Ein Infotag klärte rund um den Segelsport, Einsteigerkurse und die Voraussetzungen für Abenteuer auf Wasser auf.

Wuppertal. Die tollkühnen Männer in ihren fliegenden Kisten sind längst Vergangenheit. Wer in den Urlaub will, steigt heute wie selbstverständlich in ein Flugzeug. Und selbst ein Ausflug in den Weltraum stellt für – entsprechend solvente – Privatleute kein Problem mehr dar. Wo lauert also das letzte große Abenteuer der Menschheit? Auf dem Meer. Sportbootführerschein See oder Binnen, Funkzeugnis, SKS – was brauchen Wuppertaler, wenn Sie sich aufs Wasser wagen? Die bergische Yachtschule klärte auf.

Auch wenn echte Hochseekapitäne eine lange Ausbildung zum Nautiker durchlaufen müssen, ist der Einstieg als Segler für Privatleute sehr einfach. Und im Gegensatz zum normalen Kfz-Führerschein geht es sofort los: „Ich empfehle meinen Schülern immer, zunächst praktisch einzusteigen, die Theorie fällt einem danach viel leichter“, erklärt Ulrich Metzlaff von der Bergischen Yachtschule. Bei ihm gibt es Segelgrundkurse schon ab etwas mehr als 200 Euro. Im Zusammenhang mit Yachten denken viele zunächst an echte Luxusliner im Hafen von Monaco, „aber Wassersport ist überhaupt nicht teuer“, räumt Metzlaff mit den Vorurteilen auf. Auch die nicht finanziellen Hürden für den Einstieg sind niedrig: Etwas Fitness sollten Interessenten mitbringen.

Eine Männerdomäne ist der Segelsport dabei schon lange nicht mehr: „Wenn Ehepaare zusammen segeln, müssen die Frauen auch 50 Prozent der Aufgaben erledigen“, erklärt Martina Schmalenbeck von der Bergischen Yachtschule. Sie selbst segelt seit 20 Jahren. Das Zerrbild der segelnden Männer und Frauen als bloße Beifahrer entstehe, weil oft nur die Männer die Prüfungen für Sportbootführerscheine ablegen, so Schmalenbeck.

Weibliche Segler sind oft verantwortungsvoller

Ulrich Metzlaff lobt seine weiblichen Schülerinnen: „Männer sind oftmals direkt die großen Kapitäne, ohne wirklich Ahnung zu haben. Alle meine Schülerinnen gehen den Segelsport sehr ernsthaft an und wollen von Grund auf alles lernen.“

Natürlich lauern auf hoher See auch Gefahren: Die Größte stellt das Wetter dar, denn auf See kann man nicht mal eben kurz rechts ran fahren. „Im Normalfall ist Segeln recht einfach“, sagt Metzlaff. Doch wenn das Wetter Kapriolen schlägt, ist Erfahrung Trumpf: „Mein ganzes Wissen habe ich für die fünf Prozent der Fälle, in denen es schwierig wird.“

Einen Segelgrundkurs bietet die Bergische Yachtschule bereits ab 225 Euro an. Selbst der Binnenführerschein ist mit etwa 600 Euro – 24 Segelstunden inklusive – durchaus erschwinglich.

Ulrich Metzlaff empfiehlt seinen Schülern, Boote zu chartern: „Ohne eigene Jolle ist man viel flexibler und kann sehr unabhängig das Revier wechseln.“ Die Möglichkeit dazu gibt es fast überall – von der Nordsee bis zu den Seychellen.

In den vergangen Jahren ging der Trend weg vom motorisierten Wassersport hin zum klassischen Segeln. Sowohl der Unterbacher See bei Düsseldorf als auch die Bevertalsperre eignen sich zum Segeln.

Wer Interesse am Einstieg in den Segelsport hat, kann sich montags bis mittwochs zwischen 17 und 19 Uhr bei der Bergischen Yachtschule, Friedrich-Engels-Allee 161a, informieren. Infos gibt’s auch unter www.yacht-schule.de

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