Neue Fenster, Dächer, Heizungen. Wuppertal investiert kräftig in Schulen und Sporthallen. Das Geld kommt aus dem Konjunkturpaket II.

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Das Gymnasium Am Kothen wird mit Mitteln aus dem Konjunkturpaket vollständig energietechnisch saniert. Die Schule wurde 1961 errichtet, ein Erweiterungsbau 1967.

Das Gymnasium Am Kothen wird mit Mitteln aus dem Konjunkturpaket vollständig energietechnisch saniert. Die Schule wurde 1961 errichtet, ein Erweiterungsbau 1967.

Uwe Schinkel

Das Gymnasium Am Kothen wird mit Mitteln aus dem Konjunkturpaket vollständig energietechnisch saniert. Die Schule wurde 1961 errichtet, ein Erweiterungsbau 1967.

Wuppertal. Während Straßen verfallen und dem Schauspielhaus die Schließung droht, wird an Wuppertals Schulen modernisiert und umgebaut wie selten zuvor. Auch die derzeit größte Wuppertaler Baustelle ist eine Schulbaumaßnahme. Das Schulzentrum Ost wird für 36 Millionen Euro saniert.

Keine Zuschüsse sollen verfallen

An vielen Schulen wird die Wärmedämmung erneuert oder eingebaut. Alte Heizungsanlagen werden erneuert und Solarzellen installiert. Das alles nennt sich energetische Sanierung und kostet Millionen. Millionen, die die Stadt aus dem Konjunkturpaket II des Bundes bezieht. Die Maßnahmen genießen Priorität, andere Baustellen werden - wenn nötig - schon mal zurückstellt, um die geförderten Projekte spätestens bis Ende des Jahres durchzuziehen. Verantwortlich für die Umsetzung ist das Gebäudemanagement (GMW), das die städtischen Liegenschaften betreut.

Wuppertal ist beim Abruf der zustehenden Gelder aus dem Konjunkturpaket II schneller als andere Kommunen, die in Einzelfällen Geld nicht verbauen, weil sie den vorgegebenen Zeitrahmen nicht einhalten können. Der ist in der Tat eng.

Bis Dezember müssen die Maßnahmen fertig sein und sofort abgerechnet werden. Wer das hinsichtlich Planungs- und Ausschreibungsfristen nicht hinkriegt, geht mitunter leer aus. Christian Gleim, beim GMW zuständig für das Energie- und Umweltmanagement, nennt das Programm "engagiert": "Aber ich gehe davon aus, dass wir die Mittel ausschöpfen. Alles andere wäre in einer Stadt ohne Investitionsspielraum nicht vertretbar." Dies gilt auch nach dem harten und ausdauernden Winter.

Ein Viertel des Geldes geht an
Firmen in der Region

Für Diskussionen hatte zunächst die Bevorzugung städtischer Schulen bei der Mittelverteilung gesorgt. Schließlich wurden auch Ersatzschulen in freier Trägerschaft bedacht (hier nicht gelistet).

Für den Zeitraum 2010 beziehungsweise 2011 stehen der Stadt insgesamt 42,5 Millionen Euro aus dem Konjunkturprogramm II des Bundes zu. Der größte Teil des Geldes fließt in die Bildungs-Infrastruktur. Das heißt vor allem: energetische Gebäudesanierung.

n 420 Gebäuden an 117 Standorten sind zurzeit 61 Grundschulen, 12 Hauptschulen, 8 Realschulen, 10 Gymnasien, 5 Gesamtschulen, 6 Berufskollegs und 11 Förderschulen untergebracht. Das Gebäudemanagement verbaut dort mit eigenen Mitteln und Mitteln aus der Bildungspauschale, aus diversen Energiespar-Förderprogrammen und dem Konjunkturpaket II bis Mitte 2011 mehr als 60 Millionen Euro.

Bei der Auftragsvergabe sind nach Angaben des GMW etwa zu einem Viertel Unternehmen aus Wuppertal und der Umgebung zum Zuge gekommen. Drei Viertel der Aufträge sind nach einer entsprechenden Ausschreibung bundesweit vergeben worden.

Das sind die städtischen Projekte:

Sporthalle Distelbeck: 570 000 Euro für Gebäudedämmung und Modernisierung der Heizung. Außerdem wird der Aufbau auf der Grundschule saniert (bis Mai 2010).

Realschule Helmholzstraße: 1,1 Millionen Euro für die Dachsanierung und eine neue Heizung (bis Juni 2010).

Grundschule Radenberg: 1,5 Millionen Euro für die Fassadenerneuerung einschließlich Austausch der Fenster (bis August 2010).

Grundschule Schlüssel: 2,8 Millionen Euro für die Fassadendämmung und den Einbau neuer Lüftungstechnik (bis August 2010).

Sporthalle Heckinghauser Straße: 2,5 Millionen Euro für die Fassadensanierung und neue Heizungstechnik (bis September 2010).

Sporthalle Nocken: 2,55 Millionen Euro für Fassadendämmung und Dachsanierung. Außerdem wird eine Solaranlage zur Warmwasseraufbereitung installiert (bis September 2010).

Hallenbad Röttgen: 2,3 Millionen Euro für eine neue Schwimmbadtechnik und neue Verglasung (bis November 2010).

Gymnasium Am Kothen: 6,1 Millionen Euro für Außen- und Innensanierung. Aus dem Konjunkturpaket wird nur ein Teil der Gesamtsanierung finanziert (bis Dezember 2010).

Schulzentrum West: 2,7 Millionen Euro für Austausch von Fenstern und die Erneuerung von Dach-Teilen. Aus dem Konjunkturpaket wird ein Teil der Gesamt-Modernisierung finanziert (bis Dezember 2010/August 2012).

Grundschule Nützenberger Straße: Ersatzneubau für den Erweiterungsbau für eine Million Euro (bis Februar 2011).

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