Vor der Gesellschafterversammlung: Drei große Gemeinschaftspraxen wollen sich konzeptionell und finanziell beteiligen.

Wuppertal. Anfang nächster Woche trifft sich die Gesellschafterversammlung der Kliniken St. Antonius. Die Mitglieder wollen darüber beraten, welcher Partner in den Klinikverbund aufgenommen werden soll. Wie berichtet, können die Kliniken nicht alleine weitermachen. In den nächsten Jahren stehen bei Antonius mehrere große Projekte an, für die einige Millionen Euro benötigt werden. Als Kooperationspartner sind die Wuppertaler Stiftung Krankenhaus St. Josef und die Cellitinnen aus Köln im Gespräch. Derzeit werden Dreier-Gespräche für eine Allianz geführt.

Jetzt melden sich auch die niedergelassenen Ärzte zu Wort: Die drei großen Gemeinschaftspraxen Radprax, die orthopädische Gemeinschaftspraxis am Alten Markt (OGAM) und die Augenklinik OZW an der Carnaper Straße, die alle lange und eng mit Antonius verbunden sind, wollen die Zukunft des katholischen Hauses mitgestalten. "Wir möchten Verantwortung im Krankenhaus übernehmen", sagt Andreas Martin, Geschäftsführer von Radprax. Dies sei dem Aufsichtsrat der Kliniken bereits mitgeteilt worden.

Eine Rückmeldung habe es noch nicht gegeben. Weitere große Praxen und Niedergelassene hätten ebenfalls Interesse an dem Konzept gezeigt.
Die Beteiligung könne konzeptioneller und auch wirtschaftlicher Art seien, sagt Dr. Hans-Gerd Schmitz, Mitinhaber der OGAM. Details könnten erst dann geklärt werden, wenn genauere Fakten über die Situation des Klinikverbundes vorliegen. "Wir wollen nicht in Konkurrenz zu St. Josef oder den Kölner auftreten, aber wir wollen mit am Tisch sitzen", so Schmitz. Denkbar wäre zum Beispiel eine GmbH, an der auch die Niedergelassenen Anteile und damit auch ein Stimmrecht hätten. Dafür müssten die Kirchengemeinde Anteile abtreten.

Die drei Praxen machen zusammen einen Umsatz von über 30 Mio Euro
Die Ärzte aus den Gemeinschaftspraxen haben guten Grund, so selbstbewusst aufzutreten: In den drei Praxen arbeiten 50 Fachärzte und zusammen über 300 Mitarbeiter. Gemeinsam kommen sie auf einen Umsatz von über 30 Millionen Euro und können sich damit beispielsweise gut mit dem Josef-Krankenhaus messen. Eine Beteiligung der Ärzte würde langfristig die Belegung sichern.
Antonius wie auch St. Josef haben keine eigene Radiologie mehr. Radprax hat in den letzten vier Jahren über zehn Millionen Euro in den Räumen der Kliniken St. Antonius investiert. Derzeit wird an Antonius gerade das NRW-weit modernste Strahlentherapiegerät zur Behandlung von Tumorerkrankungen durch Radprax in Betrieb genommen.

Schmitz von der OGAM, der größten orthopädischen Praxis in Wuppertal, betont, dass seine Praxis, die an Antonius auch stationär operiert, unabhängig ist. "Uns mangelt es durchaus nicht an Alternativen." Er wie auch Radprax-Geschäftsführer Heiner Steffens würden es sehr bedauern, wenn das katholische Haus nicht auf dem Markt überleben könnte. "Es wäre traurig, wenn Helios hier ein Monopol hätte." Beide sind überzeugt: "Die Kliniken Antonius können mit einem leicht veränderten Konzept überleben. Wir wollen dabei helfen."  

Antonius-Geschäftsführer Michael Kaufmann zu dem Vorschlag: "Antonius ist ein Stück weit über Gemeinschaftspraxen groß geworden. Wir müssen jetzt Wege finden, wie wir sie in unsere Entwicklung mitnehmen können."

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