Eine geplante weiterführende Schule sorgt für Kritik. Denn Stefan Kühn (SPD) lässt offen, ob es eine Gesamtschule wird.

Eine geplante weiterführende Schule sorgt für Kritik. Denn Stefan Kühn (SPD) lässt offen, ob es eine Gesamtschule wird.
Wuppertal braucht in den nächsten Jahren mehr Schulen. Das hat Schuldezernent Stefan Kühn im Schulentwicklungsplan berücksichtigt. Symbolplan: dpa

Wuppertal braucht in den nächsten Jahren mehr Schulen. Das hat Schuldezernent Stefan Kühn im Schulentwicklungsplan berücksichtigt. Symbolplan: dpa

Wuppertal braucht in den nächsten Jahren mehr Schulen. Das hat Schuldezernent Stefan Kühn im Schulentwicklungsplan berücksichtigt. Symbolplan: dpa

Die Stadt braucht neuen Schulraum. Denn die Zeiten, in denen Wuppertal die Bürger – und Schüler – abhanden kommen, sind vorbei. Und statt Schulen zu schließen, braucht es hier eher neue Schulen. Das ist der Grundton im ersten Eckpunktepapier für die Schulentwicklungsplanung 2018 - 2022. Schuldezernent Stefan Kühn (SPD) hat die am Montag in den Rat eingebracht.

Die wichtigsten Projekte dabei dürften der Bau einer neuen sechszügigen Schule im Wuppertaler Osten sein sowie die Einrichtung fünf neuer Grundschulen. Darüber hinaus soll es bauliche Erweiterungen an anderen Schulen geben, Sanierungen und Umzüge von Zweigstellen. Die Stadt will dafür das jährliche Budget für schulbezogene Maßnahmen des Gebäudemanagements von 35 auf 60 Millionen zu erhöhen.

Die Stadt rechnet mit 1251 zusätzlichen Grundschülern

Schuldezernent Stefan Kühn sagt, bei der Schulentwicklungsplanung müssten alle Schulen, alle Altersstufen, alle Schulformen mitgedacht werden. Dabei gehe es um quantitative Elemente wie auch um qualitative – also OGS-Schulen.

Die quantitative Seite kommt allein daher, dass die Stadt - nach aktuellem Stand - von 1251 zusätzlichen Grundschülern bis 2022 rechnet - ohne weitere Zuzüge bis dahin einzubeziehen.

De wegen soll das Schulgebäude an der Hufschmiedstraße saniert und wieder genutzt werden. Die Grundschule Sillerstraße soll nach Bedarf um einen Zug erweitert werden. Die Grundschule Hainstraße soll offene Ganztagsschule werden. In Vohwinkel sei das Schulgebäude am Elfenhang als zusätzliche Grundschule denkbar. In Barmen soll die Förderschul-Dependance an der Eichenstraße 59 eine zusätzliche Grundschule werden - und die Förderschule an die Bartholomäusstraße umziehen.

Die Gewerkschaft der Lehrer sagt, viele Maßnahmen seien zu begrüßen. Was fehle sei aber der „große Wurf“ - ein tatsächlicher Neubau von Grundschulen etwas, der nicht nur nach Mindeststandard gebaut werde und in 20 Jahren wieder saniert werden müsse.

Marc Schulz, Fraktionsvorsitzender der Grünen, sieht die Pläne als „ambitioniert aber dringend nötig“ an. Die Aufstockung beim OGS-Angebot sei der wichtigste Pluspunkt. Die Frage nach dem Neubau sei „klar und naheliegend“ - die Gesamtschule werde gebraucht.

In Oberbarmen soll eine dreizügige Grundschule mit OGS an der Matthäusstraße 24 entstehen. Die Grundschule Haselrain soll OGS-Schule werden. Eine Grundschule soll an der Gewerbeschulstraße 109 in Heckinghausen entstehen.

An den weiterführenden Schulen geht Kühn von 2332 Schülern aus. Gymnasien und Realschulen sollen deswegen erweitert werden.

Um dem Bedarf gerecht zu werden, will Kühn aber vor allem eine neue sechzügige Schule im Wuppertaler Osten bauen. Ort und Schulform sollen vom Rat bis spätestens Juli 2018 entschieden werden.

Für die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft ist das „enttäuschend“, wie Richard Voß sagt. Er hätte sich ein klares Bekenntnis zur Gesamtschule gewünscht. „Der Elternwille zeigt eindeutig, dass es einen Bedarf nach einer Gesamtschule gibt“, sagt Voß. Die Stadt sei verpflichtet, dem Elternwillen nachzukommen. Stattdessen sieht er vor allem eine Stärkung der Gymnasien in dem Papier.

Michael Goecke vom Verband Bildung und Erziehung besteht nicht auf einer Gesamtschule. Wichtiger ist ihm eine zügige Umsetzung des Bauvorhabens. Wenn die Stadt zu lange warte, komme sie dem aktuellen Bedarf nicht nach, gibt er zu bedenken.

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