Debby Motte und Tim Heinzemann fingen als Rookies mit dem Triathlon an, jetzt planen sie akribisch ihre erste Langdistanz.

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Debby Motte und Tim Heinzemann mit ihren Medaillen aus Chattanooga, wo sie im vergangenen Jahr über die Mitteldistanz gestartet waren.

Debby Motte und Tim Heinzemann mit ihren Medaillen aus Chattanooga, wo sie im vergangenen Jahr über die Mitteldistanz gestartet waren.

Tim Heinzemann ist früher täglich mit dem Rad zur Arbeit nach Köln gefahren. Jetzt wagt er sich an seine erste Langdistanz heran.

Mit der Frauenmannschaft des Triclubs hat Debby Motte (l.), hier mit Teamkollegin und Trainerin Melanie Lüdorf, bisher nur kürzere Distanzen absolviert.

Stavro Petri, Bild 1 von 3

Debby Motte und Tim Heinzemann mit ihren Medaillen aus Chattanooga, wo sie im vergangenen Jahr über die Mitteldistanz gestartet waren.

Blut geleckt in Sachen Triathlon haben Debby Motte und Tim Heinzemann auf dem Küllenhahn un im Burghpolz, wo sie als Rookies auf Anhieb Klasseleistungen vollbringen konnten. Das ist gut drei, beziehungsweise sechs Jahre her. Jetzt wagen sich die beiden Wuppertaler erstmals an die Königsdisziplin – den Ironman – wie die Langdistanz von 3,8 Kilometer Schwimmen, 180 Kilometer Radfahren und einem Marathon-Lauf heißt. Darauf vorbereitet werden sie damals wie heute von Tri-Club-Trainer Stavro Petri, müssen sich dabei aber an einige Neuerungen gewöhnen.

Länger, aber langsamer trainieren, lautet die Devise

Eine Langdistanz stellt ganz andere Anforderungen dar als etwa die Mitteldistanz, über die beide im vergangenen Herbst an der Weltmeisterschaft in den USA teilgenommen haben. „Man muss länger trainieren und langsamer“, fasst Stavro Petri zusammen. Heißt für seine beiden Schützlinge aktuell 15 Stunden pro Woche – vier Stunden laufen, vier Radfahren, meist auf der Rolle, zwei bis zweieinhalb Stunden Schwimmen, zweieinhalb Stunden Krafttraining mit Gewichten, zwei Athletiktraining. Das meint Kräftigung mit dem eigenen Körpergewicht.

„Ich muss lernen, nicht immer nur zu powern, sondern in einem gewissen Pulsbereich zu trainieren“, sagt Debby Motte, die diesen Bereich nach einer Leistungsdiagnostik gerade neu justiert hat: um die 147 Schläge. Wie bei Tim Heinzemann hatte sie nach der Halbdistanz-WM den Plan gefasst, nun einen Ironman in Angriff zu nehmen. „Alle anderen im Klub hatten irgendwie schon eine Idee für das nächste Jahr, da wollten wir nicht hinten anstehen“, sagt Heinzemann. Beide machten gleich Nägel mit Köpfen, meldeten sich für den Ironman Frankfurt am 8. Juli 2018 an.

Im November und Dezember gab es dann von ihrem Trainer die ersten neuen Trainingspläne. Viele Einheiten werden gemeinsam mit Stavro Petri und seiner Partnerin Melanie Lüdorf absolviert, die ebenfalls für die Langdistanz im Sommer trainieren. „Das ist inzwischen eine Freundschaft“, sagen Heinzemann und Motte unisono. Das gelte auch für andere Athleten des Tri-Clubs und sei wichtig, wenn man so viel Zeit miteinander verbringe.

Auch wenn insgesamt die Devise gilt, länger und langsamer trainieren, ist in der aktuellen Phase vergleichsweise wenig Volumen und eine höhere Intensität angesagt. Beispiel gefällig? „Beim Schwimmen powern wir immer 25 Meter lang. Das dann viele Male. So kommen dann auch 3000 Meter zusammen“, berichtet Stavro Petri. Die Einheiten werden in der Schwimmoper absolviert. Auch wenn die während der Sanierung des Leistungszentrums mehr Sportler aufnehmen müsse, seien die Verhältnisse gut. In München etwa hat Tim Heinzemann das schon ganz anders kennengelernt: „Wenn ich permanent dort schwimmen müsste, würde ich aufhören.“

Zurück zur Belastung – Thema Laufen: Momentan sind vor allem Treppenläufe und Bergsprints angesagt, demnächst geht es dann auf etwas längere Distanzen wie 200, 400 und 800 Meter, die beispielsweise 24 Mal hintereinander.

Für März plant Debby Motte eine Woche auf Mallorca mit Studienkollegen, die sie zum intensiven Radfahren nutzen will. Trainingslager auf Lanzarote heißt es dann für Heinzemann und Petri: „Trainieren, Essen, Schlafen“, nennt der das Programm. Wer auf die Langdistanz geht, muss eben Spaß daran haben, aus seinem Körper alles herauszuholen.

„Den großen Motor werfen wir erst später an“, nennt Petri die letzte Vorbereitungsphase. Dann geht es darum, das Grundtempo, das man sich erarbeitet hat, lange durchzuhalten. Mehr als zehn Stunden werden es im Wettkampf sein. „Nach der Anmeldung für Frankfurt hatte ich Zweifel, ob ich das schaffe. Jetzt freue ich mich jeden Tag mehr“, sagt Debby Motte und Tim Heinzemann nickt zustimmend.

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