Sie hat bei Wolf Erlbruch studiert und eine beliebte Bilderbuch-Figur entwickelt: Ulrike Möltgen ist begeistert von dem, was sie tut.

Am liebsten arbeitet Ulrike Möltgen am Boden, wo zunächst sehr großformatige Bilder entstehen, die später auf Buchformat schrumpfen.
Am liebsten arbeitet Ulrike Möltgen am Boden, wo zunächst sehr großformatige Bilder entstehen, die später auf Buchformat schrumpfen.

Am liebsten arbeitet Ulrike Möltgen am Boden, wo zunächst sehr großformatige Bilder entstehen, die später auf Buchformat schrumpfen.

Andreas Fischer

Am liebsten arbeitet Ulrike Möltgen am Boden, wo zunächst sehr großformatige Bilder entstehen, die später auf Buchformat schrumpfen.

Wuppertal. Der Mondbär begleitet Ulrike Möltgen schon ihre gesamte professionelle Laufbahn hindurch. Noch während ihres Kommunikationsdesign-Studiums jobbte die Elberfelderin bei Rolf Fänger, der Zeichentrickfilme, etwa für die Sendung mit der Maus, herstellte. Mit ihm gemeinsam entwickelte sie die knuddelige Figur des Mondbärs. „Wir konnten sehr gut miteinander arbeiten und haben uns immer gegenseitig inspiriert“, erzählt sie.

Die intensive inhaltliche Auseinandersetzung machte sich bezahlt: Der Mondbär wurde erst als Buch-Serie und später als Kinofilm begeistert aufgenommen. Obwohl es nach dem Tod von Rolf Fänger keine weiteren neuen Folgen mehr gibt, beschäftigt der Mondbär die Illustratorin weiterhin: „Jetzt soll ich ein Stoff-Buch in ein Papp-Buch umarbeiten.“

An der Entstehung des Kinofilms wirkte Ulrike Möltgen als Beraterin mit: „Die hatten das ziemlich Disney-mäßig gestaltet. Wir haben viele Gegenstände erst einmal eckiger und schräger gemacht und Farben ersetzt, die nicht in die Mondbärwelt passen.“

„Wenn ich an einem Buch arbeite und durch die Straßen laufe, entwickle ich eine Art Tunnelblick.“

Ulrike Möltgen, Illustratorin

Dass Zeichnen ihr Beruf werden sollte, war der 38-Jährigen von klein auf klar. „Schon in der Grundschulzeit ging meine ganze Energie ins Zeichnen, dabei konnte ich schon immer entspannen.“

Während des Studiums bei Wolf Erlbruch fand sie zu ihrem eigenen Stil. „Er ist sehr streng, hat hohe Ansprüche – aber dadurch habe ich viel gelernt.“ Am liebsten arbeitet Ulrike Möltgen auf dem Boden. Die meisten der Bilder, die später auf das typische Buchformat zusammenschrumpfen, sind im Original über einen Meter breit. Nachdem sie die Figuren in Zeichnungen entworfen hat, sucht die Illustratorin die Farben zusammen. Überall im Zimmer sind bunte Schnipsel verstreut. Mit einer Schere schneidet sie hier eine Ecke und dort einen Kreis aus und hält sie prüfend in den Hintergrund ihres Bildes. Kräftige Farben sind ihr Markenzeichen.

Möltgen möchte nicht in eine Schublade gesteckt werden

„Wenn ich an einem Buch arbeite und durch die Straßen laufe, entwickele ich eine Art Tunnelblick, entdecke ich überall Dinge und Farben, die in die Bilder passen würden“, erzählt sie. Auch ihr knapp siebenjähriger Sohn und der Hund wissen ganz genau, dass sie nur auf Zehenspitzen um die Bilder herumlaufen dürfen.

Als neuestes Werk der Illustratorin ist gerade die Schöpfungsgeschichte „Vom Anfang der Welt“ auf den Markt gekommen. „Es ist die letzte Geschichte, die Rolf Fänger geschrieben hat, deshalb liegt mir sehr viel daran.“ Sehr poetisch und mit kindlich-praktischem Blick erzählt Fänger den bekannten Text. Ulrike Möltgen fängt das Buch schlüssig im Dunkeln an und bringt immer mehr Farbe hinein. Gleichzeitig werden die anfangs sehr abstrakten Bilder immer konkreter, je mehr Gott die Welt differenziert.

Obwohl sie schon viele Kinderbücher gestaltet hat, möchte sich die Illustratorin nicht in eine Schublade stecken lassen. „Ich bin immer begeistert von dem, was ich gerade mache.“ Die Zeichnungen für ein Katzen-Sprichwörter-Buch, die sie gerade fertig hat, haben ihr ebenso viel Spaß gemacht wie die Arbeit am Mondbär oder dem Kinderbuch „Bei drei auf den Bäumen“. Nur die Akquise neuer Aufträge, die findet sie oft sehr anstrengend.

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