Der Wuppertaler Thomas Wamser will Deutschlands größten Freizeitpark bauen – und sich so einen Kindheitswunsch erfüllen.

Wuppertal. "Noch 1050 Tage, 11 Stunden, 46 Minuten und 17 Sekunden." Der Countdown tickt. Die Öffnungszeiten und Preise stehen fest, auch für Gruppen und Jahreskarten. Sogar die Höhe der Parkgebühren können Freizeitpark-Fans schon jetzt im Internet nachlesen. 2012 soll der größte Freizeitpark Deutschlands auf dem Flughafengelände Elmpt bei Viersen eröffnen. Der Mann, der dieses Mammutprojekt durchführen will, heißt Thomas Wamser - und ist Wuppertaler.

30 Seiten Konzept sollen Investoren überzeugen

Der 37-Jährige ist diplomierter Elektrotechniker und sieht sich als technischen Verantwortlichen des neuen Parks. Erfahrungen in diesem Metier hat er bisher nicht - aber Mut: "Wenn man seine Träume nicht in Angriff nimmt, kann man sie auch nicht erfüllen." Auch für seine zwei Söhne will er das Projekt unbedingt umsetzen: "Für die wäre es der tollste Spielplatz überhaupt", sagt der Familienvater.

Seine Söhne und die fürs Eröffnungsjahr angestrebten 500.000 Besucher sollen durch ein besonderes Konzept in das - vorerst "Thomas Gate Park" getaufte - neue Ausflugsziel gelockt werden: Neun unterschiedliche Themenbereiche sollen getrennt voneinander entstehen. Durch große Tore ("Gates") können sich die Besuchen dann vom Dinosaurierbereich in das Wüstenland oder vom Oceanpark ins Kinderland "teleportieren". Das Kinderland soll der Zentrale Bereich des Parks werden und liegt Thomas Wamser besonders am Herzen. Bei zahlreichen Besuchen anderer Freizeitparks hat er das Angebot für die ganz Kleinen als Schwachpunkt ausgemacht: "Meine Söhne sind zehn und elf Jahre alt. In diesem Alter macht ein Abenteuerspielplatz viel mehr Spaß, als riesige Achterbahnen."

Fahrgeschäfte sollen im "Thomas Gate Park" aber trotzdem nicht zu kurz kommen. In jedem der Themenbereiche soll neben mehreren Karussells und einem Gastronomiebetrieb auch mindestens eine große Hauptattraktion errichtet werden. Insgesamt sind so elf Achterbahnen und vier Wildwasserbahnen geplant.

Bis zur Eröffnung des Parks ist es trotz des fertigen Konzeptes noch ein weiter Weg, noch gibt es einige Probleme: Das Areal, auf dem der Park entstehen soll, wird momentan vom englischen Militär genutzt. Offiziell haben die Streitkräfte erst für 2014 ihren Abzug vom Flughafengelände Elmpt bei Viersen angekündigt. Noch starten hier täglich Tornados zu Übungsflügen.

Thomas Wamser rechnet mit gut 200 Arbeitsplätzen, die im Freizeitpark entstehen könnten

Zusätzlich könnten noch Kooperationen Arbeitsplätze schaffen. Derzeit führt Wamser Gespräche mit einem Investor, der plant, einen Golfplatz neben dem Freizeitpark zu errichten. Auch mit einer Hotelkette wird verhandelt.

Auch die Finanzkrise bereitet dem Wuppertaler mit den großen Plänen Kopfschmerzen: Der Bau der Freizeitparks soll in der Eröffnungsausstattung schon 100 Millionen Euro kosten. Insgesamt sieht das fast 30 Seiten starke Konzept für die ersten fünf Jahre sogar eine Investition von 225 Millionen Euro vor. "Einige Investoren haben uns gebeten, das Projekt vorerst einzufrieren. Bei der momentanen Wirtschaftslage warten viele Firmen lieber ab", sagt Wamser.

"Für meine Söhne wäre es der tollste Spielplatz überhaupt."

Thomas Wamser über seine Motivation für das Park-Projekt.

Hinzu kommt, dass die Verantwortlichen aus der Politik von Wamsers Projekt erst durch die WZ erfuhren. Da die Planungshoheit für die zukünftige Nutzung des Geländes aber bei der Gemeinde liegt, wären sie erster Ansprechpartner. Bürgermeister Herbert Winzen: "Das ist bisher eine Schnapsidee eines Einzelnen. Ich bekomme jede Woche zwei Nutzungsvorschläge auf den Schreibtisch. Von der Formel Eins-Strecke bis zum Tomatenanbau war da schon alles dabei."

Die Eröffnung im Jahr 2012 ist so wohl nicht realisierbar. Thomas Wamser bleibt trotzdem zuversichtlich sich seinen Kindheitstraum erfüllen zu können: "Ich will meinen Traum leben."

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