Der Wuppertaler SV und die TSG Sprockhövel spielen in der kommenden Saison gemeinsam in der Regionalliga West. Die Sprockhöveler hoffen dabei auf die Unterstützung des früheren WSV-Präsidenten Friedhelm Runge.

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Nie mehr Oberliga: So bejubelten die Spieler der TSG Sprockhövel (li.) und des Wuppertaler SV ihre Aufstiege in die Regionalliga West.

Nie mehr Oberliga: So bejubelten die Spieler der TSG Sprockhövel (li.) und des Wuppertaler SV ihre Aufstiege in die Regionalliga West.

Nie mehr Oberliga: So bejubelten die Spieler der TSG Sprockhövel (li.) und des Wuppertaler SV ihre Aufstiege in die Regionalliga West.

Wuppertal. Sie sind beide aus der Fußball-Oberliga in die Regionalliga-West aufgestiegen, und doch liegen Welten zwischen der TSG Sprockhövel und dem WSV. Während der 1954 gegründete Wuppertaler SV mit einem Gesamtetat von 850 000 Euro neben dem KFC Uerdingen als FC Bayern München der Oberliga Niederrhein gilt und seiner Mit-Favoritenrolle gerecht wurde, nahmen sich die Nachbarn aus Sprockhövel mit einem Etat von 130 000 Euro den SV Darmstadt 98 zum Vorbild. In der vorigen Saison gerade noch dem Abstieg entronnen, startete die TSG durch und hofft in der Regionalliga unter anderem auf Unterstützung des ehemaligen WSV-Präsidenten Friedhelm Runge.

23 000 Zuschauer, davon 5000 auf der überdachten Tribüne beträgt das Fassungsvermögen des Stadions am Zoo. Offiziell 2000 Plätze sind es in Sprockhövel, wobei der Baumhof schon aus den Nähten platzt, wenn wie am Sonntag mehr als 1000 Fans kommen. Der Kunstrasen gehört zur neuesten Generation und ist für die Regionalliga zugelassen. Die Sicherheitsspiele gegen den WSV, Aachen, Essen und Oberhausen werden aber im Hagener Ischelandstadion ausgetragen.

Der Zuschauerschnitt beträgt beim WSV 2518, für die kommende wird vorsichtig mit rund 3000 kalkuliert. Bis zu 1000, in Uerdingen sogar mehr als 2000 Fans machten die Auswärtsfahrten mit, was dem WSV erhebliche Sicherheitskosten beschert. Von solchen Fanzahlen kann man in Sprockhövel nur träumen.

Beim Etat tun sich ebenfalls gewaltige Unterschiede auf: Der WSV hat in der laufenden Saison mit 850 000 Euro geplant, davon rund 300 000 Euro für die erste Mannschaft und etwa 150 000 für den Jugendunterbau, der wie bei der TSG in der A-Jugend-Bundesliga angesiedelt ist. Im Gegensatz zu den Sprockhövelern bleiben die A-Junioren des WSV aber erstklassig.

Bei der Höhe des Etats gibt es noch große Unterschiede

Für die Saison 2016/2017 kalkuliert der WSV mit knapp 1,3 Millionen Euro. Die Steigerung soll zum größten Teil in das Regionalliga-Team fließen. Einerseits, weil Verträge in der Regionalliga höher dotiert werden, andererseits, um noch Verstärkungen zu holen und professionelle Strukturen zu schaffen. So stehen mit Manuel Bölstler ein Sportdirektor und mit Michael Kuhn ein Teammanager auf der Gehaltsliste. .

„Wir planen, die Mannschaft mit drei bis vier fertigen Spielern zu verstärken“, sagt Günter Dreher, Vorsitzender des Förderkreises der TSG. „Wir versuchen derzeit, einige Firmen zu begeistern“, verrät Dreher, der zum letzten Heimspiel gegen SuS Neuenkirchen mit einem interessanten Gast im Stadion am Baumhof erschienen war: Friedhelm Runge, einst WSV-Präsident und Sponsor auch in Velbert, der neben Dreher saß und sich eifrig Notizen machte. „Wir wollen Friedhelm Runge nicht nur als Geldgeber gewinnen, sondern auch seine vielfältigen Kontakte in der Fußball-Szene nutzen. Ich habe das Gefühl, dass wir ihn interessieren und sogar begeistern konnten.“ Wir hoch der Etat ausfällt steht noch nicht fest.

Fünf neue, vorwiegend junge Spieler hat der WSV derzeit schon verpflichtet, darunter drei, die bereits Regionalliga-Erfahrung besitzen. Er zieht zumindest drei Spieler aus der bisherigen A-Jugend hoch. 21 Verträge stehen derzeit fest, 25 bis 27 Spieler soll der Kader groß sein. Die Spieler sollen nebenberuflich Fußball spielen, gleichzeitig einem Beruf nachgehen oder eine Ausbildung machen. Beide Vereine wollen weiterhin von der eigenen Nachwuchsarbeit profitieren, beide schafften den Aufsteig mit Trainern, die vor der Saison vom U 19- zum Cheftrainer befördert worden waren.

Stefan Vollmerhausen hat beim WSV in dieser Saison vier Spieler aus dem letztjährigen A-Jugend-Kader zeitweise eingesetzt, drei aus dem von vor zwei Jahren und vier, die gleichzeitig noch A-Jugend spielten. Mit Gaetano Manno 34 und Ercan Aydogmus (36) hat er zwei Routiniers als Leitwölfe holen können.

Mit 3000 Mitgliedern ist die TSG der größere Verein

Andrius Balaika (37), der Sprockhöveler Kollege von Vollmerhausen, ist gebürtiger Litauer und hatte die A-Jugend der TSG in der Saison 2014/15 sensationell in die Jugend-Bundesliga geführt,. Da etliche Jungs die Altersgrenze überschritten hatte, nahm Balaika die Spieler gleich mit in das Oberliga-Team, das mit Ausnahme von Ersatztorwart David von Hagen (29) und dem gleich alten Kapitän und Abwehrchef Raoul Meister ausschließlich aus Spät-Teens und Früh-Twens besteht.

Was die Mitgliederzahl angeht, hat die TSG die Nase vorne. 3000 Mitglieder zählte der Verein in zwölf Abteilungen. Der WSV weist 1500 Mitglieder in elf Abteilungen auf. Bei der TSG gibt es etliche Baustellen.“ Zum Beispiel das Stadion am Baumhof, ein „Kleinod“, wobei die Betonung, was das Fassungsvermögen angeht, eher auf „klein“ liegt. 1200 Zuschauer fasst die Anlage, bei der die Gegengerade mit der Tartanlaufbahn und den Trainerbänken aus Sicherheitsgründen nicht betreten werden darf.

„Da werden wir Zäune kaufen müssen, die wir mobil aufstellen, damit wir ein Fassungsvermögen von 1800 erreichen“, erklärt Dreher. Ein Gäste-Fan-Block muss eingerichtet werden. Die TSG, die ausgiebige Gespräche mit der Stadt Sprockhövel führen wird, will die Regionalliga nicht als eine vorübergehende Erscheinung sehen, sondern sich fest in der vierthöchsten Klasse etablieren.

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