Bastler Frank Ohle hat rund um einen Aston-Martin-Motor ein eigenes Motorrad entworfen und gebaut. Die Maschine fährt 330 Stundenkilometer, hat 460 PS und sechs Liter Hubraum.

So ein Motorrad hat sonst keiner: Frank Ohle auf seinem selbst konstruierten "Homer Chopper".
So ein Motorrad hat sonst keiner: Frank Ohle auf seinem selbst konstruierten "Homer Chopper".

So ein Motorrad hat sonst keiner: Frank Ohle auf seinem selbst konstruierten "Homer Chopper".

privat

So ein Motorrad hat sonst keiner: Frank Ohle auf seinem selbst konstruierten "Homer Chopper".

Wuppertal. Die Leidenschaft für motorisierte Zweiräder begleitet Frank Ohle bereits mehr als drei Jahrzehnte. Mit 15 Jahren schraubte er an seinem ersten Moped herum, pünktlich zum „richtigen“ Führerschein kaufte er seine erste große Maschine, eine 750er Honda. Im Laufe der Jahre sind ihr zahlreiche Motorräder gefolgt. Mittlerweile ist Ohle 49 Jahre alt und nennt gleich acht Maschinen sein Eigen. Er hat Oldtimer, Rennmaschinen, Chopper und Gespanne. Nur eines seiner Motorräder will so gar nicht in eine der gängigen Kategorien passen – denn dieses ist eine Eigenkreation des Wuppertalers.

„Ich wollte etwas bauen, was niemand sonst hat.“

Frank Ohle (49) über seine Motivation...

Es war vor rund zweieinhalb Jahren, als ihm bei einer Fahrt über die Autobahn die spontane Idee kam. Ohle wollte etwas Verrücktes bauen, etwas Einzigartiges, das niemand sonst hat. Sein Plan: einen Automotor in ein Motorrad integrieren. Nur welchen? „Ich habe lange überlegt. Ferrari und Jaguar kann niemand bezahlen, VW und Audi finde ich nicht schön. Da kam mir die Idee mit einem Aston Martin“, erinnert sich Ohle und fängt an zu lachen.

Also ersteigerte er im Internet einen alten Unfallwagen, baute den Motor aus und fing an zu basteln. Doch anstatt den Motor einfach in eine seiner Maschinen einzubauen, nahm der den Automotor als Grundlage und konstruierte sein Motorrad drumherum.

In dem „Homer Chopper“ stecken mehr als 50 000 Euro

Eineinhalb Jahre plante und schraubte er nach der Arbeit an seinem Schmuckstück. Er zeichnete Pläne und bestellte Ersatzteile, er verwarf die alten Pläne, machte neue und ließ sich Einzelstücke anfertigen. Rund 20 Stunden steckte er nach Feierabend pro Woche in seine Eigenkreation – und investierte zusätzlich mehr als 50 000 Euro.

Herausgekommen ist sein „Homer Chopper“, wie der Fan der erfolgreichen Zeichentrickserie „Die Simpsons“ sein Motorrad nennt. Denn obwohl seine Maschine an die 330 Stundenkilometer schnell ist, einen Höllenlärm verursacht und mit 460 PS sowie sechs Litern Hubraum ein echter Kraftprotz ist, sieht Ohle seine Maschine mit einem Augenzwinkern.

„Viele sagten: ,Du bist bekloppt! Was steckst Du so viel Geld und Zeit in Dein Motorrad?‘ Und sie haben ja irgendwo recht.“

...und über die Reaktion vieler seiner Bekannten.

Frank Ohle nennt seine Maschine nicht nur „Homer Chopper“, er hat das Oberhaupt der gelben Simpsons-Familie auch auf seinem Motorrad verewigt. Den Tank ziert ein Airbrush des Motorrad fahrenden Homer. Dazu hat er – „als kleine Provokation“ – einen Schriftzug an der Seite anbringen lassen: „Harley... Japaner... V8? Alles Kinderkacke!“

Bauzeit: rund zwei Jahre, Hubraum: 5935 Kubikzentimeter, Leistung: 460 PS, Höchstgeschwindigkeit: um 330 Stundenkilometer, Gewicht: 700 Kilogramm, Sitzhöhe 710 Millimeter.

„Die meisten Motorradfahrer wollen immer einen besonders martialischen Auftritt hinlegen. Jeder muss böse gucken und ernst sein. Ich wollte es ganz anders machen, mit Humor“, sagt Ohle, der so gar nicht in das Klischee eines harten Bikers passen will. Zwar besteht sein Freundeskreis „fast komplett“ (Ohle) aus Motorradfahrern, gewisse Rituale der Szene sind aber nichts für ihn.

Doch auch außerhalb seiner Motorradwelt können nicht immer alle Bekannten nachvollziehen, was er da eigentlich macht. „Viele sagen: ,Du bist bekloppt. Was steckst du denn so viel Geld und Zeit in dein Motorrad?‘ Und sie haben ja irgendwo Recht“, sagt Ohle wieder lachend. Doch abbringen lässt er sich davon nicht. „Man muss tolerant anderen Menschen gegenüber sein. Das ist halt mein Hobby. Wem das nicht gefällt, braucht nicht hingucken.“

Das nächste Projekt ist schon in Planung

Das dürfte allerdings schwer fallen, wenn Ohle mit seinem Homer Shopper angefahren kommt. Zwar macht er das nicht häufig, weil die Maschine extrem schwer zu fahren ist und eher als Show-Bike dient, hin und wieder besorgt er sich aber schon eine Fünf-Tage-Zulassung und genießt die Zeit auf der Landstraße.

Was ihm nun aber immer mehr fehlt, ist das Basteln und Planen. Also hat er sich eine neue Aufgabe gestellt, die er bis Ende 2012 umgesetzt haben möchte. Allzu viel möchte er noch nicht verraten. Nur so viel: „Dieses Mal nehme ich einen Flugzeugmotor.“

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