Götz Alsmann begeisterte am Samstag in der Stadthalle.

Machte Lust auf Chansons: Götz Alsmann.
Machte Lust auf Chansons: Götz Alsmann.

Machte Lust auf Chansons: Götz Alsmann.

Gerhard Bartsch

Machte Lust auf Chansons: Götz Alsmann.

Wuppertal. Von wegen Karneval. Am Samstagabend tönen Chansons durch die nahezu voll besetzte Stadthalle. Der Musiker und Entertainer Götz Alsmann präsentiert dort mit Band sein neues Programm „In Paris“. Dabei bleibt er seinem Stil treu und singt die französischen Klassiker auf Deutsch. Das legendäre Chanson „La mer“ von Charles Trenets, das auch in der englischen Übertragung unter dem Titel „Beyond the Sea“ weltbekannt ist, wird schlicht zu „Das Meer“. Bei Alsmann funktioniert das. Im beschwingten Tempo, geschmeidig im Umgang mit der Sprache, mit Herz aber ohne Kitsch präsentiert der Münsteraner seine Version des Welthits, als wenn gar nichts Besonderes dabei wäre. Und das ist das Besondere.

Regelmäßiger Gast in Wuppertal, erstmals in der Stadthalle

Das Publikum ist hingerissen. Und auch Alsmann zeigt sich begeistert. „Zu dieser wunderbaren Stadthalle gratuliere ich den Wuppertalern von ganzem Herzen“, sagt er, während er den Blick über die prächtige Deckendekoration schweifen lässt. Zum ersten Mal spielt er mit seiner Band an diesem Ort. In Wuppertal ist er schon seit etwa 15 Jahren regelmäßig mit Auftritten präsent. Im Forum Rex am Kipdorf hat er sonst auf der Bühne gestanden. Das Konzert in der Stadthalle wird daher auch vom Forum Maximum veranstaltet.

Von den weihevollen Worten über die Architektur biegt der Mann mit der charakteristischen Haartolle schnell ab und verkündet, was als der eigentliche Knaller des Abends anzusehen sei: die babyblauen Sakkos, in denen er und seine Musikerkollegen auftreten. Der Farbton sei als „Wuppertal bleu“ in Paris weithin bekannt, ergänzt er und schlendert schelmisch grinsend zum Flügel.

Titel unter anderem von Yves Montand, Henri Salvador, Dalida, Charles Aznavour, Serge Gainsbourg, aber auch von Eddie Constantine und Gitta Lind erklingen. Rumba-Bolero, French Tango, Cha Cha Cha, Bossa Nova, Mambo oder Musette – in facettenreich gearbeiteten Arrangements entfaltet Alsmann im ständigen Einsatz als Sänger und Pianist mit seinem Ensemble das Universum des französischen Chansons.

Wohldosierte Melancholie, heitere Ironie

Die Musiker entwickeln eine beschwingte Melange beim treffenden Spiel mit französischen Klängen, mit feinen Umdeutungen und eigenen musikalischen Zutaten. Die Bandmitglieder Altfrid Maria Sicking (Vibraphon, Xylophon, Trompete), Michael Ottomar Müller (Bass), Rudi Marhold (Schlagzeug) und Markus Paßlick (Percussion) spielen versiert und feinsinnig zusammen, mitunter allenfalls etwas zu routiniert. Insgesamt ist der zartbittere Ton, der die französischen Vorlagen häufig durchweht, deutlich zurückgenommen. Alsmann ist mit Herzblut dabei, setzt eine wohl dosierte Portion Melancholie ein. Er verströmt dabei aber auch stets eine gewisse Gelassenheit und die für ihn typische heitere Ironie. Zu erwähnen wäre da noch die Nebenwirkung des Abends: Denn er macht große Lust auf die französischen Originale. Das sicherlich mit voller Absicht.

Der 1957 in Münster geborene Götz Alsmann ist Sänger, Multi-Instrumentalist mit Schwerpunkt Klavier und Moderator. Im Juli 2011 wurde er zum Honorarprofessor an der Westfälischen Wilhelms-Universität in Münster ernannt. Er lehrt dort die Geschichte der Popularmusik.
 

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