Der Club muss einem Parkhaus weichen. Betreiber Andreas Köhler will weitermachen.

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Bald werden die Hocker für immer hochgestellt: Andreas Köhler genießt die letzten Wochen im Charismar.

Bald werden die Hocker für immer hochgestellt: Andreas Köhler genießt die letzten Wochen im Charismar.

Andreas Fischer

Bald werden die Hocker für immer hochgestellt: Andreas Köhler genießt die letzten Wochen im Charismar.

Wuppertal. "Ich dachte, das Ladenlokal sei nicht zu vermieten. Interesse hätte ich schon." Andreas Köhler steht im Charismar und telefoniert. Stühle und Hocker sind hochgestellt - normal zur Mittagszeit, wenn das Tanzlokal geschlossen ist. Wenn am 14. Februar jedoch die Stühle hochgestellt werden, geschieht dies zum letzten Mal. Das Charismar wird schließen, der Club einem Parkhaus weichen.

Die Kündigung des Besitzers war für Charismar-Chef Köhler der zweite Schock in kurzer Zeit: "Kurz vorher haben wir den Bescheid über eine Steuernachzahlung bekommen, der uns gezwungen hätte, zu schließen", erzählt Köhler. Doch der Steuerbescheid war nicht rechtens, Köhlers Einspruch wurde stattgegeben. Ein Grund zur Feier: "Wir haben alle zusammen eine Flasche Sekt geköpft. Am nächsten Tag kam dann aus heiterem Himmel die Kündigung."
Für das Parkhaus am Flutufer wird das Charismar-Gebäude komplett abgerissen (die WZ berichtete). Seit dieser Woche steht fest: Am Rosensonntag, 14. Februar, wird Köhler - auch als "Der singende Tankwart" bekannt - zum letzten Mal das Charismar öffnen. Am Mittwoch informierte er seine Mitarbeiter über den Termin. In Wuppertals Nachtleben geht damit eine Ära zu Ende: 21 Jahre tanzte das Partyvolk an der Hofaue im Wiener Steffi. Zusammen mit den drei Jahren des Charismar geht so fast ein Viertejahrhundert Tanzgeschichte zu Ende.

Jetzt sucht Hobby-Schlagersänger Köhler händeringend einen neuen Standort für ein neues Lokal. Das soll wieder den Namen Charismar tragen. "Den Namen kennen die Wuppertaler. In den vergangen drei Jahren haben wir uns - auch bei Polizei und Ordnungsamt - einen guten Ruf erarbeitet." Eine möglicher neuer Standort ist bereits ausgeschlossen: der Wicküler Park. "Die Mieten dort sind viel zu hoch."

Köhlers Glück im Unglück: Der Kredit, den er für den Umbau des Wiener Steffi aufgenommen hatte, ist fast getilgt. "Wir zahlen in unserer letzten Woche hier unsere letzte Rate. Dann gehe ich schuldenfrei hier raus." Der Kreditgeber, eine Brauerei, habe schon signalisiert, Andreas Köhler bei kommenden Projekten zu unterstützen. Einer Neueröffnung des Charismar fehlt also nur eins - ein neues Lokal.

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