Aktion „Auf den Deckel“ greift typische Vorurteile auf und entkräftet diese mit Fakten.

Detlef Vonde, Nina Bramkamp und Jan Sudhof (v.l.) stellten das Projekt im Café Swane vor.
Detlef Vonde, Nina Bramkamp und Jan Sudhof (v.l.) stellten das Projekt im Café Swane vor.

Detlef Vonde, Nina Bramkamp und Jan Sudhof (v.l.) stellten das Projekt im Café Swane vor.

Gerhard Bartsch

Detlef Vonde, Nina Bramkamp und Jan Sudhof (v.l.) stellten das Projekt im Café Swane vor.

Wuppertal. Bierdeckel können gegen Stammtischparolen helfen. Hier nämlich ist genug Platz für Argumente, die fremdenfeindliche Vorurteile entkräften. Darauf setzt die Aktion „Auf den Deckel!“, die jetzt in Wuppertaler Kneipen und Cafés kommt. Organisatoren sind das gewerkschaftsnahe Regionalbüro Arbeit und Leben, die Bergische Volkshochschule und der Verein Demokratie und Toleranz.

Ihr Projekt, das vom Bundesprogramm „Demokratie leben“ finanziert wird, bietet ein kostenloses Bierdeckelsortiment mit sechs Motiven an. Auf jedem Deckel steht vorne ein typisches Vorurteil wie „Die kommen doch nur aus wirtschaftlichen Gründen“. Hinten liest man dann das passende Gegenargument mit Quellenangabe: „Rund 70 Prozent der Asylsuchenden kommen aus Ländern, in denen Krieg und/oder Unterdrückung herrschen.“

Beim Pressegespräch im Café Swane saßen die Organisatoren an einem Tisch, auf dem sich Deckel-Pakete türmten. „Wir haben 45 000 Bierdeckel gedruckt“, sagte Jan Sudhoff von Arbeit und Leben. Er sei optimistisch, dass man alle verteilen könne. Denn Abnehmer sollen nicht nur Wirte und Kneipengäste sein. Dass die Wuppertaler Uni 600 Stück nimmt, ist bereits vereinbart. Die Aktion geht auch über die Stadtgrenzen hinaus. So werden Freiwillige die Bierdeckel auf dem Hagener Weihnachtsmarkt verteilen.

Im Dezember soll es einen „Info-Tisch“ geben

„Wir wollen eine breite Öffentlichkeit“, erklärte Detlef Vonde, der für die Bergische Volkshochschule in der Runde saß. Inzwischen höre man Sprüche gegen Flüchtlinge oder „den“ Islam überall und nicht nur von Rechtsextremisten. Die Argumente auf den Bierdeckeln sollen helfen, schlichten Parolen Paroli zu bieten. Er denke nicht, betonte Vonde, dass man damit gegen überzeugte Rassisten ankomme. „Es geht darum, Unentschlossene, die eine Diskussion mitbekommen, zu erreichen.“

Weitere Hilfe gegen Vorurteile will das Projekt mit einem „Info-Tisch“ liefern, der am 5. Dezember in der Zentralbibliothek steht. Hier werden Broschüren zum Thema ausliegen und die Bergische VHS wird Argumentationstrainings vorstellen.

Für Aufmerksamkeit sorgten schon die Bierdeckel-Türme im Café Swane. Café-Gäste kamen an den Tisch und steckten ein paar Bierdeckel ein. Obendrauf gab’s das Heft „Pro Menschenrechte Contra Vorurteile“, das Nina Bramkamp von Demokratie und Toleranz verteilte. Danach machte sie sich mit Vonde und Sudhoff auf den Weg, um die neuen Bierdeckel im Luisenviertel zu verteilen.

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