Der 22-Jährige spielte einst beim VfB und den Kickers. Er hofft in Wuppertal auf den Durchbruch.

Andreas Ivan umkurvt im Endspiel der Stadtmeisterschaften leichtfüßig Thomas Isberner vom ASV. Er wurde zum besten Spieler gekürt.
Andreas Ivan umkurvt im Endspiel der Stadtmeisterschaften leichtfüßig Thomas Isberner vom ASV. Er wurde zum besten Spieler gekürt.

Andreas Ivan umkurvt im Endspiel der Stadtmeisterschaften leichtfüßig Thomas Isberner vom ASV. Er wurde zum besten Spieler gekürt.

Andreas Fischer

Andreas Ivan umkurvt im Endspiel der Stadtmeisterschaften leichtfüßig Thomas Isberner vom ASV. Er wurde zum besten Spieler gekürt.

Wuppertal. Ballannahme, Drehung, Schuss mit links wie rechts – das alles in fließender Bewegung und in hohem Tempo: Wer Andreas Ivan am Wochenende bei den Fußball-Stadtmeisterschaften in der Uni-Halle sah, der kann sich vorstellen, warum Fußball-Regionalligist Wuppertal große Hoffnungen in seinen Winterzugang legt.

„Der Einstand lief sehr gut, ich habe mich mit meinen neuen Mitspielern gleich toll verstanden“, sagt der junge Mann, der trotz der erst 22 Jahre, die er am vergangenen Dienstag vollendete, in seinem Fußballerleben schon viel erlebt hat. Auf die Karte Fußball setzten er und seine Eltern, die mit ihm vor fast 20 Jahren aus Rumänien nach Deutschland gekommen waren, schon sehr früh. Mit zehn Jahren ging er aus Würzburg, wo er bis dahin in einem kleinen Verein gespielt hatte, begleitet von den Eltern zum VfB Stuttgart. „Die wollten mich nach einem Hallenturnier unbedingt haben. Auch Kaiserslautern zeigte Interesse“, erinnert sich Ivan an seine erste prominente Station.

Vier Jahre VfB, Karlsruher SC und Stuttgarter Kickers lauteten die weiteren Stationen des Talents, das bereits als A-Jugendlicher für die Kickers zehn Drittliga-Spiele bestritt. Das Verhältnis zum ehemaligen Klinsmann-Club kühlte aber ab, als bekannt wurde, dass Ivan zu West Ham in die Premier League wechseln wollte.

Ohne die Eltern zog er dann nach Essen, um bei RWE den nächsten Entwicklungsschritt zu machen. „Im ersten Jahr unter Trainer Jan Siewert, der mich geholt hat, lief alles blendend“, sagt Ivan. Unter dessen Nachfolger Sven Demandt bekam er dann aber kaum noch ein Bein auf die Erde. „Im Sommer bin ich nach einem Fahrradunfall auf dem Weg zum Training mal zehn Minuten zu spät gekommen, da hat er aus einer Mücke einen Elefanten gemacht und mich für sechs Spiele suspendiert. „Ich habe danach alles getan, um mich wieder anzubieten, hatte aber den Eindruck, dass ich nur noch gespielt habe, wenn der Trainer mich dringend brauchte.“ Nachdem ihm Sportdirektor Jürgen Lucas eröffnet habe, dass einfach die Chemie mit dem Trainer nicht stimme, lösten beide Seiten den Vertrag Anfang Januar auf – die Chance für den WSV, das Talent zu verpflichten.

„Geholfen hat, dass ich seinen Berater Ingo Haspel gut kenne. Er war auch mein Berater und ich habe vor dem WSV für seine Agentur gearbeitet“, sagt WSV-Sportdirektor Manuel Bölstler. Nur so sei es möglich gewesen, trotz der beschränkten finanziellen Möglichkeiten des WSV überhaupt an ein Talent vom Kaliber Ivans zu kommen.

Vollmerhausen: Das größte Potenzial aller jungen Zugänge

Geboren 10. Januar 1995 in Pitesti /Rumänien

Vereine SC Lindleinsmühle, VfB Stuttgart (2005-’09), Karlsruher SC, Stuttgarter Kickers (U 19 und 3. Liga), RWE (27.1. 2016 bis 4.1.2017)

Spiele 16 in der 3. Liga, 23 in der Regionalliga, 1 U-19-Länderspiel für Deutschland, viermal U 21 für Rumänien.

Wohnort Essen, in Wuppertal auf Wohnungssuche.

„Beides ist Regionalliga. Finanziell ist es in Essen sicher etwas anderes, aber es ging darum, einen Verein zu finden, wo ich spiele“, sagt Ivan, der gleich bis 2018 unterschrieb und aktuell auf Wohnungssuche in Wuppertal ist.

„Man darf nicht vergessen, dass er noch ein junger Spieler ist und eine schwere Zeit hinter sich hat“, warnt Trainer Stefan Vollmerhausen davor, den Neuen gleich mit Erwartungen zu überfrachten. Von den vielen jungen Spielern, die er und Manuel Bölstler in den vergangenen Jahren zum WSV geholt hätten, sei er aber sicherlich der mit dem größten Potenzial.

Im Angriffsspiel soll Ivan, der im offensiven Mittelfeld vielseitig einsetzbar ist, für neue Impulse sorgen. Ivans Lieblingsspieler ist übrigens Cristiano Ronaldo, seit er ihn einst noch mit Lissabon in einem Spiel gegen Manchester gesehen hat.

„Seit damals bin ich sein Fan. Er verbindet Geschwindigkeit, Technik und Unberechenbarkeit“, schwärmt Ivan vom inzwischen vielfachen Weltfußballer. Das alles sind Attribute, die auch Ivan gern für sein Spiel in Anspruch nehmen würde. Mit 22 Jahren hat er den Traum von der Bundesliga noch nicht ausgeträumt, muss sich nun aber erst einmal beim Wuppertaler SV durchsetzen.

„Dem Fußball gehört mein Herz. So lange mich meine Beine tragen, werde ich alles dafür geben“, versichert er. Bei der Hallenstadtmeisterschaft in der Uni-Halle war davon schon einiges zu sehen.

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