In der Bayer Sporthalle gibt es bunte Geister und viel Rock’n’Roll.

Die jungen Teilnehmer hatten jede Menge Spaß bei ihren Auftritten.
Die jungen Teilnehmer hatten jede Menge Spaß bei ihren Auftritten.

Die jungen Teilnehmer hatten jede Menge Spaß bei ihren Auftritten.

Uwe Schinkel

Die jungen Teilnehmer hatten jede Menge Spaß bei ihren Auftritten.

Wuppertal. Um Johanna herum ist es rot und still. Zusammengekauert hockt sie in der Mitte der Sporthalle und wartet auf ihren großen Moment. Die neugierigen Blicke der Zuschauer nimmt sie nicht wahr, denn Johanna steckt in einem knallroten Tanzsack-Kostüm.

Individuelle Choreografien in jeder Gruppe

Eine Idee ihrer Klassenlehrerin Ingrid Becker von der Sankt Michael Schule in Elberfeld. Sie ist seit dem ersten Tanzfest der Wuppertaler Grundschulen mit dabei und hat für dieses Jahr mit ihrer dritten Klasse eine Choreographie mit eben diesen Tanzsäcken entwickelt. In den elastischen Stoffkostümen sind die Kinder nur noch schemenhaft zu erkennen und sehen aus wie bunte Gespenster. "Die Tanzsäcke sehen aber nicht nur lustig aus, sondern haben auch einen pädagogischen Nutzen", erklärt Becker. Die Kinder fühlten sich in der Stoffhülle unsichtbar und trauten sich Dinge zu, die sie sonst nicht tun würden. Dazu gehört auch das Tanzen auf einer Bühne vor 500 Menschen.

Bei den ersten Takten des Liedes "Eye of the Tiger" ist den Kindern diese Sicherheit anzumerken. Johanna und ihre Mitschüler springen und tanzen ganz selbstverständlich über die Bühne. Die Choreographie wurde in den vergangenen zwei Wochen im Unterricht entwickelt. "Andere Gruppen trainieren ein ganzes Schulhalbjahr für den großen Moment", sagt Marion Edler-Köller.

Sie moderiert das Tanzfest, ist selbst Lehrerin und in Wuppertal außerdem als Beraterin für den Schulsport tätig. Im Mittelpunkt des Tanzfestes steht für sie der Spaß. Die Kinder sollen nicht das Gefühl haben, sich mit den anderen messen zu müssen. "Heute muss nicht alles perfekt sein", sagt Edler-Köller.

Die Choreographien der 20 teilnehmenden Gruppen sind individuell gestaltet und unterliegen keinen Vorgaben. Während die einen Hip-Hop-Tanzeinlagen mit synchroner Choreographie präsentieren, haben sich andere Gruppen für Rock’n’Roll-Einlagen mit Hebefiguren entschieden. Die Gruppe der Grundschule Sillerstraße trotzt dem Schneegestöber vor der Halle mit einem Feuertanz in Kostümen aus rot, orange und gelb.

Das Tanzfest der Wuppertaler Grundschulen wurde dieses Jahr bereits zum achten Mal veranstaltet. Rund 300 Kinder in 20 Gruppen aus 17 verschiedenen Grundschulen nahmen an der Veranstaltung in der Bayer Sporthalle in der Rutenbeck teil und zeigten individuelle Choreografien.

Laut Organisatorin und Moderatorin Marion Edler-Köller steht bei dem Fest der Spaß und nicht der Wettkampfgedanke im Vordergrund. Trotzdem erhielten gestern alle Schüler eine Urkunde über ihre Teilnahme am Tanzfest.

Bei Johanna und ihren Mitschülern wird es zum Ende ihres Auftritts noch einmal spannend. Sie müssen sich aus den Tanzsäcken befreien, um zum Abschluss akrobatische Einlagen zu zeigen. Doch alles läuft glatt und sie begeistern das Publikum mit schwierigen Hebefiguren und Pyramiden.

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