Fluggerät verstreut Kalk über die Wälder. Technischer Defekt lässt die Arbeiten vorerst enden.

Fluggerät verstreut Kalk über die Wälder. Technischer Defekt lässt die Arbeiten vorerst enden.
Revierförster Martin Kiefer begab sich in die Luft und überwachte die Kalkung.

Revierförster Martin Kiefer begab sich in die Luft und überwachte die Kalkung.

Anna Schwartz

Revierförster Martin Kiefer begab sich in die Luft und überwachte die Kalkung.

Wuppertal. In den gestrigen frühen Morgenstunden erhob sich ein Helikopter über dem Ehrenberg, knatterte über Barmer Wald, über das Gelände des Murmelbachs, den Kothener und den Mirker Hain. 320 Hektar davon 250 Hektar städtischer und 70 Hektar Privatwald, überflog Revierförster Martin Kiefer zusammen mit dem Hubschrauber-Piloten. Von oben wurde das Gelände gesichtet, das „gekalkt“ werden sollte, um der Übersäuerung des Bodens entgegenzuwirken.

Doch um 10 Uhr blieben die Rotorblätter in ihrer Ausgangsposition und der Hubschrauber auf dem Landeplatz oben auf dem Langerfelder Ehrenberg: Der Grund: kein Öldruck, deshalb kein Flug. Die Ausbringung von 960 Tonnen Kalk musste zunächst warten, bis das erforderliche Ersatzteil bestellt, zum Landeplatz gebracht und eingebaut werden konnte. Schon am Vortag, am Dienstag konnte der Hubschrauber wegen des dichten Nebels über dem Ehrenberg nicht starten, und die Tonnen der khaki-braunen Masse, die aus kohlensaurem Magnesiumkalk („Das ist im Grunde gemahlener Stein“, erklärte der zuständige Förster) besteht, mussten am Boden bleiben.

„Auf einen Tag mehr oder weniger kommt es auch nicht an“, gab sich Revierförster Martin Kiefer gelassen und erklärte den Zweck der Aktion. „In der 70er und 80er Jahren des vorigen Jahrhunderts haben die Schornsteine der Fabrikanlagen in Nordrhein-Westfalen viel Schwefel heraus gepustet, und der wurde mit dem sauren Regen auch in die Waldböden geschwemmt, was natürlich für den Baum- und Sträucherbestand äußerst schädlich war.“

„Der Regen wäscht das ab und spült es so in die Erde.“

Martin Kiefer, Förster

Um dem Boden bei der Erholung zu helfen, wird alle zehn Jahre die Kalkungsaktion, diesmal sogar GPS-gesteuert, gestartet. „Zehn Jahre etwa hält die Wirkung so einer Aktion an“, weiß Kiefer.

Die Kalkung geht so vonstatten, dass ein voluminöser Trichter mit einer Tonne Kalk mit Ketten unter den Kufen des Hubschraubers befestigt wird, unter dem sich ein rotierender Streuteller befindet, der dafür sorgt, dass sich der Magnesiumkalk auf die gefährdeten Flächen verteilt.

„Dass da das meiste im jetzt noch reichlich an den Bäumen befindliche Laub hängen bleibt, macht gar nichts“, so Kiefer. „Der Regen wäscht das ab und spült es so in die Erde.“ Drei Tonnen Kalk kommen auf einen Hektar, wobei der Hubschrauber lediglich eine Tonne pro Flug transportieren und verteilen kann. Da ist es kein Wunder, dass rund eine Woche Flug- und Streuzeit prognostiziert wird, ehe die angepeilte Waldfläche für die nächsten zehn Jahre versorgt ist und wieder die ersehnte „Waldesruh“ einkehrt.

Während der Aktion ist das Waldgebiet gesperrt, wie Verbotsschilder anzeigen, was jedoch die robusten Wanderer nicht von ihrem eingeplanten Waldspaziergang abhielt.

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