Gebühren sollen an die für Kitas angeglichen werden. Grüne fordern eine Überprüfung, wie viele Stellen es in Wuppertal aktuell gibt.

Gebühren sollen an die für Kitas angeglichen werden. Grüne fordern eine Überprüfung, wie viele Stellen es in Wuppertal aktuell gibt.
200 Kindertagespflegestellen gibt es in Wuppertal. Symbol

200 Kindertagespflegestellen gibt es in Wuppertal. Symbol

dpa

200 Kindertagespflegestellen gibt es in Wuppertal. Symbol

Wie ist die Versorgung mit Plätzen bei Kindertagespflegepersonen (KTPP)? Das wollte die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen in einer Anfrage im Stadtrat wissen. Paul Yves Ramette, jugendpolitischer Sprecher der Fraktion, setzt sich schon lange im Jugendhilfeausschuss für mehr Plätze ein: „Wir haben die gleiche Anfrage schon 2012 gestellt – damals gab es 131 Tagespflegeeltern. Seitdem sind mehr als 300 Personen ausgebildet worden und trotzdem sind derzeit nur 200 KTPP aktiv. Wo sind denn die anderen alle abgeblieben?“, fragt er sich.

Der Stadtverwaltung hingegen sind nur drei Personen bekannt, die trotz entsprechender Pflegeerlaubnis keine Stellen anbieten. Gründe dafür sind die Geburt eines Kindes, Schwangerschaft, Pflege von Verwandten oder anderweitige Berufstätigkeit. Die Grünen fordern deshalb ein Monitoring, um festzustellen, aus welchen Gründen so viele Absolventen der Ausbildung anschließend nicht für die sehr gefragte Tätigkeit zur Verfügung stehen.

Die Tendenz zur Großtagespflegestelle steigt

Schließlich steckt die Stadt auch viel Geld in die Ausbildung von KTPP. Derzeit umfasst die Qualifizierung 164 Stunden. Sie wird von der Bergischen Volkshochschule und der Evangelischen und Katholischen Familienbildungsstätte angeboten. Darin lernen die Absolventen viel über die Erziehung von Kleinkindern, Entwicklungspsychologie, gesunde Ernährung und die Gewährleistung von Sicherheit. Die Interessenten müssen für die Kurse nur eine Anerkennungsgebühr bezahlen, den Großteil der Kosten übernimmt die Stadt. Später nehmen viele KTPP an weiteren Fortbildungen teil.

„Drei Kurse laufen derzeit“, erzählt Cornelia Weidenbruch, Leiterin des Stadtbetriebs Kindertageseinrichtungen. Die Nachfrage sei sowohl für die Tätigkeit der Tageseltern groß als auch bei Eltern, die eine Betreuung für ihre Kinder suchen. Wer die Qualifizierung abgeschlossen hat, muss weitere Voraussetzungen erfüllen, bevor sie oder er Kinder aufnehmen darf. Die Räume müssen sich dafür eignen und ein ärztliches und ein Führungszeugnis sowie ein Konzept vorgelegt werden. Von den 200 Aktiven betreiben 64 eine Großtagespflegestelle mit bis zu fünf Kindern. „Hier stellen wir eine steigende Tendenz fest“, sagt Cornelia Weidenbruch.

Die Gebühren für die Kindertagespflege sollen bald an die Gebühren der Kitas angeglichen werden. Schon heute läuft die Bezahlung komplett über die Stadt. Die KTPP bekommen 4,50 Euro pro Kind und Stunde. Dazu zahlt die Stadt die Hälfte von Kranken-, Renten- und Pflegeversicherung. Der Monatssatz der Eltern ist nach Einkommen und Betreuungszeit gestaffelt. Wer in der höchsten Einkommensstufe sein Kind 45 Stunden pro Woche betreuen lässt, zahlt momentan 390 Euro, während eine Kita höchstens 360 Euro kostet. Dieser Satz soll ab dem Kindergartenjahr 2019/20 angeglichen werden; außerdem sollen überhaupt neue Einkommensstufen eingeführt werden, um die Gebühren gerechter zu verteilen.

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