Eine Schreibwerkstatt des Literaturhauses Wuppertal wurde mit einem Preis im „Land der Ideen“ ausgezeichnet.

Bei der Präsentation: Ezgi, Nina und Lana (v.l.) von der Gesamtschule Barmen lesen aus dem Roman ihrer Klasse.
Bei der Präsentation: Ezgi, Nina und Lana (v.l.) von der Gesamtschule Barmen lesen aus dem Roman ihrer Klasse.

Bei der Präsentation: Ezgi, Nina und Lana (v.l.) von der Gesamtschule Barmen lesen aus dem Roman ihrer Klasse.

Gerhard Bartsch

Bei der Präsentation: Ezgi, Nina und Lana (v.l.) von der Gesamtschule Barmen lesen aus dem Roman ihrer Klasse.

Wuppertal. Alles kann man lernen. Auch das Schreiben? Auf so eine Frage gibt es nicht nur eine Antwort, aber es existiert eine Idee zu diesem Thema, die als vorbildlich gelten darf. In der Gesamtschule Barmen nahm am Donnerstag Anne Linsel, die 1. Vorsitzende des Literaturhauses, für die Idee einen Preis entgegen, der ganz Deutschland bewegt. Ausgezeichnet werden dabei im "Land der Ideen" alljährlich 365 Projekte.

Idee des Literaturhauses ist es, versierte Wuppertaler Schriftsteller an einen Tisch mit Schülern zu führen und sie gemeinsam an einem "Schulhausroman" arbeiten zu lassen. Acht Doppelstunden verbrachte etwa der Autor Hermann Schulz mit der heutigen Klasse 10a/c der Gesamtschule Barmen. Ergebnis ist der Roman "Hinter beschlagenen Scheiben".

"Die Schüler hätten am liebsten gleich im ersten Kapitel alle Personen niedergemäht", berichtet Schulz lachend. "Ich habe sie gefragt, von wem die Geschichte dann überhaupt noch handeln soll." Nun, das sind zweifellos Fallstricke, die man beachten muss, auf die man mit Kunstgriffen zu reagieren hat, um am Ende das Schreiben zu erlernen.

Vier Klassen trugen die Ergebnisse ihrer Arbeit vor, wobei die einzelnen Präsentationen bereits verrieten, was die jeweiligen Schriftstellerpaten auszeichnet. Wer also bei einem gestandenen Autor "in die Schule geht", der muss offensichtlich hinnehmen, in dessen Fußstapfen zu treten.

"Nur nicht denken, dachte ich", heißt es dann im Roman "Saskia leuchtet", an dem der Autor Michael Zeller und die 10a des St. Anna Gymnasiums gefeilt hatten. Die Arbeit mit Dialogen und die schlicht gehaltene Präsentation verrieten ebenso Zellers Handschrift.

Das Projekt "Schulhausroman", initiiert vom Literaturhaus Wuppertal, fand bereits zum zweiten Mal statt. Aus 2.000 Bewerbungen wurde es nun ausgewählt für die Bundesinitiative "Deutschland - Land der Ideen". Die 365 Preisträger, einer für jeden Tag des Jahres, werden mit einer Urkunde des Bundespräsidenten Horst Köhler bedacht.

Alle vier Romane sind im Buchhandel erhältlich. Im Bild: Der Schulhausroman "Es begann mit der Klassenfahrt" der Klasse 9b der Hauptschule Hügelstraße. Er handelt vom Besuch eines ugandischen Patenkindes in Wuppertal und ist unter der ISBN 978-3-9812319-5-3 erhältlich).

Richtig fetzig wurde es dagegen bei der 9b der Hauptschule Hügelstraße, die ihr Rüstzeug für "Es begann mit der Klassenfahrt" bei Autor Christian Oelemann gelernt und die Tanzeinlagen selbst mitgebracht hatten. Mit "Kleider machen Leute - immer noch" verfassten die 9a des Gymnasiums Bayreuther Straße und Autorin Safeta Obhodjas kesse Gedanken zum Weg ins Sexualleben.

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