Sigurd Tesche dreht einen Film über die Wupper. Eine Herzensangelegenheit für den Mann, der sonst auf den Weltmeeren arbeitet.

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Dank des neuen Fischreichtums in der Wupper hat sich entlang des Flusses wieder eine reichhaltige Vogelwelt eingefunden, die auch seltene Arten wie zum Beispiel den Eisvogel hervorbringt.

Dank des neuen Fischreichtums in der Wupper hat sich entlang des Flusses wieder eine reichhaltige Vogelwelt eingefunden, die auch seltene Arten wie zum Beispiel den Eisvogel hervorbringt.

Nicht nur Vögel, auch Füchse lieben die waldreichen Ufergebiete an der Wupper. Sigurd Tesche hat diese Vielfalt im Film festgehalten. (Fotos (5): Michael Taschka - für weitere Fotos auf das Bild klicken)

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Dank des neuen Fischreichtums in der Wupper hat sich entlang des Flusses wieder eine reichhaltige Vogelwelt eingefunden, die auch seltene Arten wie zum Beispiel den Eisvogel hervorbringt.

Wupper. Ein paar richtige Wintertage hat der Tierfilmer Sigurd Tesche noch gebraucht - jetzt, nach dem jüngsten Kälteeinbruch, ist sein großer Film über die Wupper so gut wie im Kasten. "Der wenige Schnee hat uns lange Kummer gemacht." Aber auf den bergischen Winter ist ja letztlich doch Verlass.

Mit seinem jüngsten Film dokumentiert der bekannte Tierfilmer nicht nur das Leben im und um den gesamten Flusslauf der Wupper, sondern auch in allen vier Jahreszeiten. Mehr as 100Stunden haben er und seine fünf Kameraspezialisten bislang gedreht. "Da hat man jetzt die Qual der Wahl, denn 95Prozent der Aufnahmen sind mehr als okay." 45 Minuten soll der Film dauern und gehört damit zu den großen Dokumentar-Produktionen, die federführend der WDR betreut.

Titel des Films: "Der bergische Amazonas"

In den kommenden Wochen ist für Tesches Team Eile angesagt, denn im Mai soll der Film von der ARD abgenommen werden. "Wie es oft mit einem Lieblingsthema ist, entpuppt es sich als schwieriges Thema", weiß der Kulturpreisträger, der sich sonst eher den Exoten der Weltmeere widmet. Aber der lange geplante Wupperfilm ist eine Herzenssache des Solingers. Und was Tesche und sein Team mit der Kamera eingefangen haben, kann sich sehen lassen.

Beispielsweise der Zug der Lachse, die sich vor den Wehren tummeln. "Sie sind abhängig vom Wasserstand, wenn sie hinüberkommen wollen." Der Lachs fühlt sich in der Wupper wieder wohl. Erstaunlich, wenn man bedenkt, dass der letzte dieser Fische vor 1830 aus der Wupper gefischt wurde. Meerforellen finden sich, Eschen, Barben und Zander. Und in der Wuppertalsperre ziehen bis zu zwei Meter große Welse ihre Bahnen.

Zugleich ist der große Fischbestand in der Wupper auch Grundlage für zahlreiche Wasservögel. Dazu kommen Landbewohner wie Dachs und Fuchs - aber auch größeres Getier. "Eine Gruppe von 25 Wildschweinen hat uns richtig zu schaffen gemacht: Der Kameramann musste fliehen." Auch der Lebenszyklus einer Ringelnatterpopulation konnte festgehalten werden. Blühendes Leben auf, unter und am Wasser - fast folgerichtig erscheint da Tesches Filmtitel über die Wupper: "Der bergische Amazonas".

Sigurd Tesche ist 1940 in Haan geboren. In Wuppertal hat er zwei Jahre Design studiert und eine Fotografen-Lehre absolviert. Heute lebt er in Solingen. Tesche hat seit 1967 mehr als 700 Tierfilme gedreht, vor allem über Haie, Kraken und andere Meerestiere. Er wurde mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet.

Seinen Wupper-Film dreht Tesche mit seiner Tochter Natali Tesche-Ricciardi.

"Es ist fast ein Märchen, eine einmalige Wiedergeburt", sagt Tesche über die Wupper, die einst ein toter Fluss war. Gleichzeitig ist es für den Naturfreund pervers, was ihm manche Zeitgenossen vor die Kamera haben kommen lassen: Kühlschränke, Fernseher und zahllose Plastik-Gegenstände. "Manche betrachten die Wupper als ihre private Müllkippe."

Tesches Wupper-Film soll in der ARD und vorab auf Arte laufen. Die Sendetermine stehen noch nicht fest.

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