Großteil der Nutzer sucht Infos über die Ahnen.

Sechs Regalkilometer mit Dokumenten gibt es im Stadtarchiv. Auch fast alle Ausgaben des General-Anzeigers sind dort zu finden.
Das Team des Archivs: Thorsten Dette, Markus Teubert, Michaela Herrfurth, Georg Braun, Klaus-Jürgen Herbst und Kornelia Grams.

Das Team des Archivs: Thorsten Dette, Markus Teubert, Michaela Herrfurth, Georg Braun, Klaus-Jürgen Herbst und Kornelia Grams.

Thorsten Dette mit einem der ältesten Stücke aus dem Stadtarchiv: 1577 wurde damit ein Güterverkauf an Peter Teschemacher beurkundet.

Stefan Fries, Bild 1 von 2

Das Team des Archivs: Thorsten Dette, Markus Teubert, Michaela Herrfurth, Georg Braun, Klaus-Jürgen Herbst und Kornelia Grams.

Wuppertal. Wer kommt eigentlich ins Stadtarchiv? Studenten und Schüler natürlich, (Hobby-)Historiker, Erbermittler – und vor allem Familienforscher. „Gut drei Viertel aller Anfragen und Besuche gehen in diese Richtung“, erklärt Georg Braun, der sich im Archiv vor allem um diese Angelegenheiten kümmert. Auch wenn man keine konkreten Zahlen nennen könne, lasse sich doch festhalten: „Die Nachfrage steigt.“ Sogar Gäste aus Australien waren einmal da, die in Europa Spuren ihrer Ahnen suchten. Oder im letzten Sommer Mormonen aus den USA, bei denen das Hobby sehr verbreitet sei, so Braun.

Familienforschung: Ein Hobby, das süchtig macht

Natürlich seien es vor allem ältere Menschen, die Familienforschung betreiben. „Denn dafür braucht man auch viel Zeit“, sagt Braun und warnt scherzhaft: „Vorsicht: Wer einmal damit anfängt, hört damit nie wieder auf.“

Stadtarchiv
Das Team des Archivs: Thorsten Dette, Markus Teubert, Michaela Herrfurth, Georg Braun, Klaus-Jürgen Herbst und Kornelia Grams.

Das Team des Archivs: Thorsten Dette, Markus Teubert, Michaela Herrfurth, Georg Braun, Klaus-Jürgen Herbst und Kornelia Grams.

Thorsten Dette mit einem der ältesten Stücke aus dem Stadtarchiv: 1577 wurde damit ein Güterverkauf an Peter Teschemacher beurkundet.

Fries, Stefan (fr), Bild 1 von 2

Thorsten Dette mit einem der ältesten Stücke aus dem Stadtarchiv: 1577 wurde damit ein Güterverkauf an Peter Teschemacher beurkundet.

Ein wichtiges Hilfsmittel seien alte Adressbücher. In ihnen war früher nicht nur der Wohnort aufgelistet, sondern unter Umständen auch der Beruf. „Telefonnummern kamen dann später, zunächst vierstellig.“

Manchmal seien es sehr emotionale Momente, wenn Angehörige im Archiv den vielleicht entscheidenden Hinweis auf einen Verwandten finden, etwa einen Original-Eintrag in einem alten Telefonbuch. „Viele wollen dann zum Beispiel wissen: Wie hat mein Großvater gelebt“, erzählt Braun. Auch wenn es natürlich nicht zu jedem Menschen Material im Stadtarchiv gibt, können man doch über alte Fotos etwa zeigen, wo der Gesuchte gelebt hat und wie es dort zu seiner Zeit aussah. est

Beim Stadtarchiv gehen auch viele professionelle Anfragen ein, etwa von Erbermittlern oder anderen Stadtarchiven. Und immer noch gibt es Suchanfragen für Soldaten aus dem Ersten und Zweiten Weltkrieg.

Informationen zum Stadtarchiv online unter:

www.wuppertal.de

Der Einsturz des Kölner Stadtarchivs hatte Folgen für sämtliche Archiveinrichtungen: Auch Wuppertal hat mittlerweile sogenannte Notfallboxen, mit Materialien wie Gummistiefeln, Schutzanzügen, Atemschutzmasken, Taschenlampen und Verpackungsfolie. So sollen im Notfall wertvolle Dokumente schnell gesichert werden.

„Diebstahl lohnt sich nicht“, sagt Thorsten Dette. Der Großteil der Dokumente habe zwar enormen, aber nur ideellen Wert.

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