Geisterstunden: Stefan Melneczuk legt Oktober-Geschichten vor.

Wuppertal. Frederic hat Angst, aber richtige, er fürchtet um sein Leben, er macht sich auf dem Dachboden vor lauter Grauen sogar in die Hosen - und am Ende ist er weg, der dürftige Kerzenschein aus dem Halloween-Kürbis ist längst erloschen. Nur eine Pfütze und eine Tonbandaufnahme mit alptraumhaften Aufzeichnungen erinnern an den furchtbaren Abend. Einen, wie er sich vor 20Jahren schon einmal zugetragen hat - immer dann, wenn die Würgegeister auf ihrer Suche nach kleinen und allein gelassenen Jungs unterwegs sind.

Trostlos, hoffnungslos, eine Katharsis gibt es nicht - ebenso wenig wie bei den hungernden 50 Männern, 40 Frauen und 15 Kindern, die in ihrer Ausweglosigkeit einen Berg besteigen, beten - und doch nicht erhört werden. Nur jetzt trägt der Wind die Gebete in die Ohren der Menschen.

Es sind Geschichten wie diese, die WZ-Redakteur Stefan Melneczuk nach dem Erfolg seines Romans "Marterpfahl" in dem Band "Geisterstunden vor Halloween" erzählt. 31 Geschichten, für jeden dieser besonderen Oktober-Tage eine.

Der Autor selbst muss nach Erscheinen seiner Bücher immer wieder versichern, dass er eine glückliche Kindheit verlebte. Und wir glauben ihm, obwohl das Lesen von mehr als zwei dieser Unheil verkündenden Geschichten pro Tag fast schon einer Überdosis gleichkommt.

Melneczuk, Journalist und tatsächlich am Halloween-Tag geboren (online unter der Adresse www.darkthoughts.de), wiegt den Leser nie in Sicherheit. Gewiss ist nur das Unheilvolle, selbst bei kleinen Begegnungen. "Nur das Schicksal weiß, wie alt die Frau war, die uns gegenüber Platz genomen hatte," heißt es zu Beginn einer Geschichte. Das Ende dieser Story? Es gehört eben jenem Schicksal.

Geisterstunden vor Halloween, Hardcover, 350 Seiten, 17,95 Euro. Zu bestellen beim Blitz Verlag. Im heimischen Handel unter anderem bei Bücher Köndgen und Mayerscher Buchhandlung.

Leserkommentare


() Registrierte Nutzer