Der Wuppertaler Fightclub ist mit von der Partie, wenn am 29. August während der „Nacht der Löwen“ bekannte aber auch illustre Kämpfer im Ring gegeneinander antreten.

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René Weller in Jubelpose – hier nach einem siegreichen Kampf vor sechs Jahren. Im Stadion am Zoo will er noch einmal sportliche Schlagzeilen schreiben.

René Weller in Jubelpose – hier nach einem siegreichen Kampf vor sechs Jahren. Im Stadion am Zoo will er noch einmal sportliche Schlagzeilen schreiben.

dpa

René Weller in Jubelpose – hier nach einem siegreichen Kampf vor sechs Jahren. Im Stadion am Zoo will er noch einmal sportliche Schlagzeilen schreiben.

Wuppertal. Die Miete für das Stadion am Zoo ist schon überwiesen: Der "Nacht der Löwen", sprich dem großen Box- und Kickbox-Spektakel vor der Haupttribüne am 29. August, steht damit nichts mehr im Wege. Wuppertal erwartet damit ein Box-Ereignis, von dem sich die Veranstalter einiges versprechen.

Mehr als 50 Jahre ist es her, dass im Zoo-Stadion die Fäuste flogen, und nun melden sich die schlag- und trittfertigen Herren mit einem wahren Kracher zurück. Unter der Regie von Veranstalter Stefan Vollmerhausen treffen die beiden kampferprobten Recken Werner Kreiskott und Cagri Ermis - die sich wegen verschiedener Delikte zum Ende des Jahres vor Gericht zu verantworten haben - auf zwei Gegner, die ihr Durchsetzungsvermögen on den K1-Arenen dieser Welt bewiesen haben.

Auch Cagri Ermis und Werner Kreiskott haben starke Gegner

Auf Cagri Ermis, den Mittelgewichtsweltmeister nach IKBO-Version im Thai-Boxen, wartet Dennis Schneidmiller, der in Holland unter Vertrag steht und dessen kämpferische Qualitäten auch in diversen Internet-Videos zu bewundern sind. "German Wunderkind" ist dagegen der Kampfname von Kreiskotts Gegner James Phillips aus Mannheim, der den schwergewichtigen Wuppertaler, ebenfalls Weltmeister nach IKBO-Version, in ernste Schwierigkeiten bringen könnte.

Für den grellsten Farbtupfer in der zehn Kämpfe umfassenden Palette sorgt jedoch einer, der selbst unter "bunten Vögeln" noch als seltener Exot gilt: René Weller, der in den 80er Jahren Profi-Europameister im Leichtgewicht der Boxer war. Gern ließ er sich in seiner Glanzzeit als der "schöne René" bezeichnen, was zwischenzeitlich allerdings vom Zahn der Zeit ein wenig relativiert wurde.

Weller war in den 90ern wegen Kokainhandel und Hehlerei zu sieben Jahren Haft verurteilt, aber nach zweieinhalb Jahren wegen guter Führung entlassen worden. In Sendungen wie "Big Brother" oder "Dschungel-Camp" hielt der gelernte Goldschmied sich anschließend ebenso im Gespräch wie durch eine (abgewiesene) Klage gegen Günter Jauch, der über ihn gesagt hatte: "Der sitzt doch dauernd im Knast." Zudem verfügt über eine eigene Internetseite. Und trotz seiner zwischenzeitlich 55 Jahre steigt der einstige Filigran-Techniker immer noch gern in den Ring und soll im Zoo-Stadion gegen den früheren Kickbox-Weltmeister Ilhami Özden (Wuppertal) boxen.

Weller ist in der Region immer noch oft unterwegs. Im Düsseldorfer Burg-Wächter-Castello war er während der jüngsten Boxkämpfe Gast am Ring, sah sich unter anderem Felix Sturm an.

Damit ist die Lise der Kämpfer jedoch noch nicht komplett. Unter anderem werden auch Marcel Gottschalk (Fight-Club Wuppertal) gegen den Albaner Liridon Nemhisi sowie Özkan Köse gegen Baker Barakat kämpfen. Und damit die zahlreichen Wuppertaler Box-Fans die Form ihrer Lokal-Matadoren überprüfen können, ist von Mittwoch, dem 26. bis zum Freitag, dem 28.August öffentliches Training in der "Rathaus-Galerie" angesetzt.

Bedenken, dass die "Nacht der Löwen" dem Wuppertaler Regen zum Opfer und ins Wasser fallen könnte, bestehen nicht: "Der Ring ist überdacht, und die Zuschauer sitzen auf der Tribüne sowieso im Trockenen", versichert Schwergewichtler Werner Kreiskott. Er hofft nun vor allem auf eines: auf viele Fans.

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