämlich verboten“, erklärt Holger Rübel, der mit seiner Firma Locador Hauptsponsor der Wupperkamele ist. Denn auch wenn die Startgebühr der Benefizrallye bei nur 222,22 Euro liegt, müssen die Teams Kosten wie für Benzin, Verpflegung oder auch den Rückflug selbst tragen.

Rückflug? „Ja, wir fliegen zurück, denn die Autos werden in Jordanien für einen guten Zweck versteigert. Da sind in den letzten Jahren immer mehrere hunderttausend Euro zusammen gekommen“, berichtet Sponsor Rübel. Mit dem Erlös haben die Rallye-Macher bislang unter anderem Kinder- und Bildungsprojekte in Jordanien gefördert. Auch wegen des karitativen Anspruchs der Rallye war der Rübel sofort Feuer und Flamme dafür.

Ein weiteres Team mit Wuppertaler Beteiligung geht bei der Allgäu-Orient-Rallye im Mai an den Start. Mit dabei ist unter anderem der Ronsdorfer Dirk Friedrichs. Unterstützt wird das Team Schneehühner von Schlagerstar Andrea Berg, die auf der Motorhaube der Autos abgebildet ist und die alle drei Wagen bereits im Januar signiert hatte. Das Team hat eine Sonderstartnummer, weil es einen VIP-Platz erhalten hatte. Auf diesen Vorzugsplatz verzichteten die Team-Mitglieder und werden nun wie die übrigen 111 Teams behandelt.

Da das Team Schneehühner viele Sponsoren gewinnen konnten, sind die Kosten für Rallye und alles drumherum bereits gedeckt, so dass die restliche Summe, mehr als 5000 Euro, während der Rallye an Kindergärten, Krankenhäuser und ähnliche Einrichtungen verteilt werden kann. Mehr Infos auf:
www.rallye-team-schneehühner.de

Seit Mitte Februar sind die Wupperkamele mit ihren beigefarbenen Autos auch bereits auf den Straßen Wuppertals unterwegs. „Wir wollen die Kombis auf ihre Alltagstauglichkeit testen“, sagt André Röll, dessen Versicherungsagentur natürlich auch als Teamsponsor auftritt. Die Wuppertaler Stadtwerke sind ebenfalls im Boot.

„Eigentlich müssten wir durch Syrien, aber das ist derzeit einfach zu unsicher.“

Holger Rübel, Mitglied und Sponsor des Teams Wupperkamele

Apropos Boot: Auch mit dem Schiff werden die Wupperkamele reisen. „Eigentlich müssten wir durch Syrien, aber das ist derzeit einfach zu unsicher“, erklärt Rübel. Deshalb sind für alle 333 Autos bereits zwei Fähren gechartert worden – nicht zum ersten Mal in der knapp zehnjährigen Geschichte der Rallye. Nicht immer aber konnte diese dann im Ziel beendet werden.

Als Hauptgewinn winkt den Rallye-Abenteurern ein Kamel

Aufgrund der politischen Situation in Syrien wurde die Rallye 2011 „ausgebremst“. Einreisewarnungen und auch die Vernunft haben eine Einreise nach Jordanien „über Land“ ausgeschlossen. Eine Umschiffung Syriens über Ägypten sei kurz vor dem Ziel an Behörden und der instabilen Lage in Ägypten gescheitert, ist auf der Internetseite der Organisatoren zu erfahren. Deshalb sollte die Rallye in dem Jahr in der Türkei beendet werden. Rübel, Röll und ihr Team wollen aber auf jeden Fall mit ihren Kombis das jordanische Amman erreichen. Im Ziel müssen sie am 24. Mai sein.

Bis dahin gibt es viele Herausforderungen zu meistern: Schotterpisten, Wüstenetappen und vor allem viele „Challenges“, die ihnen die Organisationen auf den einzelnen Etappen stellen werden. Für die Sieger gibt es jeweils Punkte. Und wer die gesamte Rallye gewinnt, dem winkt als Hauptpreis ein echtes Kamel. „Wenn ich richtig informiert bin, sind auch die Kamele bisher immer vor Ort versteigert worden“, sagt Rübel. Und auch wenn der Weg das Ziel ist, ergänzt Röll: „Gewinnen würde ich aber schon gern.“ Und das Kamel: Vielleicht habe der Wuppertaler Zoo ja noch ein Plätzchen frei.

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