Hauptversammlung WSV 2011
Der Druck wurde zu groß - Friedhelm Runge tritt zurück.

Der Druck wurde zu groß - Friedhelm Runge tritt zurück.

Fischer, Andreas (f22)

Der Druck wurde zu groß - Friedhelm Runge tritt zurück.

Wuppertal.  Paukenschlag beim Fußball-Regionalligisten Wuppertaler SV - im Anschluss an das Testspiel beim TSV Ronsdorf (10:1) hat Präsident Friedhelm Runge am Samstag offiziell seinen Rücktritt erklärt. Der 73-Jährige reagierte damit auf eine im Internet von mehr als 200 Unterzeichnern aus der Fanszene formulierten Petition und aus seiner Sicht dauerhafte Anfeindungen. Bei der kurzen Pressekonferenz im Anschluss an das Spiel verteilte er dazu eine schriftliche Erklärung. „Aufgrund der Berichterstattung in den Medien und der Art und Weise, wie die Gruppe um Torsten Dohrs in den vergangenen Wochen aufgetreten ist, habe ich mich dazu entschlossen, von meinem Amt als 1. Vorsitzender des Wuppertaler SV Borussia mit sofortiger Wirkung zurückzutreten. „Die Form der Anfeindungen und öffentlichen Beschimpfungen übersteigt ein Maß, dass ich für mich persönlich nicht mehr akzeptiere. Ich übergebe deshalb die Verantwortung an den Verwaltungsrat.“

"Ich verpflichte mich, alle Forderungen gegenüber Dritten bis zum 31.
März 2013 und darüber hinaus eventuelle Schadenersatzansprüche gegenüber dem WSV  aus dem Prozess gegen Banss zu übernehmen. Ich wünsche dem Verwaltungsrat, dass es ihm gelingt, mit der Gruppe um Torsten Dohrs ein tragfähiges Konzept für die Zukunft des WSV zu erstellen.“  Unwirkliche Szene: Vor der der Falttür des Ronsdorfer Jugendraums waren gleichzeitig von etwa 30 versammelten WSV-Fans Gesänge zu hören. „Der WSV wird niemals untergehen.“

Auch Finanzvorstand Stücker tritt zurück

Mit dem Rücktritt von Friedhelm Runge hat auch Finanzvorstand Lothar Stücker seinen Rückzug aus dem ohnehin nur zweiköpfigen Vorstand des WSV erklärt. Bei einer Sondersitzung von Verwaltungsrat, Vorstand und Ältestenrat am Freitagabend, bei dem Runge seinen Rücktritt bereits vorangekündigt hatte, trat außerdem Dietmar Grabotin, Runges langjähriger Berater in sportlichen Dingen und leitender Angestellter in der Präsidenten-Firma EMKA als Mitglied des Verwaltungsrats zurück. Ob es vor diesem Hintergrund weitere Rücktritte aus dem nun nur noch sechsköpfigen Gremium geben wird, müsse man abwarten, so Heiner Düssel, der als Stellvertretender Vorsitzender des Gremiums zuletzt federführend war, weil der eigentlich Vorsitzende Christoph Strieder sein Amt operativ nicht ausführte.

„Der Verwaltungsrat muss nun so lange überbrücken, bis wir eine Mitgliederversammlung einberufen haben. Da muss sich dann die weitere Zukunft klären“, sagte Düssel. Laut Satzung muss das innerhalb von sechs Wochengeschehen. Finanzvorstand Lothar Stücker begründete seinen Rücktritt damit, dass er sich nicht in der Lage sehe, das Amt des 1. Vorsitzenden auszufüllen, dass er als dann einziges Vorstandsmitglied nach Runges Rücktritt automatisch zumindest übergangsweise innegehabt hätte. „Wenn ein Neuanfang gewünscht wird, dann betrifft das den kompletten Vorstand“, sagte Stücker der WZ. Vor 18 Monaten sei er zudem als eines von drei Vorstandsmitgliedern und unter anderen Rahmenbedigungen angetreten. Die Bedingungen haben sich jetzt völlig verändert.“ Wie es weitergeht, müsse man abwarten. Schade sei besonders, dass der WSV in den vergangenen Monaten hinten den Kulissen intensiv an einer Neuausrichtung gearbeitet habe.

Das habe man in einer Mitgliederversammlung in Kürze vorstellen wollen. Nun müsse man abwarten, was passiere. Der Ereignisse hätten sich zuletzt extrem überschlagen, so Stücker. Ungeklärt ist auch noch, wer innerhalb des Verwaltungsrats das Zepter in die Hand nimmt. Das müsse sich am Montag bei einer Sitzung des Gremiums entscheiden. „Danach müssen wir erst einmal einen Einblick in die Bücher erhalten, damit wir wissen, wo der WSV steht. Das gehört bisher nicht zu unserem Tagesgeschäft“, sagte Heiner Düssel. Bis zu einer Mitgliederversammlung müsse sich auch zeigen, wer bereit sei, mitzuhelfen, sich eventuell sogar als Kandidat für einen neuen Verwaltungsrat und einen Vorstandsposten zur Verfügung stelle. Düssel warb eindringlich um Mithilfe.



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