Traute Diemer-Braken geht in den Ruhestand. Nach 40 Jahren endet eine Ära an der Gemeinschafts-Grundschule Hottenstein.

Schule
Traute Diemer-Braken unterrichtet seit 40 Jahren an der Grundschule Hottenstein.

Traute Diemer-Braken unterrichtet seit 40 Jahren an der Grundschule Hottenstein.

Uwe Schinkel

Traute Diemer-Braken unterrichtet seit 40 Jahren an der Grundschule Hottenstein.

Nächstebreck. Am 28. Januar wird Traute Diemer-Braken, die mehrere Nächstebrecker Schüler-Generationen unterrichtet hat, zum letzten Mal vor einer Schulklasse am Hottenstein stehen. Dann geht sie in den Ruhestand. „Ich bin nach dem Referendariat einfach hängen geblieben“, sagt die 63-Jährige schmunzelnd. Für den Lehrer-Beruf würde sie sich immer wieder entscheiden: „Ich bin Lehrerin aus Leidenschaft“.

Den Traum von der Reise durch die Welt lebte ihre Tochter

Zweimal war sie kurz davor, die Schule zu verlassen. Sie wollte an der deutschen Schule in Windhuk (Namibia) unterrichten. Doch die Liebe durchkreuzte ihre Pläne und sie blieb. Beim zweiten Versuch, den Absprung zu schaffen, schlug das Schicksal erneut zu: 1994 wurde bei ihr eine Krebserkrankung festgestellt. „Dafür hat meine Tochter Saskia, die seit sechs Jahren auch Lehrerin ist, meinen Traum gelebt und die Welt bereist“, erzählt die sympathische Fast-Pensionärin.

Erinnerung an eine Chor-Aufführung 1988

„Vor zwei Monaten hat sie mich zur Oma gemacht und wir wollen viel Zeit miteinander verbringen“, freut sich die Lehrerin auf den Ruhestand. Im vergangenen halben Jahr wurde sie in den Klassen der Grundschule nur noch in den Fächern Kunst, Sport und Religion eingesetzt – „Hauptsache nicht Mathe“, lacht sie.

„Das Hottensteiner Netzwerk mit Kirche, Bürgerverein, Sportverein und vor allem aktiven Eltern hat vieles auf dem kleinen Dienstweg ermöglicht – das ist heute undenkbar“, trauert Diemer-Braken den alten Zeiten nach und gibt Tipps für angehende Lehrer: „Es gibt so viele arme Würmchen. Macht es den Kindern in der Schule nett und akzeptiert sie als vollwertige Menschen.“ Zwar seien die Kinder früher bemühter gewesen, fehlerfrei zu arbeiten, während heute nur das schnelle Fertigwerden zählt. Doch auch heute gebe es Praktiken, die das Miteinander im Unterricht vereinfachen, „wenn man nicht aus allem einen Riesenballon macht“.

Zu einigen der mittlerweile Mitvierziger, deren Kinder sie später auch unterrichtete, hat sie noch Kontakt: „Manche klingeln bei mir an oder ich hüte mal für den Nachmittag ein Baby.“

Zu ihren schönsten Erlebnissen gehört unter anderem die Chor-Aufführung ihrer 1. Klasse im Jahr 1988. Zu Besuch war damals Schwedens Königin Sylvia. Der besondere Hintergrund: Königin Sylvias Neffe heiratete damals die ehemalige Hottenstein-Schülerin Susanne Händeler.

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