Gericht muss prüfen, ob Haftbefehl aufgehoben wird.

Der Enkel (25) des getöteten Paares und sein Bekannter sitzen seit einem Monat in U-Haft.
Das Ehepaar Springmann ist am 20. März in seinem Haus in Ronsdorf tot aufgefunden worden. Archiv

Das Ehepaar Springmann ist am 20. März in seinem Haus in Ronsdorf tot aufgefunden worden. Archiv

Stefan Fries

Das Ehepaar Springmann ist am 20. März in seinem Haus in Ronsdorf tot aufgefunden worden. Archiv

Wuppertal. Seit sechs Wochen sitzt der Enkel (25) von Christa und Enno Springmann in Untersuchungshaft. Staatsanwalt Hauke Pahre verdächtigt ihn und einen 44-Jährigen, das Springmann-Ehepaar im März in dessen Ronsdorfer Haus ermordet zu haben. Die Verteidiger des Enkels haben nun beantragt, den Haftbefehl aufzuheben. Unter anderem sagen sie, der Enkel habe ein Alibi.

Der 25-Jährige hat drei renommierte Verteidiger: Prof. Klaus Bernsmann und Katharina Rausch aus Köln sowie Rüdiger Deckers aus Düsseldorf. Der erklärte auf WZ-Nachfrage, welche Argumente ihr Antrag enthält. Unter anderem: „Wir gehen davon aus, dass es ein Alibi gibt.“

Der von der Gerichtsmedizin angegebene Todeszeitpunkt liege bei frühestens 18.15 Uhr am 19. März. Sein Mandant habe das Haus aber bereits um 17.30 Uhr verlassen, dann eine Angehörige besucht, so Deckers.

Zudem gebe es keine eindeutigen Spuren in dem Haus, die darauf hinweisen, dass er an der Tat beteiligt war. Denn er sei regelmäßig im Haus gewesen. „Es war ein gutes Verhältnis, Enno Springmann hat ihn als Sohn angesehen“, sagt Deckers.

Die Probleme zwischen Großvater und Enkel, die die Staatsanwaltschaft gegen den 25-Jährigen ins Feld führe, seien überzeichnet. Der Enkel habe zwar nicht so studiert, wie der Großvater es wünschte, möglicherweise habe es darüber einen Dissens gegeben. „Aber das war nicht so dramatisch, dass man daraus eine Tötungsabsicht ableiten könnte.“ Und es gebe auch keine Anhaltspunkte dafür, dass Enno Springmann sein Testament ändern wollte.

Die Anwälte argumentieren auch, ihr Mandant sei festgenommen worden, weil er nach Griechenland reisen wollte. Doch eine Reise ins EU-Ausland könne nicht als Flucht interpretiert werden: „Man kann in Griechenland genauso festgenommen werden.“ Daher falle Fluchtgefahr als Haftgrund weg. Und die Schwere der möglichen Tat reiche nicht automatisch dafür aus, einen Verdächtigen in Haft zu nehmen.

Die Ermittler werfen dem Enkel vor, er habe das betagte Ehepaar getötet, weil er fürchtete, sein Erbe in Höhe eines zweistelligen Millionenbetrags zu verlieren. Sein Großvater soll unzufrieden mit seinen Studienergebnissen gewesen sein. Die Staatsanwaltschaft hatte auch erklärt, es sei gelungen, Spuren danach zu unterscheiden, ob der Enkel sie als Angehöriger hinterlassen hat oder ob sie etwas mit der Tat zu tun haben.

Nach Angaben von Rüdiger Deckers hat Staatsanwalt Hauke Pahre bereits auf ihren Antrag etwas erwidert. Der WZ gegenüber wollte sich Pahre inhaltlich nicht äußern. Entscheiden muss über den Antrag die zuständige Ermittlungsrichterin am Amtsgericht. Wie lange diese Prüfung dauert, ist nicht vorhersehbar. Staatsanwalt Hauke Pahre erklärte, dass die Ermittlungen weiter andauern. Wann es eine Anklage gibt, sei noch offen.

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