Tanzlehrer Pasqualino Scarpino erzählt über seine späte Tanzleidenschaft und die einzigartige Wuppertaler Salsaszene.

Pasqualino Scarpino tanzt nicht nur selbst gerne Salsa, er gibt auch Unterricht – zum Beispiel im Café Ada.
Pasqualino Scarpino tanzt nicht nur selbst gerne Salsa, er gibt auch Unterricht – zum Beispiel im Café Ada.

Pasqualino Scarpino tanzt nicht nur selbst gerne Salsa, er gibt auch Unterricht – zum Beispiel im Café Ada.

Gerhard Bartsch

Pasqualino Scarpino tanzt nicht nur selbst gerne Salsa, er gibt auch Unterricht – zum Beispiel im Café Ada.

Wuppertal. Pasqualino Scarpino tanzt eigentlich fast immer. Während sein Chai-Latte warten muss, erzählt der gebürtige Remscheider, dessen Vater aus Kalabrien kommt, wie er "als Quereinsteiger" zum Salsa kam. Dabei unterstreicht er seine Erzählung durch gekonnte Schulterbewegungen, die Kenner als typische "moves" und "styles" des Salsatanzes ausmachen würden. "Ich las in einem Stadtmagazin, das in der Uni herumlag, dass im Café Ada Salsastunden angeboten wurden", erinnert sich Scarpino. Die ersten Salsa-Schritte machte er dann auch dort im Ada zusammen mit Daniela Vignali. Mit ihr und mit Tanzpädagogin Rachel Neuschäfer gibt er auch heute noch Kurse.

"Vor zwölf Jahren hatte ich den ersten Kontakt mit dem Tanz und heute ist es eine echte pasión (spanisch: Leidenschaft) für mich", sagt er. Trotzdem habe er sich nie vorstellen können, selbst zu unterrichten. "Das ist als Mann schon so eine Sache, zum ersten Mal Pirouetten drehen zu müssen", erinnert er sich schmunzelnd an seine Anfänge.

Salsa weltweit: Pasqualino Scarpino lernte in ganz Europa und im Tal

Über Kongresse in ganz Europa hat er sich verschiedene Stile angeguckt (Infos zur Vielfalt des Tanzes siehe Kasten). Ob Puerto Rico, Cuba, Afrika, Holland, New York oder Los Angeles - die Menschen tanzen völlig anders. Fest steht nur: Salsa tanzen ist eine äußerst globale Angelegenheit. "Du triffst hier in der Salsa-Szene sehr sympathische und auch besonders weltoffene, interessierte Menschen. Salsa strahlt vor allem Lebensfreude aus", sagt Scarpino auf eine Art, dass man ihm das sofort glauben muss, falls man ihn noch nicht selbst hat tanzen oder unterrichten sehen.

Vier bis fünf Mal in der Woche ging er auch früher schon tanzen, während er an der Uni Wuppertal sein Lehramtsexamen in Mathe und Physik absolvierte. Nach einer Ausbildung zum Kommunikationselektroniker arbeitet Scarpino nicht nur als Tanzlehrer, sondern noch als selbstständiger Versicherungsmarkler.

Ein fester Ankerpunkt in der regionalen Tanzszene ist das Café Ada. "Das hat ganz besonderes Flair; es ist quasi der Broadway in Wuppertal", sagt Scarpino. Er erzählt, dass die Szene sich vor allem selbst unterstützen würde. So kooperiert Scarpino mit DJ Manu, der sich mit seiner eigenen Musikauswahl und mit den Simply Salsa-Parties einen Namen gemacht hat.

Anfänger können jederzeit kostenlos eine Stunde reinschnuppern.

Jerry Masucci mit seinem Plattenlabel Fania Records wollte in den Siebziger Jahren die verschiedenen Latinotanzgruppen in Amerika unter einem Namen vermarkten. Diese Mischung nannte er auf Spanisch Soße, also Salsa.

Pasqualino Scarpino erklärt: "Der Salsa ist eigentlich eine schnelle Rumba". Aus diesem Grund nennt Scarpino sich auch el rumbero - spanisch für Rumbatänzer.

Tänzer aus Bochum, Düsseldorf, Köln kommen regelmäßig zu Salsa-Parties nach Wuppertal. "Das Publikum ist hauptsächlich im Alter zwischen 25 und 45 bis 50 Jahren. Das ist Multikulti im positivsten Sinne", sagt Scarpino. Die französische oder holländische Salsa-Szene sei übrigens schon zwei Jahre weiter als die deutsche, das Image der Wuppertaler dafür hervorragend: "Den Wuppertalern wird ein sehr hohes Tanzniveau nachgesagt."

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