In Davos lieferte sich der Wuppertaler Cajus A. Steinhauer ein heißes Rennen mit Karl-Theodor zu Guttenberg.

Bevor Karl-Theodor zu Guttenberg (sitzend li.) geehrt wurde, gab es Bronze für Cajus A. Steinhauer (2.v.r).
Bevor Karl-Theodor zu Guttenberg (sitzend li.) geehrt wurde, gab es Bronze für Cajus A. Steinhauer (2.v.r).

Bevor Karl-Theodor zu Guttenberg (sitzend li.) geehrt wurde, gab es Bronze für Cajus A. Steinhauer (2.v.r).

RWE

Bevor Karl-Theodor zu Guttenberg (sitzend li.) geehrt wurde, gab es Bronze für Cajus A. Steinhauer (2.v.r).

Wuppertal. Dabei sein ist alles - das olympische Motto galt wenige Tage vor der Eröffnungsfeier in Vancouver für die Teilnehmer eines spektakulären Skirennens zum Ausklang des Weltwirtschaftsforums in Davos. Am Start war ein illustrer Kreis mit einer Reihe führender deutscher Wirtschaftsbosse, für die es bei Kaiserwetter im Riesenslalom entgegen ihrer eigentlichen Bestimmung an diesem Tag nur eine Richtung gab - abwärts.

Als einer der schnellsten unter den 65 Teilnehmern war der gebürtige Wuppertaler Cajus A. Steinhauer (41) zwischen den Torstangen unterwegs, der bei seinem zweiten Start im RWE-Ski-Giant-Cup nur von Seriensieger Alexander Dibelius (Goldman Sachs) und einem sehr sportlichen Verteidigungsminister abgehängt wurde. "Karl-Theodor zu Guttenberg ist wirklich sehr schnell und sicher auf den Ski unterwegs. Der muss richtig gut drauf sein", sagte Steinhauer, der selbst seit 30Jahren auf den Brettern steht.

Dass der Verteidigungsminister mit ihm den Sprung auf das Siegertreppchen, das "Stockerl" schaffte, war mehr als nur ein kleiner Trost für den verpassten Sieg. "Es hat Riesenspaß gemacht. Vom Starthaus bis zur elektronischen Zeitmessung ging es sehr professionell zu, und das hat natürlich bei allen Teilnehmern mächtig den Ehrgeiz geweckt. Ich glaube aber, dass trotzdem alle heil unten angekommen sind", sagte Cajus A. Steinhauer, der sich als Vizepräsident von Netjets Europe, der weltgrößten Privat-Airline, in Davos mit einigen seiner besten Kunden ein Rennen lieferte.

Nach dem Besuch der St.Anna-Schule studierte Steinhauer in Bayern, und im Winterurlaub wurde ihm der Engadin zum "kleinen Zuhause". "Ein spezielles Training für den Riesenslalom in Davos gab es nicht, obwohl er 2009 das Siegertreppchen knapp verpasst hatte. "Zum Training fehlte mir leider die Zeit. Ich habe aber bei der Besichtigung der Strecke geschaut, wie der Alexander Dibelius die ersten Tore anfährt. Und beim Rennen habe ich die Skijacke ausgezogen. Das bringt Zeit, ist aber verdammt kalt", sagte Steinhauer, für den es erst sein drittes Skirennen überhaupt war.

Star des Tages war Freiherr zu Guttenberg, dessen Ehefrau Stephanie im Damen-Rennen ebenfalls den zweiten Platz belegte. Und dessen sportlicher Ehrgeiz nun ganz offensichtlich geweckt ist. In einem Interview verriet der rasende Minister, dass er sich einen Start auch beim nächsten Ski-Giant-Cup durchaus vorstellen kann. Bei der zünftigen Siegerehrung rückte der Verteidigungsminister jedenfalls näher ran an die Chefs der deutschen Dax-Unternehmen, als es sein Nachfolger im Amt des Wirtschaftsministers, Rainer Brüderle, in den Tagen zuvor an den Konferenztischen geschafft hatte.

1. Alexander Dibelius, 48,7sec.; 2. Karl-Theodor zu Guttenberg, 52,0 sec,: 3. Cajus A. Steinhauer, 53,35 sec.

Zwei ehrgeizige Manager zweifelten tatsächlich die elektronisch gestoppten Zeiten an und legten Protest ein.

Früher richtete der Verleger Hubert Burda die jährliche Talfahrt der Wirtschaftsbosse aus. Diese Rolle hat inzwischen RWE-Chef Jürgen Grossmann übernommen.

Leserkommentare


() Registrierte Nutzer