In Solingen bekennen sich die Nachbarn zur Bergischen Entwicklungsagentur. Die schwelenden Konflikte waren am gestrigen Mittwoch kein Thema.

Städtedreieck
Hochkarätig besetzt war der Bergische Kongress. Die Zusammenarbeit zwischen den Rathäusern in Wuppertal, Solingen und Remscheid verläuft nicht immer so harmonisch wie die gestrige Veranstaltung.

Hochkarätig besetzt war der Bergische Kongress. Die Zusammenarbeit zwischen den Rathäusern in Wuppertal, Solingen und Remscheid verläuft nicht immer so harmonisch wie die gestrige Veranstaltung.

Christian Beier

Hochkarätig besetzt war der Bergische Kongress. Die Zusammenarbeit zwischen den Rathäusern in Wuppertal, Solingen und Remscheid verläuft nicht immer so harmonisch wie die gestrige Veranstaltung.

Wuppertal. Es war nicht der geeignete Tag, um den Finger in die Wunde zu legen. Der ideale Ort wäre es schon gewesen. Denn wo am Mittwoch beim Bergischen Kongress die große Feierstunde für die Erfolge der städteübergreifenden Kooperation im Städtedreieck abgehalten wurde, hatten am Donnerstag vergangener Woche noch die unüberbrückbaren Gegensätze die Diskussion beherrscht. Es war jener Konzertsaal des Solinger Theaters, in dem die Ratsfraktionen der Klingenstadt die Forderung nach einem politischen Gremium zementierten, das künftig parallel zu den Rathäusern die Zusammenarbeit von Solingen, Wuppertal und Remscheid maßgeblich steuern soll, weil der Einfluss der Politik bislang als zu schwach empfunden wird.

Bergische Entwicklungsagentur soll weiter die Klammer bilden

Dass Wuppertal den Vorstoß bereits vor der Solinger Ratssitzung abgeblockt hatte, spricht für sich. Am gestrigen Mittwochabend war davon nicht die Rede. Niemand mochte Wasser in den Wein gießen. Und so feierten rund 350 regionale Akteure, Projektpartner und Unternehmer die bisherigen Errungenschaften der interkommunalen Kooperation im Bergischen. „Jenseits aller sachlichen Auseinandersetzungen haben wir eine eigenständige und stabile Form der Zusammenarbeit gefunden“, befand Solingens Oberbürgermeister Norbert Feith (CDU).

Erstmals auf dem Kongress gezeigt, nun auch hier zu sehen: "Heimat.Zukunft.Kooperation" - ein Film über das Bergische Land, seine Menschen und ihre Erwartungen an die Zukunft und die Kooperation (7:38 Minuten).



Unter der Überschrift „Heimat.Zukunft.Kooperation – Eine Standortbestimmung“ hatte die Bergische Entwicklungsagentur (BEA) das große Stelldichein organisiert. Die BEA bildet die Klammer zwischen den drei Städten, managt den Dialog, schiebt verschiedene Projekte an und akquiriert Fördermittel, wo es nur geht. 50 Millionen Euro seien bereits seit dem Start 2007 an Land gezogen worden, bilanzierte Feith. „Unter ihr ist das Dreieck zur Marke geworden.“ Folgerichtig soll die BEA, deren Vertrag mit den drei Städten 2014 ausläuft, bis 2020 weitermachen. Als Vorsitzender der Gesellschafterversammlung hat sich Feith besonders für die vorläufige Bestandsgarantie eingesetzt.

Deutliches Bekenntnis zur Rheinschiene

Ob das letztlich zu einer Verschmelzung mit der Wuppertaler Regionalagentur führen wird? Das war einer der sensiblen Punkte, den die Protagonisten lieber mieden. Deutlich waren hingegen das Bekenntnis zur Rheinschiene sowie die Ansagen ans Land NRW. Von den lebensnotwendigen Fördermitteln benötigen die klammen Städte noch mehr. Vor allem aber werden Spielräume gefordert, um die anfallenden Eigenanteile zu finanzieren. „Wir wollen nicht zu kurz kommen“, sagte Wuppertals Oberbürgermeister Peter Jung (CDU). „Zu lange ist zu viel Geld an uns vorbei geflossen.“

Der eigentlich verabredete Besuch von Wirtschafts- und Bauminister Harry K. Voigtsberger (SPD) fand nicht statt. „Wegen wichtiger Koalitionsverhandlungen“ hatte Voigtsberger abgesagt.

Der von Düsseldorf als Minister-Ersatz entsandte Ministerialdirigent brachte eine für den Kongress erfreuliche Botschaft mit: Die Müngstener Brücke soll Weltkulturerbe werden.

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