Durda Mackowiak war 14 Jahre lang Pförtnerin am Elberfelder Theater. Jetzt schloss sie ein letztes Mal die Türen ab.

Ein letztes Mal dreht Durda Mackowiak den Schlüssel um. Die Türen des Schauspielhauses werden sanierungsbedingt für einige Jahre geschlossen bleiben.
Ein letztes Mal dreht Durda Mackowiak den Schlüssel um. Die Türen des Schauspielhauses werden sanierungsbedingt für einige Jahre geschlossen bleiben.

Ein letztes Mal dreht Durda Mackowiak den Schlüssel um. Die Türen des Schauspielhauses werden sanierungsbedingt für einige Jahre geschlossen bleiben.

Andreas Fischer

Ein letztes Mal dreht Durda Mackowiak den Schlüssel um. Die Türen des Schauspielhauses werden sanierungsbedingt für einige Jahre geschlossen bleiben.

Wuppertal. Wir irren alle noch ein wenig orientierungslos durch die Gänge", beschreibt Durda Mackowiak mit tiefer, eindringlicher Stimme die Schar der Schauspieler, Musiker oder Angestellten, die den nächsten Weg zur Kantine oder zur Garderobe des Opernhauses auskundschaften. Die neue Spielstätte ist gerade frisch bezogen - einiges habe sich durch die Renovierung geändert: Im Vergleich zum Schauspielhaus sei alles viel größer, weiter, stellt sie fest. "Ich vermisse das Schauspielhaus jetzt schon sehr", sagt die ehemalige Pförtnerin mit Wehmut in der Stimme. Jüngst hat sie ein letztes Mal den Schlüssel umgedreht - die Türen des Schauspielhauses bleiben für einige Jahre verschlossen.

Es sei ihr zu Hause gewesen, sagt sie über das Theater. 14 Jahre war sie dort beschäftigt, zunächst in der Kantine, später in der Pförtnerloge. Da habe sie viele kommen und gehen sehen, "ich hab sie alle gekannt: Dietmar Bär, Karin Neuhäuser, Siegfried Maschek, Hans Richter. Als Kantinenfrau oder Pförtnerin bekommt man vieles mit, nicht nur Hausinterna". Über Mechthild Großmanns Tatort-Folgen beispielsweise wisse sie bestens Bescheid. Man hält halt ein Schwätzchen.

Anfangs sei ihre Arbeitsstätte gewöhnungsbedürftig gewesen, erinnert sie sich. Beispielsweise wenn die Schauspieler vor ihrem Kaffee sitzend wild gestikulieren und dabei Selbstgespräche führen. Oder irgendeiner sein neues Kostüm vorführen möchte und parodierend vor der Pförtnerloge Mätzchen macht. "Es sind halt Künstler", sagt sie heute wohlwollend.

Als Pförtnerin ist man auch schon mal der Kummerkasten

Schnell hat sie sich eingelebt. Nicht nur, dass ihr Mann Hans ebenfalls bei den Bühnen arbeitete. "Allein durch meine tiefe Stimme war ich schnell bekannt im Haus", sagt sie und fügt ihr lautes unnachahmlichem Lachen an. Als sie das erste Mal auf Tanz-Ikone Pina Bausch traf, sagte die nur kurz: "Diese Stimme habe ich doch schon in meinem Ensemble." Tatsächlich könnte Mackowiak als Mechthild Großmanns akustisches Double durchgehen.

Für den Pförtnerberuf sei die Stimme hervorragend geeignet - irgendwie respekteinflößend. Schließlich müsse man als Pförtnerin Durchsetzungskraft beweisen: Besonders die Männer hätten sich schnell einsichtig gezeigt, wenn sie etwas bestimmter werden musste. In den Hauptzeiten, während der Proben oder im Spielbetrieb gehe es drunter und drüber. Sie überwachte dann an der Schleuse, wer rein und wer raus durfte. Und da waren auch die Fans. Die schon mal penetrant sein konnten, wenn sie auf eine Audienz warteten, während gebeutelte Sänger und Schauspieler noch ein paar Minuten in sich gehen wollten.

Im neuen Opernhaus werden die Pförtner von der Stadt gestellt. Durda Mackowiak ist nun in der Hausverwaltung der neuen Spielstätte tätig, zusammen mit ihrem Mann Hans, der unter anderem Besuchergruppen durch das neue Opernhaus führt.

"Wir hatten jede Menge Spaß, aber nicht immer war alles lustig. Es gab viele stille, intime Momente." Als Pförtnerin sei man auch Kummerkasten. Wenn manches nicht so läuft wie es soll, sind viele zu mir gekommen und haben ihre Sorgen erzählt. "Ein Pförtner muss einen großen Magen haben, - einiges schlucken können, sonst ist man fehl am Platze."

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