Erbslöhs „Mädchen mit roten Rock“ gehört seit 1949 zur Sammlung des Museums.

Die Frau wirkt völlig in sich versunken.
Die Frau wirkt völlig in sich versunken.

Die Frau wirkt völlig in sich versunken.

Von der Heydt-Museum

Die Frau wirkt völlig in sich versunken.

Adolf Erbslöhs „Mädchen mit roten Rock“ von 1910 gehört zu den bekanntesten Bildern des Malers mit Wuppertaler Wurzeln. Erbslöh (1881-1947) wurde zwar in New York geboren, wuchs aber in Barmen als Kind einer wohlhabenden Kaufmannsfamilie auf. Unsere derzeitige Ausstellung rückt das Werk des Malers in den Mittelpunkt, beleuchtet aber auch seine Rolle als Avantgardemacher. In den Jahren vor dem Ersten Weltkrieg stellte er zusammen mit Jawlensky, Werefkin, Marc, Münter und Kandinsky in München aus. Das Publikum reagierte mit heftigster Ablehnung.

Wuppertaler

Meisterwerke

Und gerade deshalb setzte Erbslöh sich dafür ein, dass diese Gruppenausstellungen sowie Einzelausstellungen seiner Freunde in weiteren deutschen Städten, vor allem aber in Elberfeld und Barmen, gezeigt werden konnten. Dieses Ölgemälde ist einer von mehreren Akten, die in der Ausstellung zu sehen sind.

Die abgebildete junge Frau hat die Arme erhoben, um die Haare hinter dem Kopf zusammenzubinden. Der rechte Träger ihres Oberteils ist nach unten gerutscht, so dass ihre Brust entblößt wird. Ihr Kopf ist schräg nach unten geneigt. Sie scheint ganz in sich versunken zu sein, ihr Gesicht ist leicht gerötet. Das Rot ihrer Wangen spiegelt sich in dem roten Rock wider, der den unteren Teil des Bildes dominiert. Die Figur ist mit einer schwarzen Linien konturiert, die zusammen mit der dunklen, grünblauen Tönung des Hintergrundes die leuchtenden Farben, in denen Oberkörper und Gesicht gehalten sind, hervorhebt. Die Falten der Kleidung deutet Erbslöh mit bewegten, kurzen Pinselstrichen an.

Nach seiner Zeit an der Akademie in Karlsruhe und München orientierte sich Erbslöh zunächst an impressionistischen und pointillistischen Vorbildern. Durch den Kontakt mit den neuen avantgardistischen Tendenzen in Frankreich, etwa der Gruppe der „Fauves“, ließ er sich ab etwa 1909 von der expressionistischen Farbgebung französischer und russischer Maler inspirieren.

Auch die Kubisten um Braque und Picasso regten ihn zu neuen Formen an und Delaunays „Orphismus“ tat ein Übriges, um auch die Farben bei Erbslöh explodieren zu lassen. Während seine Freunde Girieud und Bechtejeff zu einem Klassizismus mit starken Anklängen an den Art Deco kamen, fand Erbslöh zu einer ganz eigenen, von antiken und neoklassizistischen Kunstwerken, etwa von Hans von Marees, geprägten Klassizität: Seine Formen sind stabil und ruhen massiv in sich, so dass sich die Farbigkeit umso feiner entfalten kann. Oft porträtierte Erbslöh seine Frau oder sie stand ihm für seine Aktstudien Modell.

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