Positives Fazit des Trainingslagers trotz der Verletzten.

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WSV-Präsident Friedhelm Runge (M.) mit Trainer Uwe Fuchs (l.) und Sportdirektor Carsten Pröpper.

WSV-Präsident Friedhelm Runge (M.) mit Trainer Uwe Fuchs (l.) und Sportdirektor Carsten Pröpper.

WSV-Präsident Friedhelm Runge (M.) mit Trainer Uwe Fuchs (l.) und Sportdirektor Carsten Pröpper.

Wuppertal. Viel Sonnenschein und einige dunkle Wolken. Vergleichbar mit der Wetterlage an der türkischen Riviera in der vergangenen Woche ist die sportliche Entwicklung des WSV seit dem Amtsantritt von Uwe Fuchs und Co.-Trainer Thomas Stickroth verlaufen.

Erste Ergebnisse ihrer akribischen Trainingsarbeit waren beim Testspielsieg gegen Emden erkennbar. Es war nur ein erster Schritt, aber dessen psychologische Wirkung auf die Spieler und das Umfeld könnte weitere Entwicklungssprünge folgen lassen.

Schließlich hat die Mannschaft erfahren, dass unter Fuchs Verbesserungen möglich sind. Und die beiden abschließenden Tage im Trainingslager haben gezeigt, dass diese Fortschritte auch für die Spieler machbar sind, die nicht zur vermeintlichen Stammformation zählen.

Auch Spieler aus der zweiten Reihe haben sich verbessert

Fuchs hat keinen Spieler in Belek fallen lassen, er hat auch die schwächeren nach vorne gebracht. Das sollte dieser Mannschaft den Zusammenhalt geben, der in den vergangenen Monaten so sehr vermisst wurde.

Problematisch sind die drei schwereren Verletzungen, die nach den ersten 30 Trainingseinheiten unter Fuchs zu verzeichnen sind. Innerhalb weniger Wochen müssen die körperlichen Voraussetzungen für den Abstiegskampf geschaffen werden.

Thomas Richter, Manager von Kickers Emden, erkannte den verdienten Sieg des WSV ohne Einschränkungen an. Auf Schützenhilfe durch seinen alten Verein gegen andere Topteams der Liga baut Richter im weiteren Saisonverlauf nicht. "Unsere Ziele müssen wir schon aus eigener Kraft erreichen. Das wird schwer genug. Wir haben einen kleinen Kader, deshalb legen wir Wert darauf, vielseitige Spieler zu verpflichten. Bei uns haben mit Rauw und Spahic aber die beiden etatmäßigen Innenverteidiger gefehlt, deshalb musste Rudi Zedi seinen Platz im Mittelfeld aufgeben."

Freundschaftlich ging es beim Treffen mit Kickers Emden zu. Viele Hände mussten die Ex-Wuppertaler Thomas Richter, Tobias Gensler und Nils Pfingsten schütteln. Auf Wuppertaler Seite wurde Marcel Reichwein besonders freundlich von der Gegenseite begrüßt. So ganz sollen die Männer von der Nordseeküste den Plan einer Rückkehr von "Marcello" Reichwein nach Emden ja nie aufgegeben haben. Einer, der immer mal wieder beim WSV vorbeischaut, ließ sich die Partie der beiden Ligakonkurrenten auch nicht entgehen: Karsten Baumann, Trainer von RW Erfurt und früherer WSV-Spieler, war Kiebitz auf der Tribüne.

Mit Interesse hatten die WSV-Spieler am Morgen über den Zaun eine Übung des Zweitligisten FSV Frankfurt verfolgt. FSV-Trainer Tomas Oral studierte mit seinen Spielern das Verhalten bei Einwürfen ein. Zur Erklärung für die Notwendigkeit des Unternehmens führte Oral eine verblüffende Statistik an, nach der in der 1. und 2. Liga mehr als 70 Prozent aller Einwürfe zu Ballverlusten führen. Das scheint auch für die 3. Liga zu gelten. Ein Einwurf für den WSV in Strafraumhöhe und ein daraus resultierender Ballverlust leitete wenig später im Spiel gegen Emden den Gegentreffer von Neitzel ein.

Im Hotel "Titanic Beach" waren eine Woche lang die Spieler des Zweitligisten FSV Frankfurt. Die hatten zwar nach dem 2:1-Sieg gegen den WSV kurz die "Lufthoheit" im großen Speisesaal, wurden aber schon bald durch eine 0:6-Schlappe gegen Bayer 04 Leverkusen geerdet. So verabschiedete man sich am Samstag freundschaftlich und ohne Häme voneinander. Beide Vereine plagen schließlich ähnlich große Sorgen - Abstiegssorgen.

Dass die Verletzungsgefahr aufgrund der hohen Anforderungen wächst, war allen Beteiligten klar. Licht am Ende des Tunnels scheint zumindest wieder aus sportlicher Sicht erkennbar.

Runge: Nächste Saison kann alles anders werden

WSV-Präsident Friedhelm Runge hat in Belek allerdings ein weiteres Mal auf die prekäre Situation des Vereins über das Ende der Saison hinaus hingewiesen. Ohne einen Ausbau des Stadions am Zoo hält Runge den WSV auf Dauer nicht für existenzfähig.

"Mit einem Etat von 3,6 Millionen Euro wie bisher wird man in der 3.Liga nicht oben mitmischen können. Zumal 600.000 bis 800.000 Euro aus dem Gesamtetat in die Nachwuchsmannschaft und in die Jugendmannschaften fließen. Wir denken darüber nach, ob wir uns die Ausgaben in dieser Höhe auch in Zukunft leisten können, um konkurrenzfähig bleiben zu wollen. Eine Möglichkeit wäre, den Jugendbereich abzugeben. Zum Beispiel in einer Kooperation mit dem 1. FC Wülfrath", sagt Runge und denkt laut über Veränderungen nach, die nicht nur auf Zustimmung stoßen würden.

Schließlich verzeichnet der WSV im Jugendbereich seit Jahren große Erfolge und spielt zurzeit sowohl mit den A- als auch den B-Junioren in der Bundesliga. Doch zu diesem Thema haben die Diskussionen erst begonnen.

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