Ein Wuppertaler Züchter bekam „Nachwuchs“: eine Baum-Python.

Siegfried Reinshagen beobachtet einen Elternteil der neu geschlüpften Baumpython.  (Fotos (2): Andreas Fischer)
Siegfried Reinshagen beobachtet einen Elternteil der neu geschlüpften Baumpython. (Fotos (2): Andreas Fischer)

Siegfried Reinshagen beobachtet einen Elternteil der neu geschlüpften Baumpython. (Fotos (2): Andreas Fischer)

Siegfried Reinshagen beobachtet einen Elternteil der neu geschlüpften Baumpython. (Fotos (2): Andreas Fischer)

Wuppertal. "Die Kleinen haben ihren Charakter von ihrer Mutter geerbt." Davon ist Siegfried Reinshagen überzeugt. "Sie sind eben ein wenig zickig." Es ist so, als spräche ein frischgebackener Vater über seinen Nachwuchs: Wenn die Nase "ganz der Vater ist", so haben wohl in der Charakterfrage die Gene der Mutter gesiegt. "Frech können die Zwei werden. Ich muss aufpassen, dass ich mir nicht mal einen Abwehr-Biss einfange", gibt der 48-Jährige zu.

Nein, Reinshagen muss nicht die Beißwut seiner Kinder fürchten, weil die gerade ihre ersten Zähne bekommen. Bei den "Kleinen" handelt es sich nicht etwa um in Windeln gewickelte menschliche Wonneproppen, sondern um Würgeschlangen - Baumpython-Babys.

Als die Mini-Pythons Heiligabend aus ihren Eiern schlüpften, war das eine Sensation für Reinshagens Ziehvater-Herz wie auch für den Züchter in ihm. Denn laut Reinshagen werden jährlich nur einige Hundert Schlangen dieser Gattung in Deutschland nachgezüchtet. "Was ein Zoo kann, kann ein Privatmann auch." Stolz schwingt in seiner Stimme mit.

Die Liebe zu Tieren hatte er von klein auf im Blut

Seit 30 Jahren spielen Schlangen, Warane und Co. eine Rolle in Reinshagens Leben. "Die Liebe zu Tieren und der Natur hatte ich von klein auf im Blut", sagt er. Schon als Junge fing er am Teich Frösche. Mit zwölf Jahren bekam er seine erste Schlange, eine Ringelnatter. Sein Hobby machte er 1999 mit der Eröffnung eines Terraristik-Fachgeschäfts an der Ziegelstraße zum Beruf.

Noch mehr als eine Woche später kann er die Augen nicht von den Baumpython-Babys lassen. Eine der kleinen Schlangen windet sich um das Wurzelgewächs. Ihre Haut ist zitronengelb, ihr Rücken wie ein Tiger gestreift. Ein leises Züngeln ist zu hören, als die Schlange den Kopf reckt. Doch Angst flößt das Python-Baby nicht ein. Der Grund: Momentan ist es etwa so groß wie ein wohlgenährter Regenwurm. Das wird sich schnell ändern. Immerhin messen die Schlangen-Eltern um die 1,80 Meter.

Auf die oft gestellte Frage, wie die Baby-Pythons denn heißen, antwortet Reinshagen nur mit einem Kopfschütteln. "Für uns Züchter sind es keine Kuschel-Schlangen, sondern wilde Tiere ohne Namen." So bestehe auch keine Gefahr, dass die "Zucht von Schlangen verkitscht" würde. Ursprünglich stammen die Vorfahren der "Baumpython-Familie" aus Australien und Neuguinea.

Dort schlängeln sie sich von Baum zu Baum. Tropische Lebensbedingungen im Bergischen nachzuahmen, sei schwierig. Daher trauen sich laut Reinshagen nur wenige Züchter trauen, Baumpythons zu züchten. "Eine Boa zu halten, ist da schon einfacher." Übrigens: Spätestens in einem Jahr wird die Familienähnlichkeit der Baumpythons nicht mehr zu leugnen sein. Denn dann färben sich die zitronengelben "Kleinen" apfelgrün. Ganz die Mutter eben.

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