Griechische Christen feiern das Theophaniefest – das Bad in der Wupper gehört dazu.

Christos Pavlidis (l.) mit Pfarrer Eleftherios Argyropoulos beim Theophanie-Fest der griechischen Gemeinde am Islandufer.
Christos Pavlidis (l.) mit Pfarrer Eleftherios Argyropoulos beim Theophanie-Fest der griechischen Gemeinde am Islandufer.

Christos Pavlidis (l.) mit Pfarrer Eleftherios Argyropoulos beim Theophanie-Fest der griechischen Gemeinde am Islandufer.

Anna Schwartz

Christos Pavlidis (l.) mit Pfarrer Eleftherios Argyropoulos beim Theophanie-Fest der griechischen Gemeinde am Islandufer.

Wuppertal. Nicht schlecht staunten Passanten und Fahrgäste der Schwebebahn, als sich am Sonntag ein junger Mann bei Schneeregen und Temperaturen von fünf Grad Celsius in die Wupper stürzte.

Das ungewöhnliche Spektakel hat einen religiösen Hintergrund: Rund 200 Mitglieder der griechisch-orthodoxen Gemeinde versammelten sich um die Mittagszeit am Islandufer und vollzogen die große Wasserweihe zum Gedenken der Taufe Christi im Jordan durch Johannes den Täufer am Tag der Theophanie.

Das Kreuz wird aus der Wupper geholt

Auch in Wuppertal wurde bereits am Dienstag das Theophaniefest gefeiert, die große Wasserweihe in der Wupper wurde jedoch auf den Sonntag verlegt, so dass möglichst viele Gemeindemitglieder daran teilnehmen können, erklärt Eleftherios Argyropoulos, Pfarrer der Griechischen Gemeinde in Wuppertal. Als alle anwesend sind, wird gemeinsam gebetet. Zweimal wirft Eleftherios Argyropoulos das goldene Kreuz zur Taufe in die Wupper und zieht es an einem blau-weißen Band zurück, bevor beim dritten Mal Christos Pavlidis dem Kreuz hinterher springt, um es anschließend aus dem Stadtfluss zu bergen. Es ist ein kurzer aber gekonnter Sprung in das eisig-kalte Wasser und binnen Sekunden ist alles vorbei.

Als der 20-jährige aus dem Wasser steigt, ertönt Applaus von allen Seiten und aus der Menge vernimmt man mehrfach den Satz: „Das hätte ich mich heute nicht getraut.“

Im Anschluss bildet sich aus der Menge eine Schlange. Einer nach dem anderen küsst das Kreuz in den Händen von Pavlidis, während Pfarrer Argyropoulos mit einem Basilikumzweig Weihwasser auf die Köpfe der Vorbeigehenden sprenkelt und einen Segen spricht. Nass und frierend, aber nicht ohne Stolz sagt Christos Pavlidis: „Es war wirklich kalt, aber es hat auch Spaß gemacht. Ich habe das Kreuz für meine Oma und für meinen Bruder aus dem Wasser geholt.“ Eleftherios Argyropoulos freut sich über die vielen Anwesenden, die trotz des unbeständigen Wetters an dem Wupperufer erschienen sind: „Heute war wieder ein ganz besonderes Mal“, sagt er.

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