An der Sedanstraße laufen die Arbeiten zur Reparatur der Fahrbahn. Die Maßnahmen kosten rund 200 000 Euro.

An der Sedanstraße laufen die Arbeiten zur Reparatur der Fahrbahn. Die Maßnahmen kosten rund 200 000 Euro.
Die Sedanstraße war bis zu einer Tiefe von 50 Zentimetern unterspült. Jetzt wird sie repariert.

Die Sedanstraße war bis zu einer Tiefe von 50 Zentimetern unterspült. Jetzt wird sie repariert.

Anna Schwartz

Die Sedanstraße war bis zu einer Tiefe von 50 Zentimetern unterspült. Jetzt wird sie repariert.

Barmen. Wer in den kommenden etwa vier Wochen die Überführung der Nordbahntrasse an der Sedanstraße nutzt, der hat einen guten Blick auf die laufenden Bauarbeiten an der steilen Straße. Derzeit lässt die Stadt dort die Schäden reparieren, die das verheerende Unwetter vom 29. Mai verursacht hat. Die Sedanstraße und die August-Mittelsten-Scheid-Straße werden derzeit erneuert. Seit dem Montag sind die Bagger im Einsatz und reißen den Asphalt auf, Lastwagen schaffen den Bauschutt weg. „Das sieht ja hier aus wie nach einem Bombenanschlag“, sagt eine Anwohnerin, die die Baustelle passiert.

Die Unterführung an der Nordbahntrasse ist komplett gesperrt, Warnbaken stehen auf den Straßen und verhindert den Zutritt zu der Baustelle. Autofahrer müssen über die Viktorstraße oder den Goldammerweg ausweichen, Fußgänger und Radfahrer können einen kleinen Umweg gehen beziehungsweise fahren und die Nordbahntrasse queren. Auf der Straße an den Bürgersteigen liegen derweil immer noch Schotter und Geröll. Auch der Eingangsbereich vor der Hochschule für Tanz und Musik an der Sedanstraße ist noch von den Folgen des Unwetters verdreckt.

Zu der massiven Unterspülung der Straßen war es gekommen, weil ein überlastetes Schachtbauwerk das Wasser der Kanalisation bei dem Unwetter nicht mehr halten konnte und die Straßen überflutet wurden. Innerhalb kurzer Zeit floss sehr viel Wasser durch die enge Unterführung an der Nordbahntrasse. Die Wassermassen rissen Pflastersteine heraus, Schotter wurde unter dem Asphalt fortgespült. Eine Fläche von etwa 2000 Quadratmetern wurde zerstört. Zudem senkte sich nach dem Unwetter die Fahrbahn ab, der gesamte Abschnitt auf Höhe der Nordbahntrasse musste vorsorglich für den Auto- und Lkw-Verkehr sowie die Fußgänger gesperrt werden.

Sedanstraße war bis zu einer Tiefe von 50 Zentimetern unterspült

Nach dem Unwetter hatte ein Baugrundsachverständiger die Straße überprüft und festgestellt, dass die Fahrbahn der Sedanstraße bis zu einer Tiefe von 50 Zentimetern unterspült wurde. Die Kanalisation wurde glücklicherweise nicht schwerer beschädigt, so dass sich die derzeit laufenden Arbeiten auf die Erneuerung der Fahrbahn beschränken können.

Rund 200 000 Euro sollen die Bauarbeiten kosten. Da es sich um eine Notfallsituation handle, habe man die Baumaßnahme kurzfristig vorgeschoben, sagt Stadtsprecher Thomas Eiting. Die Stadt hofft darauf, dass die Landesregierung die Kosten übernimmt. Die Landesregierung hat bereits angekündigt, zum Beispiel Privathaushalte oder auch Kleingewerbetreibende und Landwirte finanziell zu unterstützen. Das hat Innenminister Herbert Reul (CDU) erst am Dienstag erklärt.

Inwieweit allerdings eine finanzielle Unterstützung für die Stadt möglich ist, muss nach Angaben von Reul noch geklärt werden. Dazu werde derzeit das Gemeindefinanzierungsgesetz geprüft. „Eine finanzielle Unterstützung der Kommunen ist nicht ausgeschlossen. Die abschließende Beurteilung der Lage steht zurzeit aber noch aus“, teilt der Minister mit. Sollte das Land für die Kosten von Reparaturen, wie etwa in der Sedanstraße, nicht aufkommen, müssten gegebenenfalls zunächst andere geplante Maßnahmen in der Stadt gestrichen werden, sagt Sprecher Eiting.

Barmens Bezirksbürgermeister Hans-Hermann Lücke ist jedenfalls froh, dass die Stadt so schnell reagiert und mit den Bauarbeiten begonnen hat. Das sei angesichts der Schäden auch dringend gewesen, sagt er. Er habe am Tag des Unwetters am Loh selbst erlebt, wie der Starkregen für immer mehr Schäden gesorgt hatte. „Ich hätte vorher nicht geglaubt, dass ein Auto einfach so wegschwimmen kann“, erinnert sich Lücke. Am 29. Mai konnte er es dann mit eigenen Augen sehen. Das Gute im Schlechten gibt es aber auch: Zumindest sei kein Mensch ernsthaft verletzt worden.

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