Jedes Jahr aufs Neue macht der Zoo Inventur, misst seine Tiere und wiegt sie. Kein Zoobewohner kann sich da verstecken, nicht der kleinste Kolibri bleibt unentdeckt. Schließlich muss alles seine Ordnung haben.

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Im Elefantenrevier wird Maß genommen: Muttertiere kommen ebenso unter den Zollstock und auf die Waage wie der Dickhäuter-Nachwuchs.

Im Elefantenrevier wird Maß genommen: Muttertiere kommen ebenso unter den Zollstock und auf die Waage wie der Dickhäuter-Nachwuchs.

Andreas Fischer

Im Elefantenrevier wird Maß genommen: Muttertiere kommen ebenso unter den Zollstock und auf die Waage wie der Dickhäuter-Nachwuchs.

Wuppertal. Wenn Inventur ist, zählen manche Betriebe Schrauben oder Lagerbestände. Andere zählen lebendige Organismen - wie der Wuppertaler Zoo. "Überraschungen erleben wir eher bei Kleintieren und unübersichtlichen Beständen wie bei Vögeln oder Fischen", erklärt Kurator André Stadler. Da gehen die Tierpfleger zum Beispiel davon aus, man habe von einer Sorte bloß zehn im Gehege - und bei der Inventur sind es dann doch drei mehr. Alltag im Wuppertaler Zoo - stets zum Jahreswechsel.

Bongi hat kräftig zugelegt im vergangenen Jahr

"Bei den Elefanten gibt es so etwas nicht." Hier gehören ein Bulle, vier Kühe und vier Babys zum Bestand und zur amtlichen Zählung treten Bongi (3 Jahre) und ihre Mutter Punda (16 Jahre) souverän und lässig an. Ohne mit der Wimper zu zucken, folgt das Elefantenmädchen Revierleiter Philippe von Gilsa, stellt sich auf die himmelblaue Waage und sorgt mit einer Gewichtszunahme von sagenhaften 108 Kilo gegenüber dem Vorjahr auf jetzt 928 Kilo für glückliche Gesichter.

"Das ist ein stolzes Gewicht. Sie entwickelt sich prächtig", kommentiert Zoologe Stadler. Mutter Punda wird derweil vermessen, wozu Tierpfleger Oliver Schiefelbusch behände auf ihren Rücken klettert, um den von Kollegin Vanessa Hagedorn gehaltenen Zollstock ablesen zu können. Mit 2,31 Metern bei einem Gewicht von 2320 Kilo (was ein Plus von 24 Kilo im Vergleich zum Vorjahr ausmacht) ist auch bei der Elefantendame alles im Lot.

40 Mitarbeiter analysieren den Bestand akribisch

Dass sich in ihrem Gehege neue Löwen tummeln - zwei Jungtiere, drei weibliche und vier männliche Exemplare - weiß André Stadler auswendig. Auch die Zahl der Wildmeerschweinchen (18 Stück) hat er im Kopf. Wesentlich aufwändiger ist es, den Bestand der Vögel zu bestimmen. Dass fünf Gelbbrust-Aras umherschwirren, kann Tierpflegerin Silvia Cyres noch wie aus der Pistole geschossen beantworten. "Der jüngste Zugang ist Urmel. Er ist im Sommer geschlüpft."

Was aber in der Freiflughalle in Sachen Kolibri & Co. unterwegs ist, "dafür muss man sich schon Zeit nehmen", erklärt André Stadler. In diesem Areal gibt es natürlich Bäume und Grünzeug, in dem die Tiere sich artgerecht zurückziehen - und damit vor dem zählenden Auge der registrierenden Helfer verstecken. Eine Woche dauert es insgesamt, die etwa 5000 Tiere in ihren 500 Arten im laufenden Protokoll abzugleichen.

Nächstes Highlight im zoologischen Garten Wuppertal ist die Einweihung der neuen Königspinguinanlage.

40 Mitarbeiter sind damit beschäftigt, den Bestand akribisch zu analysieren. Der jüngste Bewohner an der Hubertusallee ist ein gerade geschlüpftes Zwergwachtelhuhn, die ältesten Bewohner sind zwei Kaimane von 50 Jahren und das älteste Säugetier ein Schimpanse (37 Jahre).

Wie viele Witwenenten sich zusammen mit Radjah-Gänsen, Zwergsägern, Plüschkopfenenten und gar nicht zum Zoobestand gehörenden gewöhnlichen Tauben gerade den Teich teilen, das ergibt sich bei der in den kommenden Tagen erwarteten amtlichen Auszählung.

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